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Stiftung Warentest: Vier von zehn Apps senden heimlich Nutzerdaten

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Datenschutz in Apps  

Tester kommen zu erschreckenden Ergebnissen

17.04.2017, 08:58 Uhr | hd, t-online.de

Stiftung Warentest: Vier von zehn Apps senden heimlich Nutzerdaten. Viele Apps sammeln und senden heimlich Daten ihres Nutzers. (Quelle: imago/Symbolbild)

Viele Apps sammeln und senden heimlich Daten ihres Nutzers. (Quelle: Symbolbild/imago)

Apps sind praktisch und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch viele Programme sammeln und senden heimlich Daten an den Hersteller und andere Firmen. Stiftung Warentest hat 545 unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse fallen erschreckend aus.Stiftung Warentest hat 545 Apps geprüft. (Quelle: Stiftung Warentest)Stiftung Warentest hat 545 Apps geprüft. (Quelle: Stiftung Warentest)

Viele der geprüften Apps senden viel mehr Nutzer­daten, als für ihre Funktionen notwendig wäre – oft sogar unver­schlüsselt. "Mehr als 40 Prozent aller Apps müssen in puncto Daten­sende­verhalten als kritisch oder sogar sehr kritisch einge­stuft werden", berichtet Stiftung Warentest. Die unabhängige Stiftung hat seit Mitte 2012 über 500 Apps geprüft. 

Digitale Überwachung

Laut dem Testergebnis ist jede dritte geprüfte App als "kritisch" eingestuft. Das bedeutet: Diese Apps senden Daten, die für ihre Funk­tion nicht notwendig sind. Das können der Mobil­funkanbieter des Nutzers, die Identifikations­nummern seines Gerätes oder seine Stand­ortdaten sein.

Fast jede zwölfte App bewertete Stiftung Warentest sogar als "sehr kritisch". Die Programme sammeln persönliche Daten, wie zum Beispiel Pass­wörter, Benutzer­namen, Konto­nummern und Kontakt­daten und übertragen sie ohne Verschlüsselung. "Ein Einfalls­tor für Kriminelle", kritisieren die Warentester. Wer solche persönlichen Daten abfischt, kann möglicher­weise das Konto des Nutzers leeren oder auf seine Kosten online einkaufen. 

Der Verkauf von Nutzer­daten durch Daten­händler sei inzwischen ein Milliarden­-Geschäft, schreibt die Stiftung. Daten­hung­rige Apps seien nicht die Ausnahme, sondern eher der Normalfall. Welche Apps die größten Datenspione sind, sagt Stiftung Warentest nicht. Vor kurzem hatte AV-Test Gesundheitsapps unter die Lupe genommen und war zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Selbstbestimmte Nutzer

Stiftung Warentest fordert, dass Nutzer selbst bestimmen sollten, welche Daten Apps senden und welche nicht. Und bei Updates sollen die individuellen Einstel­lungen des Nutzers beibehalten und nicht zurückgesetzt werden.

Die Warentester raten dazu, Kindern und Jugendlichen kostenpflichtige Vollversionen von Apps zur Verfügung zu stellen, die ohne Werbung auskommen. App-Store-Betreiber und App-Entwickler wie Apple, Amazon, Google und Microsoft sollten sich an einen Best-Practice-Leitfaden halten, den die Stiftung mit entwickelt hat.

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