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Punkte in Flensburg: Neuregelung für Verkehrssünder

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Drei Jahre nach der Reform  

Punkte in Flensburg: So funktioniert das neue System

16.05.2017, 19:29 Uhr | dpa-tmn

Das Flensburger Punktesystem für Verkehrssünder wurde komplett umgebaut. Die Gesetze zur Neuregelung traten am 1. Mai 2014 in Kraft.

Doch bis auf notorische Verkehrssünder dürften viele Autofahrer kaum die Details des Punktesystems kennen. Wofür gibt es überhaupt Punkte? Für Ordnungswidrigkeiten mit einer Geldbuße über 60 Euro – wenn sie die Verkehrssicherheit gefährden. Wer dagegen das Sonntagsfahrverbot missachtet oder etwa ohne eine Plakette in eine städtische Umweltzone fährt, kommt um Punkte herum – egal, wie viel er zahlen muss. Auch für Straftaten gibt es Einträge im Fahreignungsregister. Dazu zählen laut ADAC Unfallflucht, Nötigung, Kennzeichenmissbrauch oder Vollrausch.

Punkte in Flensburg: Neuregelung für Verkehrssünder. Das neue Flensburger Punktesystem für Verkehrssünder (Quelle: imago/McPHOTO)

Das neue Flensburger Punktesystem für Verkehrssünder (Quelle: McPHOTO/imago)

Wo gibt es Auskunft zum Punktestand?

Um den Punktestand in Flensburg zu erfragen, können Autofahrer über das Internet einen Antrag stellen. Dafür brauchen sie aber einen Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion. Alternativ können sie den Antrag per Post schicken, entweder mit einer amtlich beglaubigten Unterschrift oder mit einer Kopie von Reisepass oder Personalausweis. Wer in der Nähe von Flensburg wohnt, kann auch zum Kraftfahrt-Bundesamt fahren und vor Ort die Auskunft beantragen. Hierfür ist ebenfalls ein gültiges Ausweisdokument nötig.

Wie wurden die Punkte nach der Reform umgerechnet?

Im alten Verkehrszentralregister war die Fahrerlaubnis nach 18 angesammelten Punkten weg. Das neue Verkehrseignungsregister zählt maximal bis acht, ehe die Fahrerlaubnis entzogen wird. Die Umrechnung im Mai 2014 erfolgte in Stufen: Wer sechs oder sieben Punkte auf dem Konto hatte, besaß danach noch drei. Wer 14 oder 15 hatte, wurde auf sechs Punkte umgeschrieben.

Wie lassen sich angesammelte Punkte abbauen?

Autofahrer können einen Punkt abbauen, indem sie ein Fahreignungsseminar besuchen, bestehend aus verkehrspädagogischen Unterricht und Praxiseinheiten. Dem ADAC zufolge kostet das Seminar rund 400 Euro. Voraussetzung: Verkehrssünder dürfen zum Zeitpunkt des Seminars nicht mehr als fünf Punkte haben. Innerhalb von fünf Jahren kann man das Seminar nur einmal besuchen.

Welche Verjährungsfristen gelten?

Wie schnell Punkte aus dem Fahreignungsregister gelöscht werden, hängt vom Verstoß ab. Punkte für Ordnungswidrigkeiten verschwinden nach zweieinhalb Jahren. Beispiel: Fahren mit Handy am Steuer.

Für Straftaten oder Verstöße mit Fahrverboten gibt es zwei Punkte. Dies blüht unter anderem Autofahrern, die mehr als 31 km/h zu schnell in der Stadt rasen und geblitzt werden. Diese Punkte verjähren erst nach fünf Jahren. Für Straftaten mit Fahrerlaubnisentzug bekommt man drei Punkte, die zehn Jahre lang auf dem Konto stehen bleiben. Das droht etwa Fahrern, die volltrunken oder unter Drogen erwischt werden.

Im Gegensatz zum alten Punktesystem sind die Verjährungsfristen starr, wie der ADAC erklärt. Jede Eintragung wird demnach nach Ende der Frist gelöscht. Früher verlängerte sich diese, wenn innerhalb des Zeitraums neue Punkte dazugekommen waren.

Welche Folgen haben Punkte in Flensburg?

Spürbar sind sie nicht erst beim Entzug der Fahrerlaubnis. Wer vier oder fünf Punkte hat, erhält von der Fahrerlaubnisbehörde schriftlich eine Ermahnung. Die kostet im Landkreis Harburg zum Beispiel rund 20 Euro. Bei sechs bis sieben Punkten erfolgt eine Verwarnung, ebenfalls gebührenpflichtig. Bei acht Punkten ist die Fahrerlaubnis weg.

Danach muss man zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) und darf für mindestens sechs Monate kein Auto fahren. Gut zu wissen: Wie der ADAC erklärt, darf man nur auf acht Punkte gestuft werden, sofern es vorher Ermahnung und Verwarnung gab. Ansonsten wird man entsprechend in den Punkten zurückgestuft und behält seine Fahrerlaubnis.

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