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Essstörung: Zehn erste Anzeichen für Magersucht und Bulimie

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Magersucht und Bulimie  

Zehn Anzeichen für Essstörungen bei Jugendlichen

04.08.2015, 16:19 Uhr | tze, dpa

Essstörung: Zehn erste Anzeichen für Magersucht und Bulimie. Magersucht: Mädchen sind rappeldürr, fühlen sich aber immer noch zu dick. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Ich bin zu dick." Dieser Satz ist der typische Einstieg in die Magersucht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Kind wird immer dünner und sein Essverhalten immer seltsamer. Wann müssen sich Eltern Sorgen machen? Ein Fünftel der elf- bis 17-jährigen Jugendlichen hat eine Essstörung. Das geht aus einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Betroffen sind zu 90 Prozent Mädchen. Wir nennen zehn Anzeichen für Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Binge Eating.

In der Pubertät durchläuft der Körper einen enormen Veränderungsprozess, der auch die Psyche durcheinanderwirbelt. Aus dem schmächtigen Mädchen wird eine junge Frau mit weiblichen Proportionen, der Moppel entwickelt sich zum Schlaks, die Launen pendeln von einem Extrem ins andere. Da ist es für Eltern nicht immer eindeutig erkennbar, ab wann Gewichtsveränderungen nicht mehr normal und Verhaltensweisen krankhaft sind. Zudem entwickeln die Betroffenen Strategien, mit denen sie ihre Essstörung lange verborgen halten können.

Typische Verhaltensmuster bei Essstörungen

  • verzerrte Körperwahrnehmung: kritische Bemerkungen über die eigene Figur und Sätze wie "ich bin zu fett".
  • tägliche Gewichtstkontrolle auf der Waage und vor dem Spiegel.
  • Kalorienzählen und plötzliche Abneigung gegen "Dickmacher" mit Fett und Zucker.
  • Vermeidungstaktikenbeim Essen: DasKind trinkt ein Glas Wasser vor jeder Mahlzeit oder behauptet, statt zu sein.
  • Extreme beim Essverhalten: Mal isst das Kind wie ein Spatz, mal wirkt es unersättlich.
  • Diät wird zum Dauerthema
  • exzessiver Sportund Fitnesstraining
  • Lebensmittel verschwinden aus dem Kühl- oder Vorratsschrank, das Kind versteckt leere Packungen.
  • vom Esstisch zur Toilette: Das Kind erbricht Essen oder besorgt sich Abführmittel.
  • Gewichtsverlust von mehr als sechs Kilo in drei Monaten, manchmal auchKreislaufstörungenund "Hungerhaare" auf den Armen und im Gesicht.

Magersucht hat viele Ursachen

Je früher eine Essstörung erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln. Betroffene haben ein geringes Selbstwertgefühl und ein verzerrtes Selbstbild. Deshalb fühlen sie sich selbst mit Untergewicht noch zu dick. Auslöser können familiäre, soziale oder gesellschaftliche Faktoren sein. Dazu zählen zum Beispiel extreme Schönheitsideale und Schlankheitswahn bei Gleichaltrigen, oder eine Mutter, die selbst ständig Diäten ausprobiert.

Im Internet wird auf manchen Foren und in sozialen Netzwerken ein gefährlicher Körperkult propagiert. So stehen verharmlosende Begriffe wie "Pro-Ana" und "Pro-Mia" für Magersucht (Anorexia nervosa) und Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa), informiert die Initiative "Schau hin - Was dein Kind mit Medien macht". Kinder, die schon zu Essstörungen neigen, sind besonders empfänglich dafür. Deshalb sollten Eltern wissen, welche Seiten ihr Kind im Internet anschaut und in welchen Foren es sich mit anderen austauscht.

Wie sollen Eltern mit der Essstörung umgehen?

Bekommen Eltern mit, dass ihr Kind Seiten besucht, auf denen Essstörungen als Lifestyle dargestellt und ein mageres Äußeres als Ideal verkauft werden, sollten sie das ansprechen. Außerdem können sie sich beim Betreiber der Seite oder solche Inhalte bei Beschwerdestellen wie www.jugendschutz.net melden

Für die meisten Eltern ist es sehr schwierig, mit der Essstörung des Kindes klarzukommen. Sie werden von Schuldgefühlen geplagt, fürchten das Gerede von Verwandten und Bekannten und finden nicht den richtigen Zugang zu ihrem Kind. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) rät, sich zunächst umfassend zu informieren. Die BzGA hat eine Internetseite zum Thema Essstörungen gestaltet, außerdem finden Eltern Rat bei Kinder- und Jugendärzten sowie bei Beratungsstellen. .

Vorwürfe helfen magersüchtigen Kindern nicht

Zwei wichtige Ratschläge der BzGA lauten: Die Essstörung des Kindes als Krankheit akzeptieren und sich selbst nicht in Schuldgefühlen verlieren.

Es hilft nicht, dem Kind Vorwürfe zu machen oder es zum Essen überreden zu wollen. Die Experten raten, in einem ruhigen Moment das Gespräch zu suchen. Dabei sollte das Körpergewicht nicht das Hauptthema sein. Eltern sprechen besser die Veränderungen an, die sie im Verhalten des Kindes wahrnehmen, aber auch die Gefühle und Ängste, die dies auslöst. Es erfordert Stärke, nicht die Fassung zu verlieren, wenn das Kind leugnet oder aggressiv reagiert.

Magersucht und Bulimie sind seelische Störungen, die schwere Gesundheitsschäden verursachen können. Deshalb sollten Eltern darauf bestehen, einen Arzt aufzusuchen. Gleichzeitig sollten sie dem Kind signalisieren, dass sie es in seinem individuellen Weg aus der Krankheit unterstützen und gegebenenfalls zu einer Familientherapie bereit sind. Die BzgA rät, das Kind auf lokale Beratungseinrichtungen oder anonyme Telefonberatung hinzuweisen, damit es selbst den ersten Schritt tun kann.

Auch Eltern müssen sich schützen

Fast immer leiden das Familienleben und die Beziehung der Eltern unter der Magersucht oder Bulimie ihres Kindes. Daher betonen die Experten der BzgA, dass Eltern sich auch Freiräume schaffen müssen: "Wird die Esssituation unerträglich, so dass sie selbst nicht mehr entspannt essen können, dann vereinbaren Sie, dass getrennt gegessen wird." Außerdem muss die Essstörung und der Umgang damit auch den Geschwistern offen besprochen werden.

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