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Neurodermitis: "Endlich sind wir wieder eine normale Familie"

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Leo hat die Neurodermitis überwunden  

"Endlich sind wir wieder eine normale Familie"

20.03.2015, 17:23 Uhr | Anja Speitel, t-online.de

Neurodermitis: "Endlich sind wir wieder eine normale Familie". Neurodermitis: Der kleine Leo litt stark unter Neurodermitis. (Quelle: privat)

Als Baby litt Leo unter schwerer Neurodermitis. Heute geht es ihm nach einer TCM-Therapie prächtig und er hat nur noch selten leichte Entzündungsschübe. (Quelle: privat)

Als Leo mit vier Monaten an Neurodermitis erkrankt, beginnt für die sechsköpfige Familie Reinstein die schwierigste Zeit in ihrem bisherigen Leben: Die Hautkrankheit lässt Leo immer trauriger und schwacher werden und belastet die gesamte Familie. Linderung findet der Junge nach einer schulmedizinischen Behandlung schließlich in einer Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin. Heute ist Leo drei Jahre alt und endlich ein rundum glückliches Kind.


"Bis zum vierten Monat war Leo ein ganz normales Baby", erinnert sich seine Mutter Tanja. Dann entdeckte sie an einem Bein eine trockene Stelle, etwa so groß wie eine Ein-Euro-Münze. Es kamen immer mehr trockene und rissige Stellen hinzu und Leo fing an, sich fürchterlich zu kratzen. Das war im Januar 2011. "Der Kinderarzt tippte gleich auf Neurodermitis. Da ich noch stillte, riet er mir, keinen Weizen sowie kein Milch- und Hühnereiweiß zu essen", erzählt Tanja. "Ich musste meine Ernährung total umstellen. Da fast überall Weizen drin ist, war das für mich erst mal sehr hart."

Zudem setzte die Familie aus einem kleinen Ort in Bayern auf eine homöopathische Behandlung, um ihrem Baby zu helfen. Die brachte jedoch keinen Erfolg. Leos Zustand wurde immer schlimmer: Seine Haut war am ganzen Körper trocken, rissig und blutig. "Leo litt furchtbar unter Juckreiz und Schmerzen. Nachts war es besonders schlimm. An Schlaf war kaum noch zu denken: Ich habe ihn stundenlang rumgetragen, kalte Waschlappen auf seine Haut gelegt, versucht ihn zu beruhigen. Oft haben wir nachts auf der Terrasse geschlafen, da es Leo draußen immer etwas besser ging."

Neurodermitis raubt Leo die Lebensfreude

Ab dem sechsten Lebensmonat veränderte sich Leos Wesen zunehmend durch die Krankheit. Tanja beschreibt ihren Sohn in dieser Zeit als sehr trauriges Kind, das sehr oft weinte und sich immer nur kratzen wollte. Gelacht habe er nicht mehr. Seine Mutter musste ihm zwei Socken über die Hände ziehen, damit er sich nicht blutig scheuerte. "Wenn ich nachts nicht auf ihn aufpasste, befreite sich Leo mit den Füßen aus dem Schlafanzug und kratzte sich mit den Zehen die Beine auf. Das Bett war dann voller Blut."

Auch an Leos drei Brüdern ging seine Neurodermitis nicht spurlos vorbei. Sie wurden ebenfalls immer trauriger und konnten mit ihrem kleinen Bruder nicht einmal spielen, denn die Neurodermitis hatte den Kleinen so geschwächt, dass er sich nicht einmal auf den Unterarmen abstützen konnte. "Er konnte nicht krabbeln. Sitzen ging nur mit Polstern, sonst wäre er umgekippt. In seinem Leid wollte Leo immer nur bei mir sein. Ich hatte ihn eigentlich 24 Stunden in der Trage am Körper oder auf dem Arm. Meine anderen Söhne und mein Mann Christian mussten sehr viel zurückstecken", sagt Tanja.

Erster Ausweg: Kortison und Antibiotika

Die Neurodermitis forderte einen weiteren Tribut: Leo nahm nicht ein Gramm zu, wuchs keinen einzigen Zentimeter. Als er elf Monate alt war, schickte der Kinderarzt die Familie in die Würzburger Uniklinik. Die Ärzte dort behandelten Leo mit Kortison und Antibiotika. "Nach zwei Wochen Aufenthalt sah Leo endlich wieder aus wie ein normales Kind. Für uns alle, aber vor allem für den Kleinen, war das eine wichtige Verschnaufpause. Doch wir wussten: Heilen kann das Kortison Leos Neurodermitis nicht, sondern nur die schrecklichen Symptome lindern. Und ständig Kortison auf seine Haut schmieren wollte ich auch nicht", sagt Tanja. Also suchte die Familie nach Alternativen.

Zweiter Weg: Traditionelle Chinesische Medizin

Im November 2011 wandte sich die Familie an den Mediziner Christian Schmincke, Chefarzt der Klinik am Steigerwald, die sich auf Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) spezialisiert hat. "In der chinesischen Medizin werden Körper und Seele ganzheitlich betrachtet“, erklärt Schmincke. "Nicht das betroffene Organ steht im Mittelpunkt der Krankheitsdiagnose, sondern wir versuchen zu ergründen, welche körperlichen und seelischen Prozesse zu einer Erkrankung führen. Ausführliche Gespräche mit der Mutter und spezielle TCM-Untersuchungen wie die Puls- und Zungendiagnose halfen, Leos krankhafte Prozesse zu erkennen."

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Zur Belohnung darf Leo auf den Radlader

Da sich Leo durch seinen Leidensweg zu einem sehr schüchternes Kind entwickelt hatte, waren Untersuchungen bei ihm kein leichtes Unterfangen. "Als Belohnung mussten wir ihm immer versprechen, dass er später mit Papa auf dem Radlader fahren darf", erzählen die Eltern. Nach der chinesischen Diagnostik verordnete der Schmincke Abkochungen aus chinesischen Kräutern, die alte Entzündungsprodukte aus dem Körper leiten sollten.

"Neurodermitis stellt aus chinesischer Sicht meist einen Entgiftungsversuch dar. Bei Entzündungen der Atmungsorgane, allergisch oder infektbedingt, die nicht mit ausreichend klassischen Krankheitszeichen wie vermehrter Schleimabsonderung einhergehen, fallen reichlich Entzündungsprodukte an, die in Blut und Lymphe übertreten. Im Entgiftungsversuch des Körpers werden sie aus dem Blut in die Haut transportiert. Dort sind jedoch die Ausscheidungsmöglichkeiten, im Gegensatz zu den Schleimhäuten, sehr beschränkt. Es kommt zu einem Stau von ausleitungspflichtigen Stoffen, der wiederum zur Hautentzündung führt. Die Absicht des Körpers, Gifte auszuscheiden, wird auch dadurch deutlich, dass der Juckreiz nachlässt, sobald durch Kratzen Blut und Lymphe ausgeschieden wurden“, erklärt der Chefarzt die Auffassungen der TCM.

Chinesische Kräuter statt Kortison gegen Neurodermitis

In der Klinik am Steigerwald bekam Leo mehrmals täglich für ihn individuell verordnete Kräuter-Arzneien: "Wir beobachten genau, wie der Körper des Patienten auf die Arzneien reagiert. Darauf aufbauend passen wir die Rezeptur während des Therapieverlaufes kontinuierlich an", erklärt Schmincke. Schon nach vier Wochen reagierte Leos Haut positiv auf die chinesische Medizin.

Leos Eltern konnten die Einreibungen mit Kortison langsam reduzieren, ohne dass er wieder weinte und sich blutig kratzte. "Heute kommen wir ganz ohne Kortison aus", freut sich Tanja.

Kinder reagieren gut auf Chinesische Medizin

"Der Organismus lernt in der Kindheit, mit krankmachenden Einflüssen umzugehen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder Infekte vollständig durchleben", führt Schmincke aus. "Häufig werden bereits in der frühen Kindheit die Weichen gestellt, die später zu schweren Krankheiten führen können."

So war es auch bei Leo. Sein Immunsystem arbeitete nicht richtig. Statt eine Erkältung zu produzieren, lenke der Körper seinen Entzündungsdruck um. "Die Nasenschleimhaut wurde sozusagen arbeitslos. Chinesische Arzneien helfen dann, die Schleimhäute wieder zu aktivieren." Oft bekommen die Kinder dann starke Erkältungen. Auch Leo, zum Schrecken seiner Mutter: "Ich dachte erst: Oh Gott, jetzt ist er noch kranker. Aber gleichzeitig besserte sich sein Schlaf sehr." Leos kleiner Körper suchte sich neue Wege für die Entgiftung: Die Nase, nicht mehr den falschen Weg über die Haut.

"Vor allem Kinder sprechen auf die chinesischen Arzneien gut an. Wenn Neurodermitis hingegen schon 20 Jahre mit Kortison oder Immunblockern behandelt wurde, ist das leider viel schwieriger", weiß der Schmincke.

Dank Frühförderung hat Leo alles aufgeholt

Parallel zur TCM-Behandlung bekam Leo Frühförderung. Ergotherapie und Krankengymnastik halfen ihm, innerhalb von drei Monaten seine durch die starke Neurodermitis verursachten Defizite aufzuholen. Mit 16 Monaten fing er an zu krabbeln, mit 18 Monaten lief er und mit 13 Monaten begann er mit den ersten Worten.

Heute, mit drei Jahren, ist er auf einem altersgerechten Entwicklungsstand - und ein Kind, das wieder viel lacht. Gelegentliche, kleine Neurodermitis-Schübe bekommt Leos Mutter nun selbst in den Griff: "Ich kann die Abkochungen jetzt daheim selbst nach den Rezepten der Klinik zubereiten."

Endlich hat Leo auch wieder Kraft, um mit seinen Brüdern zu spielen. Gemeinsam toben sie auf dem Spielplatz, erobern Rutschen und Klettergerüste. Fast so, als hätte es Neurodermitis im Leben von Familie Reinstein nie gegeben. Trotzdem sind weiterhin regelmäßige Kontrolluntersuchungen in der Klinik am Steigerwald nötig. "Inzwischen freut sich Leo fast auf die Zungendiagnose und streckt dem Arzt die Zunge geradezu entgegen. Denn danach darf er immer noch mit Papa auf dem Radlader fahren."

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