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Alkoholkonsum: Jungs aus reichem Elternhaus saufen am meisten

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Jungs aus reichem Elternhaus saufen am meisten

28.02.2012, 15:34 Uhr | dpa

Alkoholkonsum: Jungs aus reichem Elternhaus saufen am meisten. Rauschtrinken unter Jugendliche kommt am häufigsten in höheren sozialen Schichten vor. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Rauschtrinken unter Jugendliche kommt am häufigsten in höheren sozialen Schichten vor. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jung, männlich, reich - und oft betrunken - es gibt neue Erkenntnisse zum Alkoholkonsum von Schülern in Deutschland. Jungen aus reichem Elternhaus sind stärker gefährdet. Dagegen greifen Kinder ausländischer Eltern seltener zur Flasche. Das geht aus einer neuen Studie der Universität Bielefeld für die Weltgesundheitsorganisation WHO hervor.

Saufen ist kein Unterschichten-Ritual - im Gegenteil

Die Forscher hatten bundesweit mehr als 5000 Jungen und Mädchen befragt. Die Interviewten stammten aus fünften, siebten und neunten Schulklassen. "Interessanterweise ist der Alkoholkonsum in wohlhabenden Familien von Jungen deutlich häufiger und auch das rauschhafte Trinken tritt in diesen Familien häufiger auf", berichtet die Gesundheitswissenschaftlerin Petra Kolip der Nachrichtenagentur dpa. "Anders als das übliche Vorurteil, das riskanten Alkoholkonsum in sozial benachteiligten Familien verortet, zeigen unsere Daten, dass riskanter Konsum in allen Sozialschichten auftritt und in höheren Schichten zumindest bei Jungen ausgeprägter ist."

Alkohol ist im islamischen Kulturraum verpönt

Dagegen trinken Schüler deutlich seltener Bier, wenn Vater und Mutter Ausländer sind. "Wir erklären uns das so, dass die meisten von ihnen einen muslimischen Hintergrund haben. Da gelten bestimmte kulturelle Regeln", sagt Kolip. Der Studie zufolge trinken bundesweit 8,5 Prozent der Jungen zwischen elf und 15 Jahren jede Woche Alkohol, aber nur halb so viele Jungen, deren beide Elternteile Migranten sind.

Beim Alkoholkonsum zwischen zwei Welten

Fast identisch sieht die Schere bei den Mädchen aus. Hat jedoch nur eines der Elternteile ausländische Wurzeln, gibt es bei dem Trinkverhalten kaum noch Unterschiede zu Altersgenossen, besagt die Studie. "Diese Gruppe steht zwischen den Welten", sagt die Gesundheitswissenschaftlerin Kolip. Diese Kinder neigten offenbar eher dazu, es den Deutschen beim Alkoholkonsum gleich zu tun.

Jungs trinken doppelt so viel Alkohol wie Mädchen

Generell greifen männliche Schüler doppelt so häufig zur Flasche wie ihre weiblichen Altersgenossen. Gut sechs Prozent der Mädchen und mehr als elf Prozent der Jungen trinken mindestens einmal pro Woche ein alkoholisches Getränk. "Die beliebtesten Getränke sind Biermixgetränke und Bier, gefolgt von Alkopops, während Wein und Sekt nur selten konsumiert werden", erläutert Kolip. Sie ist Leiterin des WHO Collaborating Centre an der Uni Bielefeld. Das Zentrum erarbeitet den deutschen Anteil der Studie, deren Schirmherrin die WHO ist.

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