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"Alpha Bay" und "Hansa": Polizei macht Jagd auf die Nutzer

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Vermögen der Gründers beschlagnahmt  

Jetzt macht die Polizei Jagd auf die Nutzer

25.07.2017, 12:41 Uhr | Helge Denker, t-online.de

"Alpha Bay" und "Hansa": Polizei macht Jagd auf die Nutzer. Die Seite eines Waffenhändlers im Darknet. (Quelle: imago/Symbolfoto)

Die Seite eines Waffenhändlers im Darknet. (Quelle: Symbolfoto/imago)

Nach der Stilllegung von zwei der größten Marktplätze für illegale Drogen und Waffen durch die US-Polizei und Europol konzentrieren sich die Ermittler nun auf die Kunden von "Alpha Bay" und "Hansa".

"Die Nutzernamen und Passwörter von Tausenden von Käufern und Verkäufern wurden identifiziert und sind Gegenstand von weiteren Untersuchungen von Europol und unseren Partnern", sagte Rob Wainwright, Direktor von Europol der britischen Zeitung "The Guardian".

Da viele illegale Waren per Post verschickt wurden, kann man davon ausgehen, dass der Polizei viele Adressen von Kunden bekannt sind. Bezahlt wurde in der anonymen, digitalen Währung Bitcoin. "Das Darknet ist kein Platz, um sich zu verstecken. Wir werden euch finden", drohen die US-Ermittler. 

Das Darknet kann nur mit einem speziellen Tor-Browser genutzt werden und versucht, sich mit aufwändigen technischen Mitteln staatlicher Überwachung und Kontrolle zu entziehen. Auch der Münchener Amokläufer soll seine Waffe auf einem Marktplatz im "Darknet" gekauft haben.

AlphaBay geschlossen, Hansa überwacht

Die Polizei benutzte bei den Ermittlungen einen Trick: Sie schloss zunächst "AlphaBay" und überwachte dann, ob illegale Angebote auf "Hansa" übertragen wurden. Erst nach mehreren Wochen der Überwachung und Auswertung schlossen sie "Hansa", den zweiten Marktplatz für illegale Waren.

Die Server von "AlphaBay" wurden mit Hilfe von Ermittlern aus Thailand, Litauen, Kanada, Großbritannien und Frankreich gefunden und am 20. Juni von der niederländischen Polizei übernommen. Sie standen unter anderem in Litauen, Holland und auch in Deutschland. Erst Anfang Juli wurden sie geschlossen.

AlphaBay-Gründer Alexandre Cazes wurde am 5.Juli in Thailand festgenommen. Der 25-jährige Kanadier beging eine Woche später im Gefängnis offenbar Selbstmord. Überführt wurde der Gründer von "AlphaBay" offenbar, weil er einen kostenlosen E-Mail-Anbieter ("Hotmail") für seine Geschäfte benutzt hatte.

Ein Haus des mutmaßlichen "Alpha Bay"-Administrators in Bangkok (Thailand) , der im Gefängnis gestorben ist. (Quelle: dpa/Sakchai Lalit)Ein Haus des mutmaßlichen "Alpha Bay"-Administrators in Bangkok (Thailand) , der im Gefängnis gestorben ist. (Quelle: Sakchai Lalit/dpa)

Bis zu 21 Millionen Dollar beschlagnahmt

Die Behörden in Thailand beschlagnahmen am 24. Juli das Millionenvermögen eines Darknet-Unternehmers. Es wird auf bis zu 21 Millionen Dollar geschätzt: "Wir haben bereits seinen Lamborghini, seinen Porsche und sein Haus beschlagnahmt", so der stellvertretende Polizeichef Chalermkiat Srivorakan der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Der Rest werde folgen. Demnach bestehe ein Großteil des Vermögens des Mannes aus der Internet-Währung Bitcoin.

Der 25-Jährige soll die Darknet-Plattform AlphaBay mit rund 400 000 Nutzern betrieben haben. Mit AlphaBay sei die größte bisher bekannte Darknet-Vertriebsstruktur ausgehoben worden, sagte US-Justizminister Jeff Sessions. Mehr als 40 000 Anbieter boten dort illegalen Waren und Dienstleistungen, darunter auch über 40.000 gefälschte Papiere,

Laut Polizei hatte der Kanadier Cazes rund sieben Jahre lang als Programmierer unter falschem Namen mit seiner Freundin in Thailand gelebt. Die US-Behörden warfen ihm unter anderem Drogenhandel, Identitätsbetrug und Geldwäsche vor.

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