02.11.2012, 17:47 Uhr | dpa, t-online.de
Babys sollten von Anfang an im eigenen Bett schlafen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Babys sollten immer in einem eigenen Bett im Schlafzimmer der Eltern schlafen und nicht mit ins Elternbett genommen werden. Damit könne man das Risiko für den plötzlichen Kindstod senken, raten Kinderärzte.
"Im elterlichen Bett leiden Säuglinge schneller unter Sauerstoffmangel und unter Überhitzung als im eigenen Bett. Kann der Kopf durch Öffnungen im Fuß‐ oder Kopfteil des Elternbetts gelangen, besteht die Gefahr, dass das Baby sich selbst stranguliert. Auch Lücken zwischen Matratze und Bettrahmen sowie Kissen und Bettzeug und eine weiche Matratze erhöhen das Erstickungsrisiko. Daher liegen Säuglinge am besten in einem Schlafsack ohne Decke und Kopfkissen in ihrem Babybett", erklärt Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin in Weimar und Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder‐ und Jugendärzte.
Dicke Daunendecken und plüschige Kissen haben in einem Babybett generell nichts zu suchen, auch wenn sie noch so kuschelig erscheinen. Bei dickem Bettzeug droht sowohl eine Überhitzung, die zum plötzlichen Tod des Babys führen kann, wie auch die Gefahr unter der Decke oder dem Kissen zu ersticken. Bis zum ersten Lebensjahr ist es am sichersten, Babys zum Schlafen auf den Rücken zu legen.
Zwar sei vielen Müttern bekannt, dass ihr Säugling nicht mit in ihr Bett sollte. Aber eine Untersuchung zeig, dass Mütter vor allem in dem ersten Monat nach der Entbindung Babys gerne mit in ihr Bett nehmen, denn dies erleichtert das Stillen in der Nacht. "Dies sollte jedoch die Ausnahme bleiben, auch wenn das Baby unruhig ist", sagt Niehaus.
Allerdings gibt es gegensätzliche Meinungen zum Risiko des plötzlichen Kindstods im Elternbett. Einzelne Studien aus den USA vertreten sogar die These, dass Mütter ihre Babys im gemeinsamen Bett intuitiv durch unbewusste Berührungen sowohl vor dem Überhitzen als auch vor Atemstillständen schützen. Und Anhänger des Familienbetts betonen, dass das gemeinsame Schlafen Geborgenheit vermittle und die Eltern-Kind-Bindung stärke. Doch in der Kinderheilkunde dominiert die Empfehlung, Babys im eigenen Bett schlafen zu lassen.
Ein guter Kompromiss sind Beistellbettchen, die so konstruiert sind, dass man sie mit einem direkten Matratzenübergang an das Elternbett schieben kann. So bekommt das Baby einen eigenen, sicheren Schlafplatz, ist aber zum Stillen und zum Beruhigen in Griffweite zur Mutter.
Mütter holen ihre Babys vor allem zu sich ins Bett, wenn sie pausenlos weinen oder schreien. Doch wenn dies häufig der Fall ist, sollten Eltern sollten besser ihren Kinderarzt nach geeigneten Beruhigungsmaßnahmen oder gegebenenfalls nach Beratungsstellen fragen, rät die Kinderärztin.
Quelle: dpa, t-online.de
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