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Pilzerkrankungen: Wann ist Darmpilz gefährlich?

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Pilzerkrankungen  

Wann ist Darmpilz gefährlich?

15.05.2013, 12:01 Uhr | tz/ag

Pilzerkrankungen: Wann ist Darmpilz gefährlich?. Wenn sich Darmpilze unkontrolliert vermehren, werden sie zur Gefahr für den Körper. (Foto: Archiv)

Wenn sich Darmpilze unkontrolliert vermehren, werden sie zur Gefahr für den Körper. (Foto: Archiv)

Vier von fünf Menschen tragen Pilze, meist Candida albicans, in ihrem Darm – sogar Kinder und Säuglinge. In der Regel verursachen sie keine Beschwerden. Wenn jedoch das Immunsystem geschwächt ist, können sich die Mikroorganismen ungehindert vermehren und riskante Entzündungen im Körper verursachen. Aber auch falsche Ernährung und bestimmte Medikamente lassen Pilze im Verdauungstrakt sprießen.

Hier fühlen sich Pilze besonders wohl

"Der Pilz ist ein Opportunist," sagt Dr. Thomas Weiss aus Mannheim. Er breitet sich aus, wo er gute Chancen findet, also wo es warm, feucht und nährstoffreich ist. Vor allem der Magen-Darm-Trakt ist ein idealer Siedlungsraum für Pilze. Sehr häufig kommt dort der Hefepilz Candida Albicans vor. "Doch der Pilz trifft dort auf große Konkurrenz, denn jeder Quadratmillimeter unseres Körpers ist mit nützlichen Bakterien besiedelt.

Wer besonders gefährdet ist

Erst wenn das Gleichgewicht gestört ist, beispielsweise durch ein Übermaß an süßer Nahrung oder nach einer Antibiotika- oder Kortison-Therapie, findet der Pilz eine große Angriffsfläche," erklärt der Experte. Aber auch Menschen, deren Abwehr aufgrund chronischer Krankheiten wie Diabetes geschwächt sind, sowie ältere Menschen und kleine Kinder sind anfällig. Selbst ganz gewöhnliche hormonelle Umstellungen - etwa während der Schwangerschaft oder den Wechseljahren - begünstigen den Pilzbefall.

Schmerzhafte Entzündungen am Körper

Candida Albicans kann die Mundwinkel besiedeln, was in Form von "Faulecken" sichtbar wird. Im Mund zeigt er sich als schmerzhafter oder juckender weißer Belag. Wenn er sich in der Speiseröhre einnistet, kann er sich durch Sodbrennen und häufiges Aufstoßen bemerkbar machen, im Darm wiederum durch Blähungen. Wenn eine Pilzinfektion, genannt Soor, die Haut befällt, kann das dazu führen, dass sich vor allem Hautfalten beispielsweise unter den Achseln oder in den Kniekehlen schmerzhaft entzünden. Wandert der Pilz bis zum After, plagt er den Menschen mit Juckreiz. Bei Frauen ist er als Vaginalpilz besonders gefürchtet - vom After gelangen Pilze leicht zur Scheide. Betroffene müssen jedoch nicht befürchten, dass sich der Pilz im ganzen Körper ausbreitet. Oft bleibt er lokal begrenzt.

Zuckerkonsum begünstigt Candida Albicans

Nicht zu unterschätzen ist, dass auch ungesunde Ernährung die Ausbreitung von Candida Albicans begünstigt. "Leider neigen wir heutzutage dazu, uns innerlich zu kandieren", kritisiert Weiss den übermäßigen Zuckerkonsum in Form von Süßigkeiten, Softdrinks und Fruchtsäften. Über reichliche Zuckerzufuhr freut sich auch Candida Albicans. Besonders drastisch macht sich das bemerkbar, während man Breitbandantibiotika einnimmt. "Will man im Labor eine Pilzkultur anlegen, nährt man sie mit Glukose und blockiert Bakterien durch Zugabe eines Antibiotikums", erklärt der Mediziner. Genau diese Bedingungen aus der Petri-Schale bietet man dem Pilz dann großflächig im Darmtrakt. Weiss kritisiert, dass Antibiotika oft unnötigerweise verschrieben würden, sogar bei Virusinfektionen, bei denen sie wirkungslos sind. Sein Rat: Wer mit den Keimkillern behandelt wird, sollte möglichst auf Süßigkeiten verzichten.

Die richtige Ernährung gegen Pilze

Wichtig sei es, Magen und Darm gesund zu halten. Auf den kleinsten Nenner gebracht heißt dies: wenig Zucker und Weißmehlprodukte, viel Vollkorn und Gemüse. Verblüffend: "In Gemüse und Gewürzen stecken natürliche Antipilzmittel und antibakterielle Substanzen, denn auch die Pflanzen müssen sich vor Pilzbefall schützen. Wir nehmen diese Stoffe als aromatisch oder würzig wahr, beispielsweise bei der Zwiebel", erklärt Weiss. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Bierhefe und Hefeextrakte, die häufig in Fertiggerichten vorkommen, das Pilzwachstum fördern. Auch Schimmelkäse kann man bedenkenlos verzehren.

Wie man Pilze los wird

Pilzerkrankungen seien kein Grund zur Panik, betont Weiss, der eine zunehmende Pilz-Hysterie beobachtet. Mit einer Umstellung auf gesunde Ernährung könne man dem Körper helfen, selbst mit den Pilzen fertig zu werden. Bei der medikamentösen Behandlung werde vor allem die Substanz Nystatin in Form von Tabletten, Mundspülungen oder Salbe eingesetzt. Daneben gebe es auch so genannte systemische Therapien mit Medikamenten, die im gesamten Körper wirken. Dabei müsse man allerdings mehr Nebenwirkungen in Kauf nehmen.

ratgeber.t-online.de: Darmpilz: Wie gefährlich ist er?

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