13.07.2012, 10:20 Uhr | jhof, t-online.de
Microsoft erklärt die Entwicklung der Windows-Sidebar für beendet. Für Nutzer von Windows 7 und Windows Vista stellt dies künftig ein Sicherheitsproblem dar – und die beste Lösung heißt: abschalten.
Dieser Tage liefern die Windows-Macher wieder ihre monatlichen Sicherheitsupdates aus. Kleine Softwareflicken schließen potentielle Schwachstellen, über die Hacker in fremde Computer eindringen könnten. Zeitgleich warnt Microsoft in einer Sicherheitsempfehlung vor dem Gebrauch der mit Windows Vista eingeführten Minianwendungen.
In der Windows-Sidebar können Nutzer kleine Desktop-Programme wie einen Kalender, eine Uhr oder den aktuellen Wetterbericht anzeigen lassen. Weitere Minianwendungen, die sogenannten Gadgets, ließen sich über das Internet herunterladen – eine Einladung für gerissene Hacker. Microsoft warnt nun davor, dass durch das offene Einfallstor Angreifer künftig leichtes Spiel hätten, und bösartige Programme wie Viren und Trojaner in das Computersystem einschleusen könnten.
Nutzern von Windows Vista und Windows 7 wird sicherheitshalber empfohlen, die Gadgets auszuschalten. Zu diesem Zweck bietet Microsoft eine automatisierte Fix it-Lösung an. Das Mini-Tool namens MicrosoftFixit50906.msi tut nichts weiter, als Windows-Sidebar und Minianwendungen zu deaktivieren. Anwender erhalten das Tool, indem sie auf den "Fix it"-Button klicken, der unter der Überschrift "Disable" steht. Anschließend muss die heruntergeladene MSI-Datei per Doppelklick ausgeführt und installiert werden.
Eine konkrete Sicherheitsgefahr besteht derzeit nicht, wie aus der Empfehlung hervorgeht. Dies könnte sich aber über Kurz oder Lang ändern, denn Microsoft wird die Windows-Sidebar nicht mehr weiterentwickeln.
Die hauseigene Gadget-Sammlung hat Microsoft bereits geschlossen. Für Besucher gibt es lediglich den Hinweis: "Da unser Schwerpunkt auf den aufregenden Möglichkeiten der neuesten Version von Windows liegt, hostet die Windows-Website nicht länger die Gadgetgalerie." Und weiter: "Gadgets aus nicht vertrauenswürdigen Quellen, die auf Ihrem Computer installiert wurden, können Ihren Computer beschädigen und auf Ihre Dateien zugreifen, fragwürdige Inhalte anzeigen oder jederzeit ihr Verhalten ändern."
Mit Einführung von Windows 8 im Oktober wird die Zeit für die kleinen Fensterprogramme ohnehin zu Ende sein. Wie Spiegel Online berichtet, soll das neue Betriebssystem über keine Windows-Gadgets mehr verfügen. Die bislang mit der Entwicklung und Pflege der Windows-Sidebar beschäftigten Entwickler arbeiten stattdessen schon an Metro-Apps für den Windows Store. Mit dem Windows Store verfolgt Microsoft ein ähnliches Sicherheits-Konzept wie Softwarekonkurrent Apple mit seinem iTunes-Store, App-Downloads sind dann nur noch über den Store erhältlich.
Quelle: jhof, t-online.de
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