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Sony verkauft Vaio-Sparte und gliedert TV-Geschäft aus

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Vaio verkauft  

Sony steht vor großflächigem Umbau

07.02.2014, 08:00 Uhr | t-online.de, dpa

Sony verkauft Vaio-Sparte und gliedert TV-Geschäft aus. Sony Vaio-Notebook (Quelle: Hersteller)

Sony verkauft die Vaio-Sparte (Quelle: Hersteller)

Der japanische Unterhaltungskonzern Sony hat seine Vaio-Sparte verkauft. Der radikale Schritt soll den Elektronik-Riesen auf lange Sicht profitabler machen. Auch mit Fernsehern macht Sony seit Jahren Verluste, die Bravia-Sparte wird ausgegliedert.

Das PC-Geschäft mit der Marke Vaio soll an den Tokioter Investmentfonds Japan Industrial Partners gehen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Der PC-Markt ist auf einer rasanten Talfahrt, weil die Kunden lieber Smartphones und Tablets kaufen. Allein im vergangenen Jahr schrumpfte der branchenweite Absatz der Notebooks und Desktop-Rechner um zehn Prozent.

Sony bei Smartphones wenig erfolgreich

Zwar ist Sony auch bei Smartphones und Tablets im Geschäft, doch sonderlich erfolgreich sind die Bemühungen nicht. Die Marktanteile bei Smartphones liegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich, in vielen Statistiken wird Sony als Hersteller gar nicht separat aufgeführt, sondern unter "Sonstige" eingruppiert.

Samsung dominiert den Markt nach Belieben, danach kommen Apple, Huawei und LG. Eher als Sony wird es aufstrebenden Herstellern wie ZTE oder Lenovo zugetraut, die große Lücke hinter Samsung und Apple zu füllen.

An der Modell-Vielfalt sollte es nicht liegen, denn Sony hat eine Auswahl zu bieten, die nur von Samsung übertroffen wird. Nahezu jedes Bedürfnis wird bedient, allein im 5-Zoll-Format stehen vier verschiedene Modelle zur Wahl. Möglicherweise ist die große Auswahl nicht die Lösung, sondern das Problem.

Das Tablet-Segment, das zu Lasten von Desktop und Notebook wächst, wird von Sony stiefmütterlich bedient. Nur zwei Modelle werden gebaut, in den Größen unterhalb von neun Zoll hat Sony nichts anzubieten.

Riesenproblem bei Fernsehern

Doch das größte Problem des Traditionskonzerns ist das Geschäft mit TV-Geräten, in dem Sony seit Jahren in großem Stil Geld verliert. Die zum Juli geplante Abspaltung in eine eigene Gesellschaft wirft die Frage auf, ob Sony-Chef Kazuo Hirai nicht mit dem Gedanken spielt, diesen Kernbereich auch abzustoßen.

Wie auch bei Smartphones dominiert Samsung das Geschäft mit Fernsehern, alle weiteren Hersteller müssen den wenig ertragreichen Rest unter sich aufteilen. Panasonic gab die Plasma-Fernseher-Produktion auf – einst eines der Vorzeigestücke des Unternehmens. Philips hat längst seine TV-Sparte abgespalten, auch andere Hersteller wie Loewe stehen gewaltig unter Druck.

TV-Markt setzt immer neue Kaufanreize

Der TV-Markt leidet unter dem Boom der Vorjahre: In den letzten Jahren hat die Mehrzahl der Verbraucher ihre Röhrengeräte gegen Flachbildfernseher eingetauscht und damit den Bedarf gedeckt. Mittlerweile sind die Fernseher technisch weitgehend ausgereift, ein Neukauf ist aus diesem Grund nicht notwendig.

Die Neuanschaffungszyklen sind bei Fernsehern deutlich länger als etwa bei Smartphones. Die Hersteller versuchen deshalb zwar immer wieder, neue Kaufanreize zu schaffen, sind damit aber nicht sehr erfolgreich.

Die neuesten Trends sind beispielsweise 4K und gebogene Gehäuseformen. Doch vielen Kunden reichen selbst 3D und Smart-TV nicht als Kaufgrund aus. Und so lange es kein 4K-Material gibt, besteht kaum ein objektiver Anlass, bei dieser Technik einzusteigen – auch wenn die Preise inzwischen drastisch gesunken sind.

Was bleibt Sony?

Im Geschäft mit Unterhaltungselektronik gab es trotz roter Zahlen bei Fernsehern einen operativen Gewinn von 6,4 Milliarden Yen, also etwa 46 Millionen Euro. Die Spiele-Sparte ging mit dem Start der neuen Konsole Playstation 4 durch die Decke und verdiente 130 Millionen Euro.

Zugleich erwies sich das Entertainment-Geschäft abermals als wichtiger Stützpfeiler. Das Filmstudio erwirtschaftete dank Hits wie "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2" einen operativen Gewinn von 176 Millionen Euro, und der Musikbereich brachte 157 Millionen Euro ein.

Der US-Investor Daniel Loeb drängt Sony derzeit dazu, den Entertainment-Bereich an die Börse zu bringen und das Geld in die Sanierung der Elektronik-Sparte zu stecken. Mit der Abspaltung des Fernsehgeräte-Geschäfts könnte Sony jedoch umgekehrt den Plan verfolgen, sich auf Unterhaltung zu konzentrieren.

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