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Vierlinge: Mutter Annegret Raunigk zeigt keine Schwäche

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Vierlinge werden ein Jahr alt  

66-jährige Vierlingsmutter zeigt keine Schwäche

19.05.2016, 09:47 Uhr | tze

Vierlinge: Mutter Annegret Raunigk zeigt keine Schwäche. Am 19. Mai werden die Vierlinge Neeta, Dries, Bence und Fjonn ein Jahr alt.  (Quelle: RTL/Gregorowius)

Am 19. Mai werden die Vierlinge Neeta, Dries, Bence und Fjonn ein Jahr alt. (Quelle: RTL/Gregorowius)

Was bewegt eine Mutter von 13 Kindern, im Rentenalter noch einmal schwanger zu werden? Die Antwort lässt sich Annegret Raunigk nicht einmal vom Sender RTL entlocken, der die "ältesten Vierlingsmutter der Welt" seit einem Jahr begleitet. Aber sie gewährte Einblicke in ihren Alltag mit den vier Babys.

Theatralisch schreitet "RTL-Extra"-Moderatorin Birgit Schrowange mit "Kuchen und Komplimenten" im Gepäck zur "Homestory" in Höxter. Dort hat Raunigk mit den Vierlingen und der zehnjährigen Tochter Lelia ein kleines Haus bezogen. Später zeigt sich, dass der Umzug von Berlin in die Provinz ein wunder Punkt in der scheinbar unerschütterlichen Lebenseinstellung der 17-fachen Mutter ist. Auch die öffentliche Kritik und teils boshaften Kommentare über ihre Schwangerschaft mit 65 gehen ihr offenbar zu Herzen. Bei diesem Thema verschränkt sie die Arme vor der Brust.

Am 19. Mai werden die Vierlinge Neeta, Dries, Bence und Fjonn ein Jahr alt. Sie kamen als Frühchen in der 26. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt. Die Vierlings-Schwangerschaft und Geburt waren ein großes Risiko. Mutter und Babys überstanden es den Umständen entsprechend gut.

Frühchen haben sich gut entwickelt – entgegen aller Warnungen

Die meisten Sorgen bereitete Dries, der eine Gehirnblutung erlitt und seither eine Art Druckventil im Gehirn trägt. Die Ärzte hatten damals prognostiziert, dass er beim Laufenlernen Schwierigkeiten bekommen würde. Kurz vor dem ersten Geburtstag ist er der einzige der Vierlinge, der noch nicht richtig krabbeln kann. Deshalb bekommt er nun Physiotherapie. Schwesterchen Neeta hat eine Darmoperation nach der Geburt gut weggesteckt. Heute ist starkes Schielen ihr Hauptproblem. Abgesehen davon seien die Vierlinge entgegen aller Warnungen und Prognosen gesund, hieß es in der RTL-Reportage.

Mit demonstrativer Gelassenheit trotzt Annegret Raunigk allen Skeptikern. Die lauern nur darauf, dass sie daran scheitert, im Oma-Alter vier Babys großzuziehen. Vierlinge, die weder auf natürliche Weise, noch im Rahmen deutscher Gesetze ihren Weg ins Leben gefunden hätten. In der Ukraine ließ sich ihr Kinderwunsch legal erfüllen, dank Samen- und Eizellspenden. In Deutschland ist Eizellspende verboten, außerdem werden bei einer künstlichen Befruchtung meistens nur zwei, maximal drei befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt. Die Vierlings-Schwangerschaft der 65-Jährigen war ein Aufreger des Jahres 2015.

Die damals 55-jährige Annegret Raunigk mit ihrer Tochter Lelia im Jahr 2005 - das 13. Kind der Lehrerin. Zehn Jahre später bekam sie Vierlinge. (Quelle: dpa)Die damals 55-jährige Annegret Raunigk mit ihrer Tochter Lelia im Jahr 2005 - das 13. Kind der Lehrerin. Zehn Jahre später bekam sie Vierlinge. (Quelle: dpa)

Nun sitzen vier quietschfidele Einjährige in ihren Hochstühlen und warten auf ihren Brei. Den löffelt ihnen die Vielfach-Mutter mit souveränen Handbewegungen reihum ein. Oder die Kleinen krabbeln und kullern über den Boden, greifen sich Spielzeug und erkunden die Welt. Es geht zu wie in einer Kita. Immer wieder betont die allein lebende, agile 66-Jährige, wie gut sie alles hinbekommt, "alles eine Frage der Organisation".

Kein Geld von der Familie

Auf ihre große Familie kann die ehemalige Lehrerin nicht bauen. Ob sie von ihren erwachsenen Kindern finanziell unterstützt werde, fragt Moderatorin Schrowange. Die einsilbige Antwort: "Nein". Es folgt die Andeutung, dass sie zu den meisten ihrer "Großen" nur sporadischen Kontakt hat.

"Man sollte ihr die Babys wegnehmen", lautet einer der unzähligen Internet-Kommentare über Annegret Raunigk. Das ist vermessen und respektlos. Aber bei den heiteren Szenen in der RTL-Reportage lässt sich nur erahnen, wie anstrengend und schwierig der Alltag im Hause Raunigk wirklich ist. Babygeschrei, Chaos, Sorgen und chronische Müdigkeit kommen in dem Beitrag nur in Nebensätzen vor.

Vier Babys sind ein 24-Stunden-Job

Dabei ist die Versorgung der Vierlinge ein 24-Stunden-Job. Dreimal pro Woche für sechs Stunden kommt eine Haushaltshelferin von der Caritas vorbei, bezahlt von der Krankenkasse. Am liebsten hätte die Mutter ihre Unterstützung noch an einem vierten Tag. Klar ist: Die zehnjährige Tochter Lelia ist ebenfalls eine unverzichtbare Stütze im Alltag mit den Babys. Bis vor einem Jahr war diese selbst noch das Nesthäkchen in Raunigks Kinderschar. "Ich schaff‘ das schon, du kannst loslassen", ruft sie in einer Szene ihrer Mutter zu. Gleichzeitig legt sie sich ins Zeug, um mit ihr den Kinderwagen zu schieben. Ein symbolträchtiger Satz.

Muss die zehnjährige Lelia zu viel Verantwortung tragen?

Die Zehnjährige spielt nicht nur hingebungsvoll mit ihren vier kleinen Geschwistern, sondern sie packt nach der Schule auch beim Füttern und Windeln wechseln an. Es sei auch schon vorgekommen, dass Lelia eine Weile allein auf alle vier Babys aufpassen musste, "weil wir schlichtweg nichts mehr zu essen im Haus hatten", erzählt Raunigk. Lelias Rolle in der Familie ruft ebenfalls Kritiker auf den Plan, deren Kommentare immer wieder in der Reportage eingeblendet werden. Sie müsse Verantwortung übernehmen, für die sie viel zu jung sei, heißt es zum Beispiel.

Innerhalb eines Jahres hat sie nicht nur vier Geschwister bekommen, sondern ist aus Berlin in die Kleinstadt Höxter gezogen, muss dort neue Freunde kennen lernen und in der neuen Schule mit einem anderem Lehrplan Anschluss finden. Nun wiederholt sie eine Klasse – freiwillig, wie es ausdrücklich heißt.

Bloß keine Schwäche zeigen

Vor der Kamera spricht und agiert das Mädchen in der Tat viel reifer als es von einer Zehnjährigen zu erwarten wäre. Sie weiß auch, was in Internet-Foren über ihre Mutter geschrieben wird, nimmt verstohlene Seitenblicke von Passanten wahr. Aber damit will sie ihre Mutter nicht belasten. "Für sie ist die Situation bestimmt auch schwer. Aber das würde sie nie zugeben", sagt Lelia dem RTL-Team.

Ob sie bereue, weit weg in die Kleinstadt gezogen zu sein, fragt Schrowange. Auch das will Raunigk nicht direkt zugeben, während sie den 70 Kilogramm schweren Kinderwagen mit den Vierlingen bergauf zu ihrem Haus stemmt.

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