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ADHS: Verbrauch von Ritalin geht zurück

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Weniger Pillen für den Zappelphilipp?  

Verbrauch von Medikamenten gegen ADHS geht zurück

29.04.2015, 10:19 Uhr | dpa, AFP

ADHS: Verbrauch von Ritalin geht zurück. Kindern mit ADHS wird häufig das Medikament Ritalin verordnet - aber es ist umstritten. (Quelle: dpa)

Kindern mit ADHS wird häufig das Medikament Ritalin verordnet - aber es ist umstritten. (Quelle: dpa)

In Deutschland zeichnet sich eine Trendwende bei der Therapie von Kindern mit der Aufmerksamkeitsstörung ADHS ab. Der Verbrauch von Medikamenten mit dem Wirkstoff Methylphenidat, besser bekannt unter dem Handelsnamen Ritalin, ist 2014 um fünf Prozent gesunken. Das teilt das das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit.

Schon 2013 gab es erstmals einen leichten Rückgang, nachdem der Medikamentenverbrauch 20 Jahre stark angestiegen war.

Nach einer Statistik des BfArM wurden 1993 in Deutschland gerade einmal 34 Kilogramm Methylphenidat verbraucht - 2012 waren es 1839 Kilogramm und damit der bisherige Höchststand. 2014 sank die Menge auf 1716 Kilogramm.

BfArM-Präsident mahnt zu "Augenmaß" bei Medikamenten gegen ADHS

BfArM-Präsident Karl Broich sagte: "Der erneute Rückgang zeigt, dass wir mit den geänderten Anwendungsbedingungen für Methylphenidat auf dem richtigen Weg sind." Auch weiterhin sei aber "besonderes Augenmaß" nötig, damit Patienten von einer gezielten Therapie profitierten und zugleich "vor unkritischer Überversorgung geschützt werden".

Ritalin ist wegen der Nebenwirkungen umstritten

ADHS-Medikamente wie Ritalin sind umstritten. Im Zusammenhang damit wurden Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Angstzustände und Wachstumsstörungen bekannt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Kassen hatte deshalb 2010 die Verordnung der Mittel in Deutschland eingeschränkt. Für die Verschreibung gelten strenge Vorgaben. So dürften Arzneimittel zur Behandlung der ADHS bei Kindern und Jugendlichen nur von Spezialisten für Verhaltensstörungen verordnet und unter deren Aufsicht angewendet werden, teilt das BfArM mit.

Gegen ADHS können unter anderem auch Verhaltenstherapien helfen. Patienten, bei denen nicht medikamentöse Maßnahmen keine ausreichenden Erfolge zeigten, müssten aber weiterhin Zugang zu dieser Behandlungsoption haben.

Rund eine halbe Million Kinder mit ADHS in Deutschland

Die Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Es ist die häufigste psychische Störung bei Kindern und Jugendlichen und kann bis ins Erwachsenenalter fortbestehen. Schätzungen zufolge sind mindestens 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland betroffen, Jungen drei- bis viermal so häufig wie Mädchen.

Typische Symptome für ADHS sind, dass die Kinder weniger Ausdauer zeigen, sich leicht ablenken lassen und einen ausgeprägten Bewegungsdrang haben. Sie neigen zudem zu impulsivem und unüberlegtem Verhalten und sind emotional instabil.

Die genauen Ursachen für die Störung sind noch weitgehend unbekannt. Die möglichen Behandlungen reichen von Medikamenten über Verhaltenstherapien bis hin zum Neurofeedback, bei dem ADHS-Patienten am Computer lernen, sich besser zu konzentrieren und zu entspannen.

ADHS-Medikamente werden aber nicht nur zur Therapie der Störung eingesetzt, sondern auch von einer wachsenden Anzahl von gesunden Teenagern und Erwachsenen als eine Art Gehirndoping etwa zur Leistungssteigerung missbraucht.

Weltweit hatten die Vereinten Nationen noch vor einem Monat deutlich gestiegene Zahlen vermeldet. Nach Angaben des UN-Suchtstoffkontrollrates (INCB) ist der Gebrauch der Substanz weltweit zwischen 2012 und 2013 um 66 Prozent angestiegen. Den starken Anstieg führt der Kontrollrat unter anderem auf den Mangel an genauen Verschreibungsrichtlinien zurück.

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