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Sodbrennen: Ursachen, Symptome und Hausmittel als Hilfe

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Säure-Attacke aus dem Magen  

Was ist eigentlich Sodbrennen?

26.11.2015, 19:35 Uhr | mou / cme

Sodbrennen: Ursachen, Symptome und Hausmittel als Hilfe. Sodbrennen plagt fast jeden zweiten Deutschen gelegentlich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sodbrennen plagt fast jeden zweiten Deutschen gelegentlich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Man stößt unangenehm sauer auf, die Speiseröhre schmerzt und es brennt im Hals: Fast jeder zweite Deutsche ist gelegentlich von Sodbrennen geplagt, denn Sodbrennen zählt zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden in der Bundesrepublik. Wer allerdings wöchentlich und vor allem nachts darunter leidet, sollte sich an einen Arzt wenden.

Was ist eigentlich Sodbrennen? Mageninhalt fließt nach oben

Sodbrennen ist streng genommen keine Krankheit, sondern ein Symptom. Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure oder saurer Magenbrei zurück in die Speiseröhre steigt. Der sogenannte Reflux greift dort die empfindliche Schleimhaut an und verursacht Schmerzen. 

Ursachen
 Wie kommt es zum schmerzhaften Rückfluss in die Speiseröhre?

Zwischen Speiseröhre und Magen sorgt ein Schließmuskel dafür, dass das Essen zwar von oben nach unten durchrutscht, aber nicht wieder zurückfließen kann. Wenn dieses Ventil nicht richtig schließt, kann der saure Mageninhalt in die empfindliche Speiseröhre gelangen und die schmerzhaften Symptome verursachen. Dieser Schließmuskel kann zum Beispiel im Laufe des Lebens verschleißen. Aber nicht nur der altersbedingter Verschleiß kann Ursache von Sodbrennen sein – auch Übergewicht und Schwangerschaft sind begünstigen den schmerzhaften Rückfluss. Ebenso spielt die Ernährung eine große Rolle. Der übermäßige Konsum von sogenannten „Säure-Lockern" kann ebenfalls Ursache für das undichte „Ventil" sein.

Symptome auf einen Blick: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten

  • Saures Aufstoßen
  • Brennende Schmerzen hinterm Brustbein
  • Schmerzen im mittleren Oberbauch nach dem Essen
  • Beschwerden verschlechtern sich durch Bücken und Liegen
  • Schmerzen und Brennen beim Schlucken
  • Kloßgefühl im Hals
  • Hals und Stimme werden heißer
  • Husten
  • Übelkeit

Ausführlich: Diese Symptome sollten Sie kennen

Die Grafik zeigt, wie Sodbrennen entsteht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)Die Grafik zeigt, wie Sodbrennen entsteht.

Ernährung: Essgewohnheiten sind oft der Auslöser der Beschwerden

Eilige Mahlzeiten zwischen Tür und Angel zu viel Kaffee und Nikotin sind typische Auslöser für Sodbrennen. Aber auch fette, stark gewürzte oder gebratene Speisen fördern den Rückfluss von Speisebrei. Zu viel Süßes aber auch Saures kurbelt die Produktion der Magensäure ebenso an und ist deshalb für empfindliche Menschen nicht ratsam.

Gelegentliches Sodbrennen ist in der Regel harmlos. Treten die Beschwerden jedoch mehrmals pro Woche auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Da sonst die zurückfließende Magensäure die Speiseröhre dauerhaft schädigen kann.

Ausführlich: Richtige Ernährung bei Sodbrennen

Schwangerschaft: Schwangere sind doppelt belastet

Das Hormon Progesteron, das in der Schwangerschaft vermehrt produziert wird, sorgt für muskuläre Entspannung im Unterbauch der Frau. Leider ist davon häufig auch der Schließmuskel zwischen der Speiseröhre und dem Magen betroffen und es kommt verstärkt zum säuerlichen Rückfluss – auch  Reflux genannt. Neben der hormonellen Belastung drückt zudem häufig auch das Baby im Mutterleib auf den Magen und die Verdauungsorgane. Auch das fördert Sodbrennen.

Ausführlich: Sodbrennen in der Schwangerschaft ist weit verbreitet

Refluxösophagitis: Die Reizung kann zu Entzündungen führen

Ständiges Sodbrennen über einen längeren Zeitraum sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Durch die ständige Reizung des empfindlichen Gewebes im Bereich der Stimmbänder und des Kehlkopfes kann ein Kloßgefühl entstehen. Auch eine durch den aggressiven Magensaft hervorgerufene Entzündung der Speiseröhre ist häufig. Mediziner sprechen von der Refluxösophagitis. Eine dauerhafte Refluxkrankheit kann ernsthafte Schädigungen der Speiseröhre nach sich ziehen - bis hin zu einer Krebserkrankung.

Hausmittel gegen Sodbrennen: Effektive Tipps zum Vorbeugen und lindern der Beschwerden

Ausführlich: Ursachen und Symptome der Refluxkrankheit

  • Kaugummi kauen nach dem Essen
  • Ein Glas warmes Wasser oder Kräutertee nach dem Essen spült die Magensäure herunter
  • Heilerde bindet die Magensäure
  • Kartoffelsaft und Sauerkraut schützen den Magen
  • Quark und Haferflocken binden die Säure
  • Rollkuren schützen die Magenschleimhaut
  • Konsum von Alkohol und Nikotin vermeiden
  • Stress reduzieren
  • Auf fettiges Essen verzichten
  • Konsum von Süßigkeiten einschränken
  • Nach dem Essen nicht hinlegen bzw. nicht zu spät am Abend essen
  • Bei nächtlichen Beschwerden den Oberkörper höher lagern
  • Kein Sport direkt nach den Mahlzeiten
  • Etwas Magerquark, ein Glas Milch oder zwei Esslöffel Haferflocken

Ausführlich: Hausmittel gegen Sodbrennen detailliert beschrieben

Spaziergang statt Mittagsschlaf und ein zusätzliches Kopfkissen

Abnehmen und Sport beziehungsweise regelmäßige Bewegung sind wichtige Beiträge, um die Beschwerden durch Sodbrennen zu verringern. Bequeme Kleidung reduziert den Druck auf den Bauchraum ebenfalls. Statt eines Verdauungsschlafs nach dem Mittagessen sollten Betroffene die Verdauung lieber mit einem Spaziergang anregen. Auf Sport direkt nach den Mahlzeiten sollte jedoch verzichtet werden, da der Magen auf die Anstrengung oft erst recht mit Sodbrennen reagiert. Wer vor allem nachts in der Horizontalen unter Sodbrennen und Schmerzen in der Speiseröhre leidet, kann sich ganz einfach mit einem zusätzlichen Kopfkissen behelfen. Dadurch wird der Oberkörper höher gelagert und der Rückfluss aus dem Magen verhindert. Mag man keine Kissenberge im Rücken, so erzielt man mit Holzkeilen unter Bettrahmen oder einem hochklappbaren Lattenrost den gleichen Effekt.

Medikamente: Vorsicht mit Säureblockern

Beschwerden durch Sodbrennen und Reizungen der empfindlichen Speiseröhre können kurzfristig durch säurebindende Arzneien behoben werden. Diese neutralisieren oder hemmen die überschüssige Säurebildung im Magen. Viele der Mittel, die bei Sodbrennen verordnet werden, sind auch rezeptfrei erhältlich. Daher neigen Menschen mit Beschwerden oft dazu, diese auch über längere Zeiträume und in unkontrollierten Mengen einzunehmen. Dr. Martin Adler, Facharzt für Allgemeinmedizin und Pflanzenheilkunde aus Siegen, rät hier zu Vorsicht. Säureblocker sollte man generell nicht dauerhaft einnehmen, warnt Adler. Häufig würden sie sogar das Gegenteil bewirken und es komme zu einer verstärkten Säureproduktion im Magen. Eine längerfristige Einnahme kann besonders bei älteren Menschen zu einer Zunahme an Knochenbrüchen führen und im Magen-Darm-Trakt schwere Durchfälle auslösen.


Sodbrennen bei Kindern: Oft ist falsche Ernährung der Auslöser

Etwa zwei bis zehn Prozent der Kinder in Deutschland sind regelmäßig von Sodbrennen betroffen. Meist sind die Gründe dafür schnell gefunden: Zu viel Fast Food, Limonaden und Süßigkeiten und diese auch noch zu schnell gegessen. Klagt Ihr Kind häufiger über Schmerzen hinterm Brustbein, Heiserkeit und womöglich Schluckbeschwerden, sollten Sie unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen. In dem meisten Fällen hilft es, wenn Sie darauf achten, dass die Kinder langsam essen und gut kauen. Im besten Falle streichen Sie ungünstige Essensgewohnheiten vom Speiseplan der Kleinen. Ein Glas lauwarmes Wasser oder Kräutertee nach den Mahlzeiten hilft, die Magensäure herunterzuspülen.

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