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Das "nächste große Ding" könnte ein Auto sein

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Digitale Innovation  

Das "nächste große Ding" dürfte ein Auto sein

23.01.2018, 20:32 Uhr | Enno Park, t-online.de

Das "nächste große Ding" könnte ein Auto sein. Aptiv auf der CES 2018 in Las Vegas (Quelle: dpa/John F. Martin/APTIV)

CES 2018 in Las Vegas: Ein Mann sitzt am Steuer eines selbstfahrenden Autos der Firma Aptiv. (Quelle: John F. Martin/APTIV/dpa)

Wenn große Innovationen ganze Märkte umkrempelten, lag das nur selten an einer einzelnen Erfindung, sondern an einer Mischung alter und neuer Ideen. Es spricht einiges dafür, dass so etwas demnächst in der Auto-Industrie passiert.

Als Apple vor etwas mehr als zehn Jahren das iPhone vorstellte, waren die Zutaten längst da: Mobiltelefone, Touchscreens sowie natürlich Taschencomputer und PDAs in verschiedenen Varianten. Was das iPhone einzigartig machen und einen riesigen Markt schaffen sollte, war also weniger eine konkrete Erfindung, als eine Kombination bekannter Technologien.

Besonders wichtig für den Erfolg war, es nicht als Computer für die Hosentasche zu gestalten. Denn der hätte wahrscheinlich nur Business-Anwender und IT-Nerds interessiert. Erst das Design als Telefon, also als vertrauter und einfach zu bedienender Alltagsgegenstand brachte den Durchbruch: Die Kunden waren es gewohnt, ein Handy mit sich herumzutragen. Nur dieses neue Handy von Apple konnte auch noch Fotos machen und Musik abspielen. Apps und Spiele von Whatsapp bis Candy Crush kamen quasi durch die Hintertür.

Noch heute kommt es vor, dass (zumeist ältere) Kunden sich Smartphones zeigen lassen mit dem Hinweis „Ich will damit eigentlich nur telefonieren“. Später entdecken sie, wie sie Familienfotos per Messenger tauschen und Scrabble gegen Freunde spielen können.

Die Zutaten für das "nächste große Ding" kennen wir bereits

Es könnte sein, dass sich dieses Kunststück bald wiederholt. Der allen vertraute Alltagsgegenstand wäre dieses Mal das Auto, das sich in einen rollenden Computer verwandelt. Die entscheidende Zutat ist Sprachsteuerung. Die Technik ist vorhanden, wird derzeit aber vor allem in Smartphones und intelligenten Lautsprechern benutzt.

Die meisten Anwender finden es immer noch seltsam, Befehle in ihr Telefon oder eine blinkende Röhre zu sprechen – zumindest in der Öffentlichkeit. Den intelligenten Lautsprecher per Sprachkommando das Licht einschalten zu lassen, ist eine faszinierende Spielerei unterm Weihnachtsbaum. Meistens ist es aber doch praktischer, den guten alten Lichtschalter zu benutzen.

Gekauft wird sowas vor allem von Nutzern, die Spaß an digitalen Neuerungen haben. Im Auto hingegen ergeben Sprachassistenten sehr viel Sinn. Schließlich müssen die Fahrer die Hände frei haben und dürfen ihre Smartphones nur per Freisprecheinrichtung benutzen.

Selbstlenkende Fahrzeuge weiterhin Zukunftsmusik

Die Vision der Autobauer und Tech-Industrie geht in eine andere Richtung. Hier träumt man schon lange vom selbstlenkenden Fahrzeug, das seine Insassen auf Kommando ans Ziel bringt, und das vielleicht auch gar nicht mehr den Insassen gehört, sondern einem Dienstleister.

Dieses Szenario ist ein gutes Stück von seiner Realisierung entfernt. Und das liegt nicht nur daran, dass bisher noch kein selbstlenkendes Fahrzeug die Marktreife erlangt hat. Umfragen zeigen: Zumindest in Deutschland wollen die Menschen das Steuer lieber nicht aus der Hand geben und fühlen sich am wohlsten in einem Auto, das ihnen auch gehört. 

Das Rennen werden also diejenigen Hersteller machen, die digitale Funktionen möglichst nahtlos in ein Auto integrieren, das die Kunden noch selber lenken – und das könnte die Sternstunde der Sprachsteuerung sein.

Wer auf einem Touchscreen an der Mittelkonsole herumfummeln muss, um diverse Funktionen vom Routenplaner bis zur Musik zu bedienen, kann sich nicht aufs Fahren konzentrieren. „Alexa, spiel das Hörbuch von Fitzek weiter!“, „OK Google, gib mir die Route nach Hamburg, Jungfernstieg!“ oder „Cortana, wie wird das Wetter?“ - Egal, wie die Assistenten im Auto heißen werden: Solche Sprachkommandos ergeben nirgends soviel Sinn, wie beim Autofahren. Und der Übergang zu „Siri, fahr mich nach München und mach die nächste Folge von ‚Game of Thrones‘ an!“ ist dann nur noch eine graduelle Entwicklung, die in dem Maße Eintritt, wie die rollenden Computer immer besser werden.

Rennen ums erste erfolgreiche „Smart Car“

Welche Hersteller sich dabei mit welchen Konzepten durchsetzen werden, ist völlig offen. Pioniere wie Coda oder Faraday Future straucheln. Tesla galt bisher als heißer Anwärter, hat aber Lieferschwierigkeiten und Verarbeitungsprobleme. Und auch Google-Mutter Alphabet hat die Entwicklung zumindest vorläufig gestoppt.

Ein besonders vielversprechendes Konzept stammt vom kalifornischen Startup „Byton“.  Ziel ist nicht das schnellste Auto oder die höchste Reichweite, sondern ein möglichst komfortables Interieur. Der Prototyp erinnert mit 125 cm breitem Monitor über das gesamte Armaturenbrett hinweg und ins Lenkrad eingebautem Touchscreen an ein fahrendes Smartphone. Dass die Insassen während der Fahrt ihre Mail checken oder Filme sehen können, ergibt allerdings erst Sinn, wenn der Byton wirklich autonom durch die Gegend fahren kann.

Immerhin kündigen die Hersteller für 2019 Teilautonomie nach Level 3 an, also selbstständige Spurwechsel, das automatische Setzen des Blinkers und derlei mehr. Wann der Byton als echtes selbstlenkendes Auto nach Level 4 auf den Markt kommt, steht allerdings in den Sternen. Das gilt für alle Autohersteller.

Es ist auch nicht gesagt, dass die Startups und Pioniere die etablierten Autobauer ablösen. Schließlich stammte das iPhone von Apple, einem Konzern, der wenige Jahre zuvor noch tief in einer Krise steckte und von vielen bereits abgeschrieben wurde. So könnte das erste erfolgreiche „Smart Car“ auch von Toyota oder Mercedes stammen. Letztere stellten kürzlich das Infotainment-System „MBUX“ vor. Die sperrige Abkürzung klingt typisch deutsch, wurde aber allseits gelobt für seine gute Bedienbarkeit. MBUX bringt einen eigenen Sprachassistenten mit, der mit dem Kommando „Hey Mercedes“ aktiviert werden kann. 

Die Zutaten sind also alle da, doch welcher Hersteller das richtige Rezept mitbringt, bleibt spannend.

Enno Park ist gelernter Mediengestalter und studierte Wirtschaftsinformatik. Digitalisierung erlebte der vormals gehörlose Journalist am eigenen Leib, als ihm Cochlea-Implantate eingesetzt wurden. Seitdem beschäftigt er sich vor allem mit dem Wechselspiel von Mensch und Technik und den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft.

Quelle: 

  • eigene Recherche

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