26.07.2013, 14:35 Uhr | mid, dpa-tmn, auto-medienportal.net
Deutschland stöhnt unter der Hitze: Das Unfallrisiko steigt laut ADAC deutlich. Und die hohen Temperaturen machen nicht nur den Menschen zu schaffen: Wie vor Jahrzehnten streiken im Sommer manche Autos wegen Überhitzung. Damals zwang meist kochendes Kühlwasser zur Pause, heute streikt die Elektronik. Wichtige Systeme wie Airbags, ABS, ESP oder die Motorsteuerung können ausfallen, warnt der TÜV Süd. Doch Fahrer können möglichen Schäden vorbeugen.
Moderne Fahrzeuge sind vollgepackt mit Elektronik. Weil die oft für mehr Sicherheit sorgt, ist das Auto bei Fehlern oft nicht mehr fahrbereit. Wie im Winter gilt auch in der heißen Jahreszeit: Der Wagen sollte gut gewartet sein, alle Flüssigkeiten auf dem neuesten Stand. Klimaanlage und Lüftung sollten ebenfalls kontrolliert werden. Darüber hinaus sollten die Fahrer ihren Wagen an heißen Tagen möglichst im Schatten parken.
"Gerade beim Parken kann die Temperatur unter der Motorhaube auf 100 Grad Celsius ansteigen. Dann leiden Halbleiter und Co.", sagt Eberhard Lang von TÜV Süd. Elektrische Bauelemente sind grundsätzlich für einen Temperaturbereich zwischen minus 40 und plus 85 Grad Celsius ausgelegt.
Bei zu großer Hitze drohen durch die Wärmeausdehnung und spätere Abkühlung, beispielsweise durch den Fahrtwind, Haarrisse in Platinen. Solche Schäden machen sich oft nicht sofort bemerkbar. Steigt das Steuergerät dann auf der Autobahn aus, ist Schluss mit der Reise.
Der typische Autobahn-Stau birgt für die Elektronik weitere Gefahren: Wenn bei hohen Außentemperaturen der Motor im Stau läuft und zusätzlich Hitze abgibt, können vorab beschädigte Systeme endgültig den Geist aufgeben. "Wer länger in der prallen Sonne steht, sollte deshalb lieber den Motor abschalten“, so Lang.
Auch nach einer längeren Fahrt, drohen Schäden, wenn das Auto anschließend in praller Sonne steht. "Dies gilt besonders nach längeren Fahrten oder Passfahrten, wenn die Elektronik ohnehin schon sehr heiß geworden ist", so Lang. Deshalb sollte das Auto im Schatten oder der Garage geparkt werden.
Ist die Elektronik überhitzt, geht oft gar nichts mehr. Im Gegensatz zum kochenden Kühler, wie es früher oft der Fall war, hilft Warten nichts. Die Weiterfahrt mit defekter Elektronik kann sogar gefährlich werden: "Leuchten die Kontrollleuchten von Airbag, ESP und Co., sollte man sofort die nächste Werkstatt aufsuchen", sagt Lang.
Wer bei der Hitze unterwegs ist, sollte sich generell eines erhöhten Unfallrisikos bewusst sein und die Fahrweise anpassen. Mangelnde Konzentration führt laut ADAC zu Fahrfehlern und erhöht das Unfallrisiko beträchtlich. Und die Konzentration sinkt mit den steigenden Temperaturen im Auto. Liegt der Anteil der Unfälle wegen mangelnder Konzentration an kühlen Tagen bei Außentemperaturen unter 15 Grad bei 47 Prozent, steigt er im Sommer bei über 25 Grad auf 63 Prozent an.
Denn viele Autos fahren noch ohne Klimaanlage. Dann häufen sich das Missachten der Vorfahrt, das Übersehen des Gegenverkehrs oder die Zusammenstöße mit vorausfahrenden Autos. Jeder siebte Verkehrsunfall mit Verletzten auf deutschen Straßen ereignet sich laut dem ADAC an heißen Sommertagen.
Mangelnde Flüssigkeitsaufnahme verstärken die Konzentrationsschwächen zusätzlich. Experten raten zu mindestens drei Litern Wasser, Tee oder Schorle täglich. Warnzeichen sind etwa Kopfschmerzen oder Schwindel. Längere Fahrten gilt es, möglichst auf die Morgen- oder späten Abendstunden zu terminieren. Zudem sind regelmäßige Pausen im Schatten bei Hitze besonders wichtig.
26.07.2013, 14:35 Uhr | mid, dpa-tmn, auto-medienportal.net
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