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Studie: Junge Menschen müssen stärker fürs Alter vorsorgen

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"Vorsorgeatlas Deutschland" enthüllt  

Studie: So steht es in Zukunft um Ihre Altersvorsorge

16.10.2017, 07:20 Uhr | ron, dpa-AFX, t-online.de

Studie: Junge Menschen müssen stärker fürs Alter vorsorgen. Wer heute Rente bezieht, muss sich keine Sorgen über die Höhe seiner Bezüge machen. (Quelle: dpa/Stephanie Pilick)

Wer heute Rente bezieht, muss sich keine Sorgen über die Höhe seiner Bezüge machen. (Quelle: Stephanie Pilick/dpa)

Die Rente ist sicher. Von wegen. Eine aktuelle Studie zur Altersvorsorge zeigt, wie viel Geld die gesetzliche Rente in Zukunft tatsächlich abwerfen wird. Ein Ergebnis: Die heute über 50-Jährigen müssen sich weniger Sorgen machen – im Gegensatz zu den Jungen, denen mehrere hundert Euro im Monat fehlen werden.

Wer heute jung ist, kann sich nicht nur auf die gesetzliche Rente im Alter verlassen. Während 50- bis 65-Jährige zumeist mit der gesetzlichen Rente ihren Lebensstandard halten können, sieht es bei den 20- bis 34-Jährigen düster aus: Ihnen, die besonders von den vergangenen Rentenreformen betroffen sind, fehlen demnach – nach heutiger Kaufkraft berechnet – etwa 800 Euro im Monat.

Das geht aus Zahlen des "Vorsorgeatlas Deutschland" hervor, die Forscher der Universität Freiburg im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment errechnet haben – die allerdings selbst Produkte zur Altersvorsorge anbietet. Die Studie schlüsselt den Zustand der Altersvorsorge für verschiedene Alters- und Einkommensklassen sowie nach Geschlecht auf. Erfasst sind insgesamt 47 Regionen in Deutschland.

Die Jüngeren werden das Nachsehen haben

Die gute Nachricht: Die gesetzliche Rente bleibt auch über das Jahr 2030 hinaus der Grundpfeiler der Altersvorsorge – dennoch werden die meisten Bundesbürger zusätzlich vorsorgen müssen. Der Grund: Die Forscher der Studie gehen davon aus, dass ein Rentner eine sogenannte Ersatzquote von 60 Prozent seines letzten Bruttoeinkommens als Arbeitnehmer braucht, um seinen Lebensstandard im Alter zu halten. Die Bundesregierung hält allerdings eine niedrigere Quote von rund 50 Prozent für ausreichend.

Junge Menschen kommen der Studienprognose zufolge im Ruhestand ohne Zusatzvorsorge im Schnitt auf 981 Euro und damit auf 38,6 Prozent. Die heute 35- bis 49-Jährigen könnten mit 1048 Euro monatlich rechnen (43,2 Prozent). Deutlich besser stehen Ältere mit 1184 Euro (64,1 Prozent) da.

Prognose: Wirtschaftlich starke Regionen haben es schwerer

Die folgende Grafik zeigt die regionalen Durchschnittswerte über alle Anspruchsberechtigten zwischen 20 und 65 Jahren, die als Rentenbezieher in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) erreicht werden. Ein Ergebnis der Studie: In den östlichen Bundesländern beträgt die Ersatzquote durchschnittlich über 50 Prozent – also näher an den prognostizierten 60 Prozent, um seinen Lebensstandard im Alter zu halten, als die Ersatzquoten in wirtschaftlich starken Regionen Bayerns oder Baden-Württembergs mit deutlich unter 50 Prozent. Wie kann das sein?

Durchschnittliche Ersatzquote aus der gesetzlichen Rentenversicherung – regionaler Durchschnitt. (Quelle: Union Investment)Durchschnittliche Ersatzquote aus der gesetzlichen Rentenversicherung – regionaler Durchschnitt. (Quelle: Union Investment)

Der Grund: Zwar verdienen Arbeitnehmer in wirtschaftlich starken Regionen heute durchschnittlich mehr, dennoch wird es schwieriger diesen hohen Lebensstandard im Alter zu halten. Deshalb ist die Ersatzquote in diesen Regionen überraschend niedriger.

Experte: "Rente ist besser als ihr Ruf"

Einschließlich zusätzlicher Vorsorge wie die staatlich geförderte Riester-Rente oder die betriebliche Altersversorgung sowie privater Ersparnisse, Immobilien und Wertpapiere funktioniert das System aus Sicht der Studienautoren jedoch. "Unsere Rente ist viel besser als ihr Ruf. Sie ist leistungsgerecht und nachhaltig", sagte Bernd Raffelhüschen, Leiter des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg, das die Studie seit 2009 regelmäßig erstellt.

Für rund 34 Millionen Menschen werde sie auch in den nächsten Jahrzehnten ein stabiler Grundpfeiler der Altersvorsorge bleiben. Allerdings müsse man zusätzlich vorsorgen – staatlich gefördert und privat.

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