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ADHS-Behandlung mit Ernährungsumstellung und Neurofeedback

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Ernährungsumstellung kann bei ADHS einiges bewirken

26.11.2016, 10:21 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

ADHS-Behandlung mit Ernährungsumstellung und Neurofeedback. Bestimmte Lebensmittel stehen im Verdacht, ADHS-Symptome zu verstärken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bestimmte Lebensmittel stehen im Verdacht, ADHS-Symptome zu verstärken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ganz geklärt ist er noch nicht, der Zusammenhang zwischen der ADHS-Symptomatik und der Ernährung. Aber dass es ihn gibt, ist sicher. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hält es für möglich, dass fünf bis zehn Prozent der betroffenen Kinder durch eine Ernährungsumstellung ruhiger werden könnten.

Die Diagnose Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung klingt für viele wie eine Verurteilung. Dabei haben diese Kinder oft ganz wunderbare Fähigkeiten: Sie sind kreativ, charmant, lustig, schäumen regelrecht über vor Ideen. Doch das kann auch sehr anstrengend sein.

Kinder mit AD(H)S vermissen die Möglichkeit, sich richtig auszutoben zu können, leiden noch mehr als andere unter der Reizüberflutung durch Medien. Auch der oft herrschende Leistungsdruck in den Schulen macht ihnen stärker zu schaffen. Faktoren, die sich nicht einfach so abschalten lassen.

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Mehr Ruhe durch Ernährungsumstellung?

Ein Punkt, an dem man allerdings relativ leicht eingreifen kann, ist die Ernährung. Was wir heute üblicherweise zu uns nehmen, mit all den versteckten Inhaltsstoffen, steht mehr und mehr in der Kritik.

"Wir wissen, dass die häufigsten problematischen Lebensmittel Casein, Gluten und Soja sind. Diese Lebensmittel wegzulassen, liefert bei der größten Anzahl der Kinder das beste Ergebnis im Verhältnis zum Aufwand", schreiben die amerikanische Entwicklungsmedizinerin Pamela Compart und die Ernährungsspezialistin Dana Laake in ihrem Buch "Kochen für Kinder mit ADHS und Autismus".

Ein Test auf Zöliakie kann erste Klarheit bringen

Die beiden Autorinnen empfehlen bei ADHS immer auch eine Blutuntersuchung auf Zöliakie, die, wie man heute weiß, nicht nur zu Durchfällen und Wachstumsstörungen führen kann, sondern auch Auswirkungen haben kann auf das Verhalten, die körperliche und psychische Entwicklung und das Nervensystem.

Laake und Compart gehen davon aus, dass einer der Gründe für die Störungen eine Unausgewogenheit in Biochemie, Stoffwechsel und Nährstoffhaushalt sein kann und deren Behebung den Weg ebnen können für andere Therapien. Vorausgesetzt, man hält die Diät ein: "Verstöße gegen die GFCF-Diät (Anmerk. der Red.: gluten- und caseinfreie Ernährung) sind vielleicht nicht lebensbedrohlich, aber sie können stark negative Auswirkungen auf die Gehirnfunktion haben."

Darmbakterien - Hilfskräfte im Untergrund

"Spezielle Diäten können Wirkung zeigen, wichtiger ist jedoch, auf welchen Darm sie treffen", unterstreicht Anne Katharina Zschocke. "Man spricht hier auch von der Bauch-Hirn-Achse. Es wurde nämlich festgestellt, dass es zwischen Bauchhirn und Kopfhirn eine Verknüpfung gibt und die wird direkt durch die Bakterien, die wir im Darm haben, über Botenstoffe aus der Nahrung beeinflusst." Die Zusammensetzung dieser Bakterien wiederum wird von unserer Ernährung bestimmt.

Eine gute Darmschleimhaut verzeiht auch mal eine Ernährungssünde

Bei Mäusen konnte man zeigen, dass sie je nach Zusammensetzung ihrer Bakterienflora ein anderes Verhalten zeigen und dieses Verhalten sich auch veränderte, wenn man die Bakterienzusammensetzung im Darm künstlich beeinflusste. Strenges Diätdenken allerdings hält Ärztin und Autorin Zschocke für eine Quälerei.

"Wichtig ist, eine stabile Schleimhaut aufzubauen durch die entsprechende Ernährung und Probiotika." Im Gespräch mit t-online.de erklärt sie: "Eigentlich hätten wir über tausend verschiedene Bakterienarten im Darm. Heute sind es im westlichen Teil der Welt nur noch ein paar Hundert. Wir brauchen aber eine Vielfalt an Darmbakterien. Denn diese Einzeller im Bauch sind die Brücke zwischen dem, was wir essen und unseren Zellen, auch den Nervenzellen."

Zschocke hält vor allem künstliche Zusatzstoffe für gefährlich: "Alles, was Chemie ist, wird ja auch verstoffwechselt. Das betrifft alle, aber die ADHS-Kinder besonders, weil sie eine Vorbelastung haben."

Knallbunte Süßigkeiten sind kleine Zeitbomben

Bereits in den 1970ern hat der amerikanische Kinderarzt und Allergologe Benjamin Feingold einen Zusammenhang zwischen künstlichen Farbstoffen und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern erkannt, da diese sehr viel empfindlicher auf Störungen von außen reagieren als ein erwachsener Organismus.

Wirklich nachweisen ließ sich die Vermutung bisher nicht, aber es gibt immerhin so viele Hinweise darauf, dass seit 2010 EU-weit eine Kennzeichnungspflicht für bestimmte Farbstoffe besteht. Dazu gehören die sogenannten Azo-Farben (E 102, E 110, E 122, E 124 und E 129 sowie der künstliche Farbstoff Chinolingelb E 104).

Auf den Packungen steht dann: "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen." Verbraucherzentralen geht das aber nicht weit genug. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hält die meist unscheinbaren Warnhinweise im Kleingedruckten schon deshalb für unwirksam, weil Kinder sich diese Süßigkeiten meist vom Taschengeld kaufen und dabei sicher nicht das Kleingedruckte lesen. Das übrigens, so kreidet das Verbrauchermagazin "Öko-Test" an, so kleingedruckt ist, dass man es sowieso kaum lesen kann. Wenn der Warnhinweis nicht gleich ganz fehlt. Die einzige Lösung sei ein Verbot der Stoffe.

Unterzucker macht aggressiv

Doch nicht nur an gefärbten Zucker, sondern auch an Unterzucker, die sogenannte Hypoglykämie, sollte bei der Diagnose ADHS gedacht werden. Schon lange beobachtet man flache Glucosetoleranzkurven im Zusammenhang mit dem Zappelphillipsyndrom. Häufig berichten Eltern auch von regelrechten Heißhungerattacken ihrer Kinder auf Süßes. Nehmen diese Heißhungerattacken im gleichen Maß zu wie die ADHS-Symptomatik, dann ist es sicher sinnvoll, eine Störung der hormonellen Regelmechanismen in Bezug auf den Blutzucker ärztlich auszuschließen.

Die Forschung hat, was den Zusammenhang zwischen ADHS und Ernährung angeht, noch viel zu tun. Eines aber ist klar: Unsere Darmflora scheint eine viele größere Rolle im Gesamtsystem zu spielen, als bisher angenommen.

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