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MPU: "Idiotentest" soll gerechter werden - Bessere Ausbildung für Gutachter

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Verkehrsgerichtstag Goslar  

Der "Idiotentest" soll gerechter werden

31.01.2014, 12:36 Uhr | dpa-AFX, dpa

MPU: "Idiotentest" soll gerechter werden - Bessere Ausbildung für Gutachter. Verkehrsgerichtstag Goslar 2014: "Idiotentest" sollte gerechter werden (Quelle: imago)

Verkehrsgerichtstag Goslar 2014: "Idiotentest" sollte gerechter werden (Quelle: imago)

Der sogenannte "Idiotentest" sollte aus Expertensicht gerechter werden. Jedes Jahr müssen Zehntausende Autofahrer wegen verschiedener Delikte in Deutschland zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Nur wer den Test besteht, darf wieder ans Steuer.

MPU: Mehr Rechte für Betroffene

Betroffene sollten die Anordnung zur Teilnahme am "Idiotentest" gerichtlich überprüfen lassen können, forderte der Verkehrsgerichtstag (VGT) in Goslar. Bislang kann man nicht gerichtlich dagegen vorgehen. Zudem solle der Test, mit dem durch Alkohol oder Drogen aufgefallene Verkehrssünder ihre Fahreignung beweisen müssen, vereinheitlicht und die Gutachter besser ausgebildet werden.

Mythos "Idiotentest"

"Aus Sicht der Bevölkerung ist die MPU ein nicht nachvollziehbarer und mythenbehafteter Idiotentest", klagt der Verkehrsjurist Christian Janeczek vom Deutschen Anwaltverein. "Die MPU hat keinen guten Ruf in der Bevölkerung", stellt auch der Präsident des Verkehrsgerichtstages Kay Nehm, fest.

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Der Test hat sich laut VGT grundsätzlich aber bewährt, die Verkehrssicherheit sei dadurch gestiegen. "Man sollte die MPU zwar nicht generell infrage stellen", sagt der frühere Generalbundesanwalt. Die jetzige Regelung sei aber "unglücklich".

Bessere Beratung, mehr Nachvollziehbarkeit

Denn es gebe keine einheitliche Beratung der Betroffenen vor der Untersuchung und keinen einheitlichen Fragenkatalog und auch keine unabhängige Stelle, die die Gutachten überprüfe. Ein Streitpunkt ist auch, dass die Gespräche während der Untersuchung nicht verbindlich aufgezeichnet werden müssen.

Viele Gründe für die MPU

Die MPU-Teilnehmer müssen in einem Gespräch mit einem Psychologen oder Arzt nachweisen, dass sie geeignet sind, am Straßenverkehr teilzunehmen. Zum Test wird geschickt, wer wiederholt betrunken oder einmal sogar mit mehr als 1,6 Promille am Steuer erwischt wurde oder unter Drogeneinfluss gefahren ist. Auch Drängler und Raser und alle, die in Flensburg 18 und mehr Punkte gesammelt haben, müssen zum "Idiotentest".

2012 waren das fast 95.000 Autofahrer. Knapp 56 Prozent der Prüflinge erhielten den Führerschein zurück, und weitere sieben Prozent wurden als nachschulungsfähig eingestuft. 37 Prozent mussten weiter auf den Führerschein verzichten.

Test wird zu schnell angeordnet

Der Automobilclub von Deutschland kritisiert, dass der Test "teilweise leichtfertig" angeordnet werde. Und besonders schwer wiege, dass sich Betroffene gegen vermeintlich unrechtmäßige Tests nicht auf dem Rechtsweg wehren können, sagt DAV-Anwalt Janeczek. Bemängelt wird zudem, dass derjenige, der die MPU ablehnt, automatisch den Führerschein verliert.

MPU immer wieder Thema beim Verkehrsgerichtstag

Der Verkehrsgerichtstag hatte sich bereits in früheren Jahren ein halbes Dutzend Mal mit dem "Idiotentest" beschäftigt. Dass die MPU in Goslar nun erneut auf der Tagesordnung steht, liege an der mangelnden Akzeptanz des Tests in seiner jetzigen Form in der Bevölkerung, sagt Nehm. Mehr als 430 Experten diskutieren über das Thema - es ist der Arbeitskreis mit dem größten Zuspruch.

MPU bleibt Bestandteil des Verkehrsrechtes

Trotz aller Kritik: An der grundsätzlichen Bedeutung der Untersuchung will in Goslar niemand rütteln. "Bei auffälligen Kraftfahrern muss schließlich festgestellt werden, ob sie zum Fahren geeignet sind", sagt der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der deutschen Versicherer.

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