10.05.2013, 17:13 Uhr | t-online.de
Der Ordner WinSxS benötigt unter Windows 7 mehrere Gigabyte Speicherplatz. (Quelle: t-online.de)
Windows belegt eine Menge Speicher auf der Festplatte. Besonders der Unterordner WinSxS scheint sich auf dem Datenträger breit zu machen – mit mehreren Gigabyte, verteilt auf zehntausende Dateien. Doch in Wahrheit führt Windows 7 seinen Besitzer an der Nase herum.
Der Ordner WinSxS gilt als wahres Ungetüm innerhalb von Windows 7 und Windows Vista. Wer wegen knappen Festplattenplatzes nach Speicherfressern sucht, findet zwangsläufig diesen Windows-Unterordner. Denn WinSxS belegt laut Windows-Explorer gleich mehrere Gigabyte Festplattenspeicher, enthält zehntausende Dateien in tausenden Unterordnern und wächst unaufhaltsam. WinSxS löschen oder aufräumen zu wollen, liegt daher nahe. Doch das sollten Windows-Nutzer tunlichst unterlassen.
Der Ordner c:\windows\winsxs ist für das Betriebssystem unerlässlich, seit er mit Windows Vista in dieser Form eingeführt wurde. Nahezu jede Datei im Ordner WinSxS ist lediglich ein Verweis auf die jeweilige Datei, die an einem anderen Ort auf der Festplatte liegt, beispielsweise in windows\system32.
Diese Links werden insbesondere von Diensten wie Windows Update benötigt, die anhand dieses Verzeichnisses den Zustand des Betriebssystems kontrollieren. So kann bestimmt werden, welche Patches installiert werden müssen.
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Weiterer Vorteil der Links: Anwendungen von Drittanbietern müssen nicht wissen, wo die Dateien liegen, auf die sie eventuell zugreifen möchten. Das Programm nutzt einfach den Ordner WinSxS.
Windows legt hier mehrere Versionen installierter DLL-Dateien ab, sodass das System die zugehörigen Anwendungen ohne Kompatibilitätsprobleme starten kann. So können Programme auch ältere Versionen einer solchen Bibliotheksdatei nutzen, falls sie diese benötigen. Die neuere DLL-Datei bleibt dabei im Ursprungsordner.
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Doch WinSxS ist kein solch immenser Platzfresser, wie es zu sein scheint. "In Wirklichkeit verbraucht er nicht so viel Plattenspeicher, wie es mit eingebauten Werkzeugen wie Windows-Explorer und dem DIR-Befehl erscheint. Der Ordner ist bedeutend kleiner als angegeben", schrieb Microsofts Programmier-Manager Michael Beck im MSDN-Blog schon vor der Veröffentlichung von Windows 7. Auf einem durchschnittlichen System betrage die Größe etwa 400 Megabyte.
Die im Windows-Explorer angezeigte Dateigröße entspricht der Originaldatei, eventuell auch einem Mehrfachen dessen. So sei Microsoft zufolge eine angezeigte Ordnergröße von drei bis fünf Gigabyte völlig normal.
Um die Stabilität von Windows zu gewährleisten, sollten Anwender keine Dateien und Ordner aus WinSxS löschen. Möglicherweise funktionieren manche Programme nicht mehr, wenn sie den Ordner WinSxS löschen oder aufräumen. Auch die verlinkten Dateien würde Windows nicht mehr finden.
Microsoft selbst rät davon ab, den Ordner von der Festplatte zu entfernen. Selbst auf einem frisch aufgesetzten System sei es nicht empfehlenswert, WinSxS löschen zu lassen. Denn wer den Ordner löscht, nimmt sich die Möglichkeit, sein Windows mit Patches und Updates für optionale Komponenten zu versorgen.
Eine Möglichkeit, den Ordner zu verkleinern, gibt es aber doch. Denn die ebenfalls dort abgelegten Installationsdateien von Service Pack 1 für Windows 7 lassen sich mit der Datenträgerbereinigung entfernen. Nachteil: Das Service Pack lässt sich danach nicht mehr deinstallieren. Als Alternative zur Datenträgerbereinigung empfiehlt sich das Löschen über Kommandozeile mit folgenden Schritten.
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Nun geben Sie DISM.exe /Online /Cleanup-Image /spsuperseded ein. Die überflüssigen Dateien sollten aus WinSxS entfernt werden.
Wessen Festplatte aus allen Nähten platzt und entsprechende Platzfresser aufspüren möchte, der scheitert mit den Hilfsmitteln von Windows schnell. Für diese Aufgabe empfehlen sich spezielle Anwendungen wie Disk Space Explorer von TuneUp Utilities oder die kostenlosen HDD-Booster und Disk Space Fan. Diese Programme sortieren den Inhalt der Festplatte nach Datei- und Ordnergrößen, sodass sich schnell Speichermonster auf dem Datenträger finden lassen.
Quelle: t-online.de
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