Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesund leben >

Hepatitis E: Krankheitserreger können in Schweinemett lauern

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Immer mehr Menschen infizieren sich  

Hepatitis-E-Viren im Schweinemett

29.06.2016, 10:28 Uhr | cme

Hepatitis E: Krankheitserreger können in Schweinemett lauern. Schweinemett kann gefährliche Krankheitserreger enthalten, unter anderem Hepatitis-E-Viren.  (Quelle: dpa/Andrea Warnecke)

Schweinemett kann gefährliche Krankheitserreger enthalten, unter anderem Hepatitis-E-Viren. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa)

Hepatitis E ist eigentlich eine in Deutschland seltene Tropenkrankheit. Doch laut Robert-Koch-Institut infizieren sich immer mehr Menschen mit dem Erreger, obwohl sie nicht verreist sind. Die Krankheit verläuft dabei oft chronisch. Als Ursache vermuten die Experten infiziertes Schweinefleisch.

Für die Sendung "odysso - Wissen im SWR" hat die Redaktion Experten zu dem Thema befragt. Bis zum Jahr 2009 zählten RKI und Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konstant niedrige Infektionszahlen zwischen 40 und 130 Fällen pro Jahr. Seitdem ist die Zahl der mit Hepatitis E Infizierten rasant angestiegen, auf 670 im Jahr 2014 und 1246 im Jahr 2015.

Schweinefleisch, Leber und Mett als Infektionsquelle

Während sich Betroffene in der Vergangenheit meist auf Reisen angesteckt haben, gehen Experten des BfR inzwischen davon aus, dass sich die meisten Hepatitis-E-Patienten innerhalb Deutschlands infizieren. Als mögliche Ursachen nennen die Fachleute den direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder den Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Tiere, meist Schweinen, gewonnen wurden. Daneben kämen Bluttransfusionen und direkte Virusübertragungen durch Erkrankte als Infektionsquelle in Betracht.

"Wir gehen davon aus, dass ein Risiko der Virusübertragung besteht, wenn Schweinefleisch, Innereien und vor allem Leber roh verzehrt wird", sagte Professor Reimar Johne vom BfR gegenüber dem SWR. "Und auch für Mett und kurz gereifte Rohwurst besteht ein Risiko", so der Experte.

Jeder Sechste infiziert sich irgendwann mit Hepatitis E

Für Gesunde ist Hepatitis E in der Regel kein Problem, oft verläuft die Krankheit ohne Symptome. Laut BfR infiziert sich sogar jeder Sechste im Laufe seines Lebens mit Hepatitis E. Bei Schwangeren und Menschen mit Vorschädigungen der Leber kann es allerdings zu schweren Verläufen mit Gelenk- und Muskelschmerzen sowie der typischen Gelbfärbung der Haut kommen. Bei immungeschwächten Patienten kommen auch chronische Infektionen vor, die zu einer Leberzirrhose führen können. Vereinzelt gab es auch Todesfälle.

Drei Prozent der Schweine sind zum Schlachtzeitpunkt akut infiziert

Auch Verbraucherschützer von "foodwatch" sind inzwischen alarmiert. Rund drei von hundert Schweinen seien zum Schlachtzeitpunkt akut mit Hepatitis E infiziert und kämen unbemerkt in den Handel. "Der Kontakt mit diesen Schweinen, aber auch der Verzehr von daraus erzeugten Mett- und Rohwürsten stellt daher ein ernstes Infektionsrisiko dar", so die Verbraucherschutzorganisation. 

Foodwatch fordert daher von der Bundesregierung, Forschungsprojekte zu initiieren, um Hepatitis E flächendeckend in deutschen Ställen nachweisen und bekämpfen zu können.

Die Sendung "odysso - Wissen im SWR" läuft am 12.05. um 22 Uhr im Südwestdeutschen Rundfunk.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
Shopping
congstar „Allnet Flat“ mit bis zu 2 GB Daten
zu congstar.de

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Meistgesuchte Themen A bis Z
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesund leben

Anzeige
shopping-portal
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017