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Wie Sie eine Überweisung zurückholen können

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So können Sie eine Überweisung zurückholen

20.04.2017, 19:41 Uhr | tm (CF)/mmg

Wie Sie eine Überweisung zurückholen können. Überweisung: Verbraucher sollten vorsichtiger sein (Quelle: Archiv)

Überweisung: Verbraucher sollten vorsichtiger sein (Quelle: Archiv)

Einmal nicht aufgepasst, einen Zahlendreher eingebaut – und Ihr Geld landet auf einem falschen Konto? Unterläuft Ihnen beim Ausfüllen des Überweisungsformulars ein Fehler, müssen Sie dafür haften. Dies bringt eine EU-Richtlinie zum Zahlungsverkehr mit sich. Ein Rückruf-Service wird von vielen Banken für solche Fehl-Überweisungen angeboten – allerdings meist kostenpflichtig und unter Vorbehalt. Wir sagen Ihnen, wie Sie bei einer Fehlbuchung am besten vorgehen.

Die EU-Richtlinie, die bereits seit dem 31. Oktober 2009 in Kraft ist, sollte die Bankgeschäfte in allen EU-Mitgliedsstaaten vereinfachen und einheitlicher gestalten. Leider stieg dabei auch das Risiko auf Seiten der Verbraucher: Diese müssen jetzt bei Geldüberweisungen noch vorsichtiger sein und ihre Kontoführung im Blick haben. Am häufigsten unterlaufen Bankkunden Flüchtigkeitsfehler: falsche IBAN, falsche Adressaten oder ein fehlender Verwendungszweck. Wenn der falsche Adressat Ihr Geld umgehend ausgibt und zum Beispiel damit einen Spontanurlaub bucht, haben Sie rechtlich gesehen keinen Anspruch mehr darauf!

Seit dieser Regelung müssen sich Banken nur noch an der sogenannten Kundenkennung orientieren. Die Banken sind nicht mehr dazu verpflichtet, den Namen des Empfängers mit der Kontonummer auf dem Überweisungsformular abzugleichen, berichtet das "Manager Magazin" online. Sobald die von Ihnen eingegebene IBAN also existiert, wird das Geld übermittelt – egal an welchen Empfänger.

Falsche IBAN angegeben – was passiert?

Gerade beim Online-Banking hat man sich bei der Eingabe der Kontodaten schnell mal vertippt – und auch, wenn der Empfänger namentlich richtig benannt ist, kann es so zu einer Fehlüberweisung kommen. Als Kunde einer Bank sind Sie in einem solchen Fall allerdings nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der deutschen Kreditinstitute weitgehend entrechtet, warnt Professor Georg Bitter, Experte für Bankrecht, von der Universität Mannheim.

So können Sie eine falsche Überweisung stoppen

Schnelligkeit ist gefragt: Sobald Sie bemerkt haben, dass Ihre Überweisung an ein falsches Konto gegangen sein könnte, sollten Sie umgehend Ihre Bank kontaktieren und mitteilen, dass Sie eine Überweisung zurückbuchen möchten. Wenn das Geld noch nicht von Ihrem Konto abgebucht wurde – und auch noch nicht auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben ist – können sie die Überweisung stoppen.

Einmal weg – immer weg?

Schwieriger wird es, wenn der Betrag bereits die Bank verlassen hat. Sobald das Geld auf dem Konto der Empfängerbank liegt, kann Ihre Bank nicht mehr eingreifen, erklärt Volker Knauer vom Bundesverband deutscher Banken im Interview mit der Stiftung Warentest auf www.test.de.

In der Regel dauert eine Überweisung zu einer anderen Bank zwischen drei und 24 Stunden, da das Geld erst auf ein Sammelkonto fließt, bevor es an das Konto des Empfängers übergeben wird. Bei Überweisungen innerhalb des eigenen Bankinstituts erfolgt die Transaktion jedoch häufig direkt.

Die Annahmefristen für Onlinebanking

Da ein paar Minuten den Unterschied ausmachen können: Achten Sie auf die Stichzeiten für nationale Onlineüberweisungen Ihrer Bank. Die Seite ueberweisung.com listet folgende Fristen:

Deutsche Bank: 15.59 Uhr
Commerzbank: 17 Uhr
Hypovereinsbank: 17 Uhr
Postbank: 14 Uhr
Berliner Sparkasse: 14 Uhr
ING-DiBa: 14 Uhr
DKB: 14.30 Uhr
Comdirect: 18 Uhr
Sparda Bank: 12 Uhr
Norisbank: 15.59 Uhr
DAB-Bank: 16 Uhr
Targo Bank: 20.15 Uhr

Kann der Kunde von seiner Bank eine Rückerstattung fordern?

Sie können als Bankkunde leider keine Rückerstattung fordern. Trotzdem helfen viele Banken bei der Vermittlung weiter und wenden sich an die Empfängerbank, damit diese ihren Kunden zur Rückgabe auffordert. Aufgrund des Datenschutzes darf die Bank die Kundendaten nicht herausgeben, in der Regel leitet sie aber Ihre Rückforderung an den Empfänger des Geldes weiter.

Ungerechtfertigte Bereicherung: Wann sollte man zum Anwalt?

Da der "falsche Empfänger" ungerechtfertigt bereichert wurde, muss er den Betrag juristisch gesehen zurückgeben, so Volker Knauer. Allerdings sollten Sie sich vorab erkundigen, welche Kosten bei einem Rückholungsauftrag von Ihrer Bank auf Sie zukommen. Weigert sich der falsche Empfänger, das Geld zurück zu überweisen, können Sie rechtliche Schritte einleiten.

So schnell wie möglich Herausgabeanspruch geltend machen

Andreas Kunze, Finanzexperte aus Düsseldorf, schreibt dazu auf finblog.de: Wenn jemand Geld erhalten hat, der keinen oder in dieser Höhe keinen Anspruch darauf hat, ist er "ungerechtfertigt bereichert" – der andere Bankkunde hat nun einen Herausgabeanspruch (Paragraph 812 BGB).

Urlaub schützt vor Rückgabe

Dieser Anspruch sollte möglichst schnell geltend gemacht werden. Der Grund: Der Empfänger muss das Geld nur so lange herausgeben, wie er "bereichert" ist (Paragraph 818, Absatz 3 BGB). Wenn der Überweisungsempfänger das Geld verprasst hat, etwa bei einer kurzfristig gebuchten Urlaubsreise, ist er nicht mehr bereichert – und muss nichts mehr rausrücken.

Rückholkosten: Oft lohnt sich der Aufwand nicht

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat festgestellt, dass sich ein solcher Auftrag bei ein- oder zweistelligen Beträgen nicht lohnt. Rückholkosten liegen demnach zwischen zehn und 15 Euro, in manchen Fällen werden sogar bis zu 45 Euro in Rechnung gestellt.

Auch, wenn man bei den vielen Zahlen leicht den Überblick verlieren kann: Kontrollieren Sie bei jeder Überweisung lieber zweimal, ob alle Angaben tatsächlich hundertprozentig richtig ausgefüllt sind.

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