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Neuer Handy-Funkstandard LTE stört TV-Empfang

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Mobilfunk-Frequenzen  

Neuer Handy-Funkstandard stört TV-Empfang

30.03.2010, 09:51 Uhr | Christian Fenselau

Neuer Handy-Funkstandard LTE stört TV-Empfang. Neuer Mobilfunkstandard LTE sorgt für massive Bildstörungen

Massive Bildstörungen aufgrund neuer Mobilfunkfrequenzen

Wer per Kabelempfang oder DVB-T fernsieht, wird vielleicht demnächst umsteigen müssen: Denn ein neuer Mobilfunkstandard könnte in Zukunft den TV-Empfang empfindlich stören. Zu dem Ergebnis kommen gleich mehrere unterschiedliche Gutachten. Schuld daran sind die Frequenzen, auf denen der UMTS-Nachfolger LTE funken soll. Sie liegen zu nahe am Frequenzbereich für digitalen Fernsehempfang.

Am 12. April sollen die neuen Frequenzbereiche unter den Hammer kommen. Sie sollen den Mobilfunkstandard UMTS ablösen und Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 100 Megabit ermöglichen, selbst das schnellste Festnetz per VDSL ist momentan langsamer. Mit dem neuen Standard, der sich LTE (Long Term Evolution) nennt, sollen auch ländliche Gebiete versorgt werden, die zurzeit einen schlechteren Zugang zu schnellem Internet haben als die Ballungsräume. Der Haken: LTE-Funk kann den digitalen Fernsehempfang erheblich stören.

Digitale Dividende

Die neuen Frequenzen liegen dort, wo früher analoge TV-Signale empfangen wurden. Durch den mittlerweile flächendeckenden Umstieg auf das digitale DVB-T sind hier Kapazitäten frei geworden, die damit zur so genannten Digitalen Dividende gezählt werden. Sie stehen für andere, also moderne, digitale Zwecke zur Verfügung. Doch störungsfrei scheint der Übergang in die digitale Welt nicht zu verlaufen, denn die Frequenzen sind zu dicht an denen für digitalen TV-Empfang. Deshalb werde es zu Empfangsstörungen kommen, teilt der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) mit. Dort, wo via LTE gefunkt wird, komme es zu eklatanten Bild- und Tonausfällen, berichtet auch das Wochenmagazin Der Spiegel.

Störungen bei DVB-T und DVB-C

Die Ausfälle beschränken sich nach den Berichten nicht nur auf den Antennenempfang DVB-T, sondern würden auch den digitalen Kabelempfang (DVB-C) beeinträchtigen. Bei schlechter Abschirmung der Anschlussdosen oder Kabel könne es selbst bei digitalem Satellitenempfang (DVB-S) und analogem Kabelempfang zu Problemen kommen, erklärte Frau Carine Chardon vom Zentralverband ZVEI. Technisch lösbar sei das Problem nur schlecht, so Chardon. Es gebe zwar die Möglichkeit, Filter einzusetzen, die die Störungen reduzieren. Aber diese Filter würden gleichzeitig die Empfangsleistung dämpfen, was zu schlechterem Empfang und auch zu weniger Programmen führen könne.

Hersteller warten ab

Das Nachrichtenmagazin Spiegel schreibt, die Receiverhersteller würden das Problem kennen, aber ihre Produktlinien nicht modifizieren. Zudem verwiesen die Hersteller darauf, nicht für die Probleme verantwortlich zu sein. Der deutsche Hersteller Kathrein erklärte auf Anfrage von t.online.de, es gebe bislang noch keine Strategie, dem Problem zu begegnen. Ob das Problem technisch gelöst werden könne, sei noch nicht klar. Der Receiver-Hersteller Technisat hat zu einer Anfrage bisher noch nicht Stellung genommen.

24 Millionen Haushalte betroffen

Der Zentralverband ZVEI fordert von Bund und Ländern, einen störungsfreien Empfang zu gewährleisten. 24 Millionen Fernseh-Haushalte seien betroffen. Carine Chardon vom Zentralverband wies darauf hin, dass mit deutlich stärkeren Strahlungen zu rechnen sei als beim gegenwärtigen Standard. Störungen des Rundfunkempfangs durch Handy-Strahlung gibt es bereits momentan, wenn bei ankommenden Anrufen oder SMS-Nachrichten sich das Telefon in der Nähe des Rundfunkgeräts befindet. Dies verstärke sich drastisch, erläuterte Frau Charon. Selbst bei nur mittlerer Funkleistung könne der Empfang noch in einem Umkreis von 45 Metern gestört werden. In Wohnblocks und Hochhäusern würde das LTE-Handy der Nachbarn den TV-Empfang ebenso stören wie das eigene.

Bundesnetzagentur muss regeln

Momentan spricht wenig dafür, dass sich Mobilfunkbetreiber und Rundfunkanstalten auf einen Kompromiss einigen. Die Zukunft berge weiteres Konfliktpotential, denn die Digitalisierung gehe weiter, so Charon. Unter dem Stichwort Digitale Dividende II würden in Zukunft weitere Altfrequenzen umgewidmet, was zu wieder neuen Störungen führen kann. Eine schnelle und endgültige Klärung der Situation sei folglich nicht zu erwarten. Der TV-Zuschauer kann momentan nur darauf hoffen, dass die Bundesnetzagentur im Sinne des Verbrauchers handelt und den Interessengruppen Auflagen vorschreibt, die nicht Millionen Empfangsgeräte nutzlos werden lassen.

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