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Zahnärzte alarmiert: Immer mehr Karies bei Kleinkindern

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Zahnpflege

Immer mehr Kleinkinder haben Karies - mit drastischen Folgen

13.09.2013, 17:14 Uhr | tze, dpa

Zähneputzen gegen Karies: Mit der Zahnpflege kann man bei Kindern nicht früh genug beginnen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zähneputzen gegen Karies: Mit der Zahnpflege kann man bei Kindern nicht früh genug beginnen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zahnärzte schlagen Alarm: Bei Kindern tritt gehäuft Karies an Milchzähnen auf - insbesondere bei Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr. Frühkindliche Karies kann drastische Folgen für Gesundheit und Sprachentwicklung haben. Außerdem beobachten Zahnärzte hohe Kariesraten bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien.

Schätzungsweise die Hälfte aller Kariesschäden an den Zähnen von Erstklässlern ist bereits in den ersten drei Lebensjahren entstanden. Darauf weißt Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer hin. Ein Grund dafür sei, dass Kinder derzeit erst vom dritten bis fünften Lebensjahr Anspruch auf drei jährliche Vorsorgeuntersuchungen haben. Konsens unter Experten sei jedoch, Kinderzähne bereits im ersten Lebensjahr zahnmedizinisch betreut werden sollten.

Einen ersten Eindruck von der Zahn- und Mundgesundheit bei Kleinkindern verschafft sich üblicherweise der Kinderarzt im Rahmen der U7-Untersuchung kurz vor dem zweiten Geburtstag.

Nuckelflaschenkaries ist keineswegs harmlos

"Bei den Zwölfjährigen sind wir in der Mundgesundheit Weltspitze, aber bei den Sechsjährigen verläuft die Kariesreduktion deutlich langsamer und auf einem niedrigen Niveau", sagt Oesterreich. Die Häufigkeit von Karies an Milchzähnen habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Die frühe Schädigung von Milchzähnen durch Kariesbakterien wird auch als Nuckel- oder Saugerflaschenkaries bezeichnet. Der Zahnarzt warnt vor den Folgen: Ohne gesunde Milchzähne lerne ein Kind nicht richtig sprechen, lege nicht altersentsprechend an Gewicht zu und laufe Gefahr, sozial ausgegrenzt zu werden, warnte Oesterreich.

Schon das erste Zähnchen braucht gründliche Pflege

Nur wenigen Eltern sei klar, dass Zahnpflege schon bei den Kleinsten nötig ist. Dabei ließen sich Zahnschäden bei Kleinkindern gut vermeiden, wenn Eltern rechtzeitig vor dem Durchbruch der ersten Milchzähne systematisch über Schutz vor Karies aufgeklärt würden. Deshalb hat die Bundeszahnärztekammer eine Kooperation mit dem Deutschen Hebammenverband gestartet, um werdende Mütter schon während der Schwangerschaft darüber zu informieren. Vielen Müttern ist beispielsweise nicht bewusst, dass sie ihre Kinder auch durch Ablecken von Schnullern und Löffeln mit Karies anstecken können.

Zahnärzte raten Eltern, die ersten Zähnchen vorsichtig mit einem Wattestäbchen oder einer Kinderzahnbürste zu reinigen. Zahnpasta sollte erst ab etwa dem dritten Lebensjahr verwendet werden, wenn das Kind in der Lage ist, die Masse wieder auszuspucken. Ab diesem Alter können Kinder lernen, sich selbst die Zähne zu putzen.

Zahnbürste mit in die Schule nehmen

Der Tag der Zahngesundheit steht in diesem Jahr unter dem Motto "Gesund beginnt im Mund - Zähneputzen macht Schule". Mit gutem Grund: In Kindergärten und Schulen können die Weichen für dauerhafte Zahngesundheit gestellt werden. Laut Pantelis Petrakakis vom Bundesverband der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes haben Grundschüler, die im Kindergarten täglich die Zähne putzen konnten, deutlich gesündere bleibende Zähne haben als Kinder, die diese Möglichkeit nicht hatten. Regelmäßiges Zähneputzen sollte auch im Schulalltag verankert werden, doch vielerorts fehlten dort hygienischer Zahnputzmöglichkeiten. Etliche Studien hätten gezeigt, dass das regelmäßige Putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta in der Schule positiv auf die bleibenden Zähne auswirkt.

Neun Vorsorgeuntersuchungen in den ersten Jahren geben den Eltern Gewissheit.

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13.09.2013, 17:14 Uhr | tze, dpa

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