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Adipositas oder Magersucht: Wie viel Körperfett gesund ist

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Zu wenige Kilos auch nicht gut  

Wie viel Körperfett noch gesund ist

14.05.2016, 10:41 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Adipositas oder Magersucht: Wie viel Körperfett gesund ist. Zu viel Fett auf den Hüften ist schlecht - zu wenig aber auch. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zu viel Fett auf den Hüften ist schlecht - zu wenig aber auch. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Körperfett ist böse. So zumindest denken viele und sehen vor ihrem inneren Auge prall gefüllte Fettzellen, die der Gesundheit schaden. Doch der Körper braucht Fett. Wie viel gesund ist und wann man abnehmen sollte.

Das Körperfett erfüllt wichtige Aufgaben. Es nur zu verteufeln wäre falsch. So ist Fett nicht nur ein wertvoller Energielieferant, sondern polstert auch vor mechanischer Beanspruchung an den Füßen oder am Gesäß. Zudem sorgt es dafür, dass der Körper nicht auskühlt und ist als Stoffwechselorgan für die Bildung von Hormonen zuständig.

Fett hält die Organe in Position

Und noch eine Aufgabe hat das Fett: Es hält die Organe in der richtigen Position. "Die Nieren beispielsweise hängen an sogenannten Fettbändern. Auch der Darm wird durch Bänder in Form gehalten", erklärt Lars Selig, Leiter des Ernährungsteams am Universitätsklinikum Leipzig und staatlich anerkannter Diätassistent. "Egal ob wir liegen, springen oder sitzen – es bleibt alles da, wo es hingehört. Die Fettbänder übernehmen einen wichtigen Teil bei dieser Aufgabe. Außerdem schützt das Fett die Organe, etwa vor Erschütterungen."

Zu wenig Fett im Körper schadet der Gesundheit

Haben wir zu wenig Fett in unserem Körper, hat das Folgen. Am deutlichsten wird das bei Magersucht-Patienten. Sie haben keine Energie mehr, frieren schnell und können nicht mehr lange auf harten Stühlen sitzen. "Hinzu kommt, dass sich beispielsweise eine Wanderniere bilden kann. Und auch der Darm kann sich verschlingen. In Folge kann es zu Krämpfen, Blähungen und anderen Verdauungsproblemen kommen", erklärt Selig.

So viel Fett braucht der Körper

Männer sollten nicht unter einen Körperfettwert von fünf Prozent kommen, Frauen nicht unter 15 Prozent. Bei älteren Menschen liegt das Minimum etwas höher. Doch so ungesund zu wenig Fett ist, so kritisch kann auch zu viel sein. Dann nämlich steigt vor allem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

"Männer sollten daher einen Körperfettanteil von 25 Prozent nicht übersteigen und Frauen nicht mehr als 30 Prozent Fett mit sich herumtragen", sagt der Experte. Alles was dazwischen liegt, gilt als normal. Das heißt auch: Ein normalgewichtiger Mann trägt bis zu 15 Kilogramm Fett in seinem Körper, eine normalgewichtige Frau bis zu 20 Kilogramm.

Birnentyp ist besser dran

Allerdings kommt es auch darauf an, wo das Fett sitzt. Der Birnentyp, der das Fett hauptsächlich an Po und Beinen einlagert, braucht sich keine Sorgen zu machen. Kritischer wird es bei dem Apfeltyp, der seine Fettdepots vorrangig im Bauch sammelt. "Besonders das innere Bauchfett, das sogenannte viszerale Bauchfett ist riskant", weiß Selig.

Bauchfett umschließt nicht nur Organe wie Leber und Darm. Es ist sehr stoffwechselaktiv. Es setzt Fettsäuren frei und bildet entzündungsfördernde Botenstoffe. Je mehr von diesem aktiven Gewebe vorhanden ist, desto größer ist das Risiko, dass die Blutfettwerte negativ beeinflusst werden, der Blutdruck steigt und der Blutzuckerspiegel aus dem Takt gerät. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus steigt.

Ein paar Pfunde zu viel sind ungefährlich

Je übergewichtiger ein Mensch ist, desto riskanter ist das für seine Gesundheit. Ein paar wenige Pfunde zu viel schaden dem Körper allerdings nicht. "Bei einem Body-Mass-Index, kurz BMI, von 25 bis 30 spricht man von Übergewicht. Aber diese Werte sind in der Regel nicht als kritisch einzustufen. Ab einem BMI von 30 spricht man von Fettsucht, also Adipositas. Dann sollte der Betroffene abnehmen", rät der Diätassistent. Der BMI berechnet sich wie folgt: Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch die Körpergröße im Quadrat.

Eine weitere Orientierung bietet der Taillenumfang. Ein Wert ab 88 Zentimetern bei Frauen beziehungsweise 102 Zentimetern bei Männern weist auf ein deutlich erhöhtes Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin. Gemessen wird vor dem Essen: Im Stehen und mit freiem Oberkörper wird das Maßband genau in die Mitte zwischen Beckenkamm und dem unteren Rand des Rippenbogens gelegt. "Der BMI und der Taillenumfang geben eine gute Orientierung, wie es um das eigene Gewicht bestellt ist", sagt Selig.

Fettzellen wachsen bis auf das 200fache an

Wer abnehmen möchte, braucht Geduld. Denn ganz so leicht geben die Fettzellen ihre Depots nicht auf. Sie sind darauf spezialisiert zu bunkern. "Eine Fettzelle kann bis auf das 200fache ihrer normalen Größe anwachsen und gibt nur ungern her, was sie angesammelt hat", erklärt der Experte.

Wer es geschafft hat, seine überflüssigen Pfunde zu verlieren, muss auf der Hut sein. Denn die leeren Fettzellen lauern auf neue Nahrung. "Die persönliche Anzahl der Fettzellen im Körper bleibt auch nach einer Ernährungsumstellung gleich. Die Zellen, die man angesammelt hat, behält man sein Leben lang. Das Einzige, was man steuern kann, ist die Füllmenge", sagt Selig. Das funktioniert am besten, wenn die Kalorienaufnahme und der Kalorienverbrauch im Gleichgewicht sind.

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