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Hacker dringen in das System eines Flugzeugs ein

24.11.2017, 11:29 Uhr | t-online.de, hd

Hacker dringen über Funksystem in Flugzeug ein. Eine Boeing 757 bei der Landung in St. Maarten: Hacker nehmen diesen Flugzeugtyp ins Visier. (Quelle: imago/Symbolbild)

Eine Boeing 757 bei der Landung in St. Maarten: Hacker nehmen diesen Flugzeugtyp ins Visier. (Quelle: Symbolbild/imago)

Es ist ein Horrorszenario für jeden Passagier: Hacker dringen von außen in das interne System eines Flugzeugs ein. Nun ist dies offenbar gelungen. Grund zur Sorge gibt es trotzdem nicht.

Verkehrsflugzeuge sind heute fliegende Netzwerke und kritische Infrastrukturen in der Luft. Sie besitzen mehrere interne Computersysteme, die unter anderem für die Steuerung zuständig sind. Jetzt ist es einem Team von Sicherheitsexperten offenbar gelungen, von außen Zugriff auf die internen Systeme eines Passagierflugzeugs zu bekommen, ohne selbst an Bord zu sein. Allerdings war das Flugzeug bei dem Hackerangriff nicht in der Luft.

Laut dem „Defense Daily Network“ wurden bei dem Angriff nur Dinge benutzt, die durch die Sicherheitskontrolle eines Flughafens kommen. Der Angriff erfolgte von außen, ohne direkten Zugriff oder Zutritt in das Flugzeug.

Die Details, wie der Angriff gelang, wurden aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben. Bekannt ist nur, dass er über die Funksysteme gelang, die in fast allen Flugzeugen verbaut sind. Für den Angriff wurde eine ausgemusterte, stehende Boeing 757 verwendet. Dieses zweistrahlige Schmalrumpf-Flugzeug wurde von 1981 bis 2004 rund 1050 Mal gebaut. Rund 70 Prozent der Maschinen sind noch im Dienst.

Software wird häufig nicht gewartet

Die meisten Komponenten, die in einem Flieger zum Einsatz kommen, unterliegen strengen Sicherheitsbestimmungen. Regelmäßige Wartungen nach einer bestimmten Anzahl von Betriebsstunden sind in Verkehrsflugzeugen Pflicht.

Was aber häufig nicht gewartet wird, ist die Software, welche die Flugsysteme steuert. Diese wird laut dem Sicherheitsanbieter "GData" nur sehr selten verändert, da sie vor dem Einsatz in einem Verkehrsflugzeug mehrfach geprüft, zertifiziert und zugelassen werden muss. Das kostet viel Zeit und Geld. Deshalb werden Veränderungen an der Software schubweise gemacht und Updates über einen längeren Zeitraum gesammelt. So kann es zu Verzögerungen beim Schließen von Sicherheitslücken kommen.

Eine Änderung im Programm kostet eine Million Dollar

Laut einem Leiter des Hacking-Projekts kostet die Änderung einer einzigen Zeile Programmcode in einer Flugzeug-Software etwa eine Million Dollar. Und es dauert manchmal Jahre, bis die Änderungen umgesetzt sind. Dazu kommen die Kosten für einen Austausch der Software in den Flugzeugen, die im aktiven Dienst sind.

Die Hersteller halten das IT-Sicherheitsproblem offenbar für wenig kritisch, sie informierten Fluggesellschaften und Piloten bisher nicht davon. 

Einige Systeme und Programme, die in einem Verkehrsflugzeug eingesetzt werden, sind zehn Jahre alt oder älter, so GData. "Wer in eine Maschine steigt, hat auf seinem Smartphone auf jeden Fall aktuellere Software als das Flugzeug", heißt es in einem Blogeintrag. 

Hard- und Software sind oft alt, aber bewährt

Dies sei in der Regel kein Problem, denn es gibt keine neuen Funktionen, die das System lernen muss. Auch sei die Hard- und Software tausendfach erprobt und bewährt. 

Der US-Flugzeugbauer Boeing hält die Erkenntnisse der Hacker und Experten daher zwar für aufschlussreich, sieht aber in dem erfolgreichen Hacker-Angriff keine praktische Relevanz und keine allgemeine Gefahr. 

Modernere Systeme und neuere Flugzeuge werden laut "GData" mit viel strengeren Anforderungen an die IT-Sicherheit entworfen. Allerdings profitieren ältere Maschinen, wie die Boeing 757, von diesen Neuerungen meistens nicht. Und diese älteren Modelle machen den Großteil der Flugzeuge aus, die heute am Himmel sind. 15 bis 20 Jahre Dienst sind hier keine Seltenheit, sondern eher die Regel.

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