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Vorzeitige Pubertät: Ursachen und Behandlung

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Pubertät mit sieben: Ist zu hoher Fleischkonsum schuld?

28.02.2012, 15:10 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Vorzeitige Pubertät: Ursachen und Behandlung. Vorzeitige Geschlechtsreife: Mädchen sind deutlich häufiger betroffen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vorzeitige Geschlechtsreife: Mädchen sind deutlich häufiger betroffen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es gibt unter anderem Käferarten, die bereits während des Larvenstadiums geschlechtsreif sind. Doch was bei diesen Tieren normal ist, ist es für uns Menschen nicht. Wenn Kinder unter acht Jahren Anzeichen für eine Geschlechtsreifung zeigen, dann muss man genau hinschauen. Die meisten Fälle sind harmlos, in manchen Fällen verdächtigen Wissenschaftler einen zu hohen Fleischkonsum, im schlimmsten Fall kann aber auch ein Tumor der Auslöser sein.

Mädchen sind häufiger betroffen

99 Prozent aller Mädchen kommen zwischen acht und 14 in die Pubertät, der gleiche Prozentsatz Jungs ein bisschen später: zwischen neun und 15 Jahren. Setzt die Pubertät bereits vor dem Mindestalter ein, dann spricht man von einer vorzeitigen Geschlechtsreife. Wobei Mädchen deutlich häufiger betroffen sind als Jungs. Die Anzeichen sind die gleichen wie in der "echten" Pubertät: Scham- und Achselhaare wachsen, bei Jungs bildet sich zusätzlich ein Flaum im Gesicht. Brust, Hoden und Penis vergrößern sich. Hinzu kommen Körpergeruch, eventuell Pickel und das für die Pubertät typische emotionale Chaos.

Die Suche nach der Ursache ist schwierig

Bei etwa der Hälfte der betroffenen Jungs findet man eine Ursache - anders bei den Mädchen. Bei 70 bis 90 Prozent lässt sich keine organische Erkrankung ausmachen, die die frühe Entwicklung hin zur Frau auslöst. Man spricht hier von einer idiopathischen Pubertas praecox, einer Pubertät also, die ohne greifbare Ursache entsteht. Sie zeigt sich selten vor dem sechsten Lebensjahr und oft gibt es bereits ähnliche Fälle in der Familie.

Beim ersten Verdacht zum Arzt

Eine echte Pubertas praecox, das heißt eine echte vorzeitige Geschlechtsreife, kann schon sehr viel früher einsetzen und bereits ganz kleine Kinder betreffen. Sie hat ihren Ursprung häufig in bestimmten Gehirnerkrankungen: Tumore, ein Wasserkopf, aber auch eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung und sogar ein Schädeltrauma können der Auslöser sein. Dadurch kann es passieren, dass Teile des Gehirns zu einem falschen Zeitpunkt - zum Beispiel durch starken Druck - aktiviert werden und Hormone ausgeschüttet werden, die den Prozess in Gang setzen. Auch tumoröse Veränderungen in den Eierstöcken oder den Hoden können der Auslöser für die Entwicklung sein. Besteht der Verdacht auf eine frühzeitige Geschlechtsreife, sollte man das medizinisch genau abklären lassen. Je eher eine Diagnose gestellt wird, desto besser kann man Einfluss auf die Entwicklung nehmen.

Zu frühe Pubertät führt zu Minderwuchs

Abgesehen von der Ursache, birgt die vorzeitige Geschlechtsreife einige Probleme: Durch die verstärkte Hormoneinwirkung werden Knochenreife und Längenwachstum beschleunigt. Allerdings schließen sich die Wachstumsfugen der Knochen dann zu früh und es kommt langfristig zu Minderwuchs. Zwanzig bis dreißig Zentimeter unter dem Durchschnitt sind keine Seltenheit. Hinzu kommen psychische Probleme beim Kind. Allein die psychosozialen Auswirkungen der vorzeitigen Reifeentwicklung sind erheblich.

Außen erwachsen - innen Kind

Vor allem Mädchen werden wegen ihres reifen und älteren Aussehens häufig intellektuell und emotional überfordert. Außerdem suchen sie sich Freundinnen, die ihrem eigenen Entwicklungsstand entsprechen, ohne dabei über deren soziale Erfahrung zu verfügen. Da sind Probleme vorprogrammiert. Auch für die Eltern ist die Situation nicht einfach, denn zu der Angst um das Kind kommen häufig erzieherische Probleme.

Bei einer Therapie geht es natürlich in erster Linie darum, die Ursache ausfindig zu machen und auszuschalten. Die vorzeitige Reifung soll bis zum eigentlichen Pubertätsalter unterbrochen werden, damit die Kinder später eine normale Erwachsenengröße erreichen. Es geht aber auch darum, die Kinder vor Schäden anderer Art zu bewahren. Eine zu frühe sexuelle Aktivität sowie Schwangerschaften im Kindesalter kommen hier genauso ins Spiel wie sexueller Missbrauch.

Welche Rolle spielt der Fleischkonsum?

Eine britische Langzeitstudie an der Universität von Brighton sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der vorzeitigen Geschlechtsreife und einem hohen Fleischkonsum, zumindest bei Mädchen. Den Grund sehen die Wissenschaftler darin, dass mit dem Fleisch Nährstoffe wie Eisen oder Zink aufgenommen werden und dadurch dem Körper signalisiert wird, dass er bereit ist für eine Schwangerschaft. Auch das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund stellte einen entsprechenden Zusammenhang fest. Dortige Studien konnten den Einfluss des Proteinverzehrs auf den Pubertätsbeginn bestätigen.

Ein ähnlicher Verdacht besteht bei Ernährung, die zu fetthaltig ist und damit zu einem zu großen Fettanteil im Körper führt. Amerikanische Forscher haben festgestellt, dass Mädchen, die bereits im Alter von drei Jahren übergewichtig sind, deutlich früher in die Pubertät kommen. Im Verdacht standen in den letzten Jahren auch immer wieder hormonhaltige Futtermittel in der Tiermast, die auf dem Weg übers Fleisch ins Kind gelangen. Studien, die diese Vermutung beweisen, gibt es aber nicht. Auch der Einfluss von Chemikalien wie Bisphenol-A ist noch unklar. Ein direkter Nachweis ist aufgrund der vielen Chemikalien, denen unsere Kinder ausgesetzt sind, schwierig.

Ein Fall für den pädiatrischen Endokrinologen

Aber nicht nur die Ernährung oder Umwelteinflüsse, sondern auch bestimmte, direkt gegebene Medikamente können den kindlichen Hormonhaushalt komplett durcheinanderbringen. Es gibt aber auch solche, die eingesetzt werden, um das Geschehen zu regulieren. Diese Medikamente sollten aber immer nur in Zusammenarbeit mit einem pädiatrischen Endokrinologen gegeben werden, einem Kinderarzt also, der sich auf Hormon- und Wachstumsstörungen spezialisiert hat. Sie wirken aufs Gehirn, senken die entsprechenden Hormonspiegel, stoppen so die Ausbildung der Pubertätsmerkmale und aktivieren das Längenwachstum.

Da die Ursachen für eine vorzeitige Geschlechtsreifung sehr unterschiedlich sind, kann man auch die Voraussetzungen für eine medikamentöse Therapie nicht einfach festmachen. Allgemein sagt man, dass gehandelt werden sollte, wenn die Monatsblutung bereits vor dem siebten Lebensjahr einsetzt beziehungsweise die Entwicklung innerhalb weniger Monate nach Diagnosestellung sehr schnell voranschreitet.

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