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Hacker knacken Flensburger Verkehrssünderdatei

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18 Punkte für alle: Anonymous manipuliert Flensburger Punktedatei

01.04.2012, 01:04 Uhr | t-online.de

Hacker knacken Flensburger Verkehrssünderdatei. Anonymous hackt Flensburger Zentralregister. (Quelle: t-online.de)

Anonymous hackt Flensburger Zentralregister. (Quelle: t-online.de)

Schock für Millionen deutsche Führerscheininhaber: Der Hacker-Gruppe Anonymous ist es gelungen, in die Flensburger Verkehrssünderdatei einzudringen und dort Datensätze zu verändern. Einer Vielzahl der neun Millionen in der Kartei registrierten Autofahrer droht nun der vorläufige Führerscheinentzug.

Nach ersten Ermittlungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist es den Hackern gelungen, über eine offene Schnittstelle einen Wurm in die IT-Systeme des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) einzuschleusen. Der habe dann das Punktekonto einer großen Mehrheit der dort registrierten Autofahrer auf den Maximalwert von 18 Punkten erhöht, bevor die IT-Experten des KBA das Treiben des Computer-Schädlings stoppen konnten. Auch wer bisher nur wenige Punkte auf seinem Konto in Flensburg hat dürfte deshalb demnächst unangenehme Post von den zuständigen Behörden erhalten mit der Aufforderung, den Führerschein abzugeben.

Führerscheinentzug für alle Betroffenen?

Das Erreichen des Maximalwerts von 18 Punkten löst einen automatischen Vorgang aus, der sich nicht so ohne weiteres aufhalten lässt: Bei einem Stand von 18 Punkten verschickt das KBA automatisch eine Mitteilung an die örtlichen Führerscheinstellen, die dann den Einzug des Lappens veranlassen. Weil die Beamten nicht zwischen Opfern des Hacker-Angriffs und tatsächlichen, massiven Verkehrssündern mit dickem Punktekonto unterscheiden können, ist die Konsequenz der vorläufige Führerscheinentzug für alle Betroffenen. "Das ist alternativlos", sagte Karl-Heinz Sarterius vom Kraftfahrt-Bundesamt. "Eine 'General-Amnesie' können wir nicht geben – das ist im deutschen Recht nicht vorgesehen", so Saterius wenig zerknirscht weiter

Doch die IT-Experten des Kraftfahrt-Bundesamts haben schnell reagiert und bereits eine Krisen-Seite erstellt, auf der jeder Deutsche überprüfen kann, ob er ein Punkte-Konto in Flensburg hat und ob dies durch die Hacker manipuliert worden ist. Den Link zu dieser Internet-Seite finden Sie am Ende dieses Artikels.

Protest gegen Neuregelung des Punktesystems

Mit der Aktion mit dem Codenamen "#PloppFlensburger" will Anonymous gegen die anstehende Reform der Verkehrssünderdatei protestieren. Die neuen Regeln seien zu streng und beschnitten zudem die Freiheit der Autofahrer, schließlich gelte nach wie vor der Ansatz "Freie Fahrt für freie Bürger!". Zudem sind die Hacker der Meinung "Fahrbier is' okeh!" Verkehrsminister Peter Ramsauer hatte angekündigt, die Punktevergabe und die Grenzwerte für den Führerscheinentzug grundlegend neu gestalten.

Spektakulärer Hack soll beim Klimaschutz helfen

Auch an das Klima denkt Anonymous bei der Aktion. "Wir glauben, dass durch den millionenfachen Führerscheinentzug die Belastung der Atmosphäre in Deutschland mit schädlichen Klimagasen und Feinstaub entscheidend verringert werden kann", hieß es in einem Kommuniqué der Gruppe. Außerdem könnten die Deutschen doch einfach mal zum Fahrrad greifen oder zu Fuß gehen. "Die meisten Deutschen sind ohnehin zu dick und essen nur den Sondermüll, den ihnen die Lebensmittelindustrie vorwirft", schreiben die um das Allgemeinwohl besorgten Hacker weiter.

Wenn Sie überprüfen wollen, ob Sie auch zu den von dem Hacker-Angriff Betroffenen zählen, folgen Sie diesem Link zur Krisen-Seite des Kraftfahrt-Bundesamtes.

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