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Grillen auf dem Balkon: Was wirklich erlaubt ist

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Grillen  

Welche Vorschriften gibt es zum Grillen auf dem Balkon?

06.09.2017, 18:01 Uhr | bf (CF)/ses

Grillen auf dem Balkon: Was wirklich erlaubt ist. Beim Grillen auf dem Balkon gilt es gewisse Vorschriften zu beachten. (Quelle: imago/Revierfoto)

Beim Grillen auf dem Balkon gilt es gewisse Vorschriften zu beachten. (Quelle: Revierfoto/imago)

Die Grillsaison läuft und jeder freut sich auf das leckere Steak zum Feierabend. Doch wenn die gesamte Nachbarschaft gleichzeitig grillt, ist Ärger oft vorprogrammiert. Viele wissen aber auch gar nicht, dass es grundlegende Richtlinien für das Grillen auf dem Balkon und im heimischen Garten gibt. Wir erklären, welche das sind.

Ist Grillen auf dem Balkon erlaubt?

Grundsätzlich gilt: Grillen auf dem Balkon ist erlaubt, aber nur, solange sich die Nachbarn nicht beeinträchtigt fühlen. Eine hohe Rauchentwicklung ist deshalb verboten. Beachtet man dies nicht, kann sogar eine Geldbuße fällig werden. Gestritten wird in diesem Zusammenhang häufig in den Bereichen Recht zur freien Entfaltung, im Persönlichkeits- und Eigentumsschutz, Mietrecht, Nachbarrecht oder Immissionsschutzrecht.

Grillen auf dem Balkon: Gibt es genaue Vorschriften?

Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Vorschriften, wie oft man seinen Grill anwerfen darf. So halten zum Beispiel folgende Gerichte das Grillen auf dem Balkon für angemessen:

  • Das Bayerische Oberlandesgericht fünfmal im Jahr
  • Das Landgericht Stuttgart dreimal im Jahr
  • Das Landgericht Bonn einmal im Monat im Zeitraum von April bis September (wenn die Nachbarn zwei Tage im Voraus darüber in Kenntnis gesetzt werden)

Allgemein gilt - es muss immer so gegrillt werden, dass niemand beeinträchtigt wird. 

Grillverbot in Mietverträgen: Was ist im Mietrecht erlaubt?

Das Landgericht Essen (AZ: 10 S 438/01) hat in diesem Zusammenhang wiederum ein Urteil gesprochen, wonach es Vermietern erlaubt ist, per Mietvertrag ein Grillverbot auf Balkonen zu verhängen. Dieses Verbot gilt sowohl für einen Holzkohle- als auch für einen Elektrogrill. Bei Nichtbeachtung dieses Verbots kann der Vermieter eine Abmahnung erteilen und im schlimmsten Fall die fristlose Kündigung aussprechen.

Wie der Mieterverein zu Hamburg erklärt, ist eine Verbotsklausel gegen das Grillen auf dem Balkon in den meisten Hamburger Mietverträgen sogar üblich, die etwa lautet: "Das Grillen ist im Interesse der Mitbewohner auf Balkonen, Loggien oder unmittelbar an das Gebäude angrenzenden Flächen nicht gestattet.".

Allerdings darf ein Grill-Verbot nicht nachträglich in einen bestehenden Mietvertrag aufgenommen werden. Um Ärger mit dem Vermieter und Mitbewohnern zu vermeiden, ist es daher unabdinglich, vor dem Angrillen einen Blick in den bestehenden Mietvertrag und die geltende Hausordnung zu werfen.

Ausnahme: Grillen im Mietergarten

Auch wenn die Hausordnung das Grillen auf dem Balkon oder der Terrasse untersagen sollte, gibt es für Mieter dennoch eine Möglichkeit, den Grill gelegentlich anzuwerfen: Nämlich im Mietergarten, falls einer existiert, denn dieser ist nicht mit dem Balkon oder der Terrasse gleichzusetzen.

Holzkohle-, Elektro- oder Gasgrill für den Balkon?

Ein Holzkohlegrill ist zwar nach wie vor das beliebteste Grillgerät der Deutschen, aber um Nachbarschafts-Streit zu vermeiden, sollte man zu anderen Alternativen greifen. Vor allem Gasgrills eignen sich hervorragend für den Balkon durch ihre minimale Rauchentwicklung. Zwar kommen sie geschmacklich sowie preislich nicht an Holzkohlegrills heran – doch für den Nachbarschaftsfrieden sind sie wohl die bessere Alternative.

Eine weitere gute und vor allem günstige Alternative sind Elektrogrills. Auch sie produzieren wenig Rauch und können sogar in der Wohnung aufgestellt werden, falls der Mietvertrag das Grillen auf dem Balkon nicht gestattet. 

Generell kann Qualmentwicklung durch die Verwendung von Alufolie oder Grillschalen reduziert werden.

Tipp: Bei großen Feiern können Sie auch einfach Ihre Nachbarn mit einladen. Oft lässt sich so eine Einigung finden, um die Gemüter zu besänftigen.

Lärm in Grenzen halten – Zeiten beachten

Ist eine Grillfeier erst einmal in vollem Gange, vergisst man oft die Zeit und die eigene Umgebung. Trotzdem gilt es auch da ein paar Regeln zu beachten: Im Rahmen der örtlichen Lärmschutzverordnungen darf ein Mieter tagsüber auf seinem Balkon essen und trinken und sich in angemessener Lautstärke unterhalten. Partys dürfen auch gefeiert werden, solange dies nicht zur Regel wird und die Nachbarn sich nicht gestört fühlen.

Ab 22.00 Uhr gilt die Nachtruhe, die besagt, dass nach dieser Zeit auf dem Balkon nicht weitergefeiert werden darf - auch nicht in normaler Gesprächslautstärke. Entweder sollten die Feiernden ganz gedämpft reden oder sich nach Innen begeben. Bis 22 Uhr darf sich allerdings niemand über lebhafte Gespräche oder Gläserklirren beschweren.

Und was tun, wenn Sie sich selbst von dauerhaft grillenden Nachbarn belästigt fühlen? Hält sich der Nachbar nicht an die Vorschriften, können Sie rechtlich dagegen vorgehen. Um einen langjährigen Nachbarschaftsstreit zu vermeiden, sollte Sie aber in jedem Fall zunächst lieber mit einem persönlichen Gespräch versuchen. Oft lenkt der Nachbar ein und reduziert das Grillen von sich aus.

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