Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Gesundheit > ADHS und ADS >

Moderkrankheit und Lüge? ADHS steht in der Kritik

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Diskussion  

Nur eine Modekrankheit? ADHS in der Kritik

23.01.2015, 11:48 Uhr | rev, t-online.de

Moderkrankheit und Lüge? ADHS steht in der Kritik. Nur eine Modekrankheit? Manche Kritiker gehen sogar davon aus, dass es die Krankheit ADHS gar nicht gibt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nur eine Modekrankheit? Manche Kritiker gehen sogar davon aus, dass es die Krankheit ADHS gar nicht gibt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Über kaum eine Krankheit wird so viel diskutiert wie ADHS - und bezüglich kaum einer Krankheit wird mehr Kritik geäußert. Schließlich gab es den Zappelphilipp und Klassenclown doch auch früher schon - wozu braucht es heute also ADHS-Diagnose, Verhaltenstherapie und Ritalin? Worauf genau zielt die ADHS-Kritik ab?

Modekrankheit, Lüge der Pharmaindustrie: Gibt es ADHS gar nicht?

ADHS gibt es gar nicht. ADHS ist nur eine Modekrankheit, eine "konstruierte Krankheit" oder gar eine "Lüge der Pharmaindustrie", wie es unter Kritikern und Skeptikern heißt. Nicht selten sind solche Behauptungen zu lesen und zu hören. Angeheizt wurden diese Ansichten zuletzt durch Spekulationen, laut denen Leon Eisenberger, der als "Vater von ADHS" gilt, auf seinem Sterbebett gestanden habe, dass es ADHS überhaupt nicht gäbe. Es kann allerdings davon ausgegangen werden, dass es sich dabei wirklich nur um Gerüchte handelt.

Natürlich erfand der amerikanische Kinder- und Jugendpsychologe Leon Eisenberger in den 60er Jahren nicht die Krankheit ADHS. Aber er war der erste, der jene Verhaltensmuster bei Kindern erforschte und definierte, die dann schließlich als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bezeichnet wurden. Die Kehrseite seiner Forschungen: Infolge seiner Publikationen stieg die Zahl der ADHS-Diagnosen sprunghaft an, worauf der Psychologe misstrauisch reagierte. Er glaubte nicht, dass in all diesen Fällen wirklich ADHS vorlag, sondern das hyperaktive Verhalten auf den beliebten antiautoritären Erziehungsstil dieser Zeit zurückzuführen war. Doch genau diese Zweifel seitens Eisenberger wurden mit der Zeit so ausgelegt, als streite der Arzt die Existenz der Krankheit, deren Ursachen wissenschaftlich erforscht sind, insgesamt ab.

Zu viele Fehldiagnosen bei ADHS

Die Skepsis über die vielen ADHS-Diagnosen machen auch heute einen wesentlichen Teil der ADHS-Kritik aus. Anfang 2013 veröffentlichte die Barmer GEK Krankenkasse einen Bericht, dem zufolge die Zahl der zwischen 2006 und 2011 diagnostizierten ADHS-Fälle um 42 Prozent gestiegen seien. Obwohl die Studie nicht repräsentativ für die deutsche Gesamtbevölkerung ist, schürte sie die Annahme, dass die Diagnose ADHS zu leichtfertig und damit auch oft fälschlicherweise gestellt wird.

Auch Experten vertreten diese Ansicht: Zwar gebe es Leitlinien und Standards, diese würden aber nicht von allen Ärzten ausreichend angewandt. Dadurch würden einige tatsächlich Betroffene gar nicht als ADHS-krank identifiziert, vor allem käme es aber zu vielen Falsch-Positiv-Diagnosen, obwohl andere Ursachen als ADHS vorlägen.

Ritalin ist umstritten: Kritik an der Medikation von ADHS

Der dritte wesentliche Kritikpunkt im Bezug auf ADHS betrifft die Medikation. In Kombination mit einer Psychotherapie werden ADHS-Patienten meist Medikamente verschrieben. Hierzu wird vor allem der umstrittene Wirkstoff Methylphenidat verwendet, der im Medikament Ritalin enthalten ist. Aufgrund starker Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Depressivität und gesteigerte Kampfbereitschaft steht das Medikament stark in der Kritik. Mehr über Ritalin erfahren Sie hier.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal