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Mit der Sommerzeit nehmen die Wildwechsel wieder zu

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Was tun bei Wildunfällen?  

So verhalten Sie sich im Ernstfall richtig

21.03.2017, 14:59 Uhr | mst, mid

Mit der Sommerzeit nehmen die Wildwechsel wieder zu. Unfallgefahr durch Wildwechsel (Quelle: dpa)

Unfallgefahr durch Wildwechsel (Quelle: dpa)

Fast jeder Autofahrer kennt das: Bei der Fahrt durch ein dunkles Waldstück blitzt am Straßenrand plötzlich ein Augenpaar auf – jetzt ist Vorsicht geboten. Denn bei einem Wildunfall droht Ärger mit der Versicherung. Vor allem, wenn ein Ausweichmanöver Schuld am Schaden ist.

Am 26. März 2017 beginnt die Sommerzeit: In den frühen Morgenstunden – wenn viele Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit sind – kreuzen wieder vermehrt Rehe, Hirsche und Wildschweine die Straßen. Laut HUK-COBURG kommt es jedes Jahr zu rund 240.000 Wildunfällen in Deutschland, wobei ein Schaden im Durchschnitt mehr als 2300 Euro kostet.

Großer Unterschied zwischen Teil- und Vollkasko

"Zusammenstöße mit Tieren sind in der Teilkasko versichert. Während einige Policen für Unfälle mit Tieren aller Art aufkommen, decken andere lediglich Schäden durch Haarwild", erklärt Arnd Schröder, Geschäftsführer von TopTarif, einem der führenden deutschen Vergleichsportale im Internet. Die Vollkaskoversicherung zahlt für alle Unfälle, auch bei einem Ausweichmanöver. Allerdings rutschen Autofahrer dann automatisch in eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse mit höheren Prämien.

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Haarwild: So ist es laut Gesetz definiert

Unter Haarwild versteht der Gesetzgeber neben Rehen, Hirschen und Wildschweinen auch Hasen und Wildkaninchen, Murmeltiere, Marder, Elche, Luchse und Füchse. Sogar Seehunde und Fischotter stehen laut TopTarif auf der Liste – diese werden Autofahrern allerdings eher selten über den Weg laufen.

Ausweichen oder nicht: Schadensminderung entscheidet

Ausweichen ist nicht immer die beste Lösung. Außer der Gefahr, dass durch heftige Lenkbewegungen das Fahrzeug ins Schleudern geraten kann, weigert sich auch möglicherweise die Versicherung, den Schaden zu begleichen. Denn nicht immer entspricht ein Ausweichmanöver der sogenannten "Schadensminderungspflicht".

Weiterer Nachteil des Ausweichens ist die Beweisführung

Wer beispielsweise einen Totalschaden verursacht, weil er einem Hasen ausgewichen ist, wird von seiner Versicherung hören, die Gefahr falsch beurteilt und falsch reagiert zu haben. Bei Kleinwild wird der Versicherer regelmäßig die Schadensregulierung verweigern, da eine Kollision nur geringe Schäden verursacht hätte, teilt TopTarif mit. Problematisch beim Ausweichen sei außerdem der Nachweis, dass überhaupt ein Tier die Unfallursache war. Denn am Auto sind dann keine Spuren zu finden.

Abbremsen, Fernlicht abblenden, hupen, Warnblinker

So verhalten Sie sich richtig, um Wildunfälle zu vermeiden: Langsam abbremsen, Fernlicht abblenden, hupen. Nachfolgende Fahrzeuge per Warnblinker alarmieren. Zur Sicherheit wenn es der Verkehr zulässt – mit Schrittgeschwindigkeit weiterfahren, bis keine Tiere mehr zu sehen sind.

Bei unvermeidlicher Kollision: Ruhe bewaren

Ist eine Kollision nicht zu vermeiden, heißt es: Lenkrad festhalten und ohne heftige Lenkbewegungen auf das Tier zufahren. Nach einem Unfall ist die Unfallstelle mit Warnblinklicht und Warndreieck abzusichern, ohne etwas zu verändern, und die Polizei zu rufen. Außerdem empfiehlt es sich, Fotos vom Unfallort zu machen und Namen und Adressen von möglichen Zeugen zu notieren.

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