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Nasenbluten - was tun= Ruhe bewahren und Ursachen nachgehen

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Tipps vom Facharzt  

Bei Nasenbluten Ruhe bewahren und den Ursachen nachgehen

18.11.2015, 13:01 Uhr | dpa-tmn

Nasenbluten - was tun= Ruhe bewahren und Ursachen nachgehen. Mit sanftem Druck auf die Nasenwurzel lässt sich Nasenbluten stoppen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit sanftem Druck auf die Nasenwurzel lässt sich Nasenbluten stoppen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer schon mal einen Ball auf die Nase bekommen hat, sich zu stark geschnäuzt hat oder unglücklich auf die Nase gefallen ist, hat sicherlich einen Schreck bekommen, wenn hellrotes Blut herausströmt. Es ist oftmals nicht so leicht zu stoppen.

Nasenbluten ist zwar unangenehm, aber in der Regel völlig unbedenklich. Vor allem gilt als erste Regel: Ruhe bewahren. Die Nase ist besonders anfällig für Blutungen, denn die Gefäße liegen nur knapp unter der Oberfläche der Schleimhaut. In der Regel sind diese Blutungen harmlos. Hat man zum ersten Mal Nasenbluten, braucht man damit auch nicht zum Arzt gehen. Tritt es aber wiederholt auf, sollte man das doch abklären lassen.

Was tun bei akutem Nasenbluten?

Auch wenn es lange als erstes Mittel gegen Nasenbluten galt, sollte man tunlichst vermeiden, den Kopf nach hinten zu legen und sich flach hinzulegen. Michael Deeg vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrnärzte sagt: "Wenn man sich hinlegt, blutet es umso mehr." Dann laufe das Blut leicht in den Rachen. Das sei zwar ungefährlich, aber für viele unangenehm und verursache möglicherweise auch noch Übelkeit, die zu Erbrechen führe. "Besser ist es, man setzt sich aufrecht hin, beugt sich sogar leicht nach vorne und drückt mit Daumen und Zeigefinger die Nasenflügel direkt unter dem Knochen sanft zusammen", rät der Arzt. Damit lasse sich die Blutung recht schnell stoppen.

Linderung durch Eiskrawatte

Schnelle Linderung kann auch die sogenannte Eiskrawatte bringen. "Da legt man etwas Kaltes in den Nacken, etwa ein Kühlkissen, einen mit Eiswürfeln gefüllten Waschhandschuh oder ein nasses Tuch", erklärt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Dadurch ziehen sich die Blutgefäße in der Nase zusammen, die Blutung hört auf.


Empfindliche Blutgefäße in der Nase reißen

Die Gründe für das Nasenbluten sind meist harmlos. "Die kleinen Blutgefäße in der Nase liegen sehr oberflächlich und sind stark durchblutet, so dass sie leicht reißen können", erklärt Deeg. Ursache könne im Winter sehr trockene Heizungsluft und im Sommer die Klimaanlage sein. Auch ein Infekt oder eine Allergie könne die Schleimhaut angreifen und damit die Blutgefäße reißen lassen. Bei äußeren Verletzungen kommt es ebenfalls zu einer blutenden Nase.

Woher Nasenbluten bei Kindern kommen kann

"Bei Kindern ist das Nasenbluten häufig einfach durch Popeln herbeigeführt oder weil sie sich irgendetwas in die Nase gesteckt haben", sagt Kinderarzt Fegeler. Bei älteren Kindern führe auch manchmal ein starker Wachstumsschub gerade während der Pubertät zum Nasenbluten. Kommt die Blutung zum Stillstand, ist es wichtig, dass sie nicht wieder aufplatzt. Gerade Kinder neigen dazu, unbewusst wieder an die frisch gebildete Kruste in der Nase zu fassen.

Vorsicht ist auch bei zu festem Schnäuzen angesagt. Aufpassen sollten Eltern, wenn dem Nasenbluten ihres Kindes ein Sturz vorausgegangen ist. Dann kann im schlimmsten Fall auch ein Schädelbasisbruch dahinterstecken. Sind sich Eltern unsicher, lieber mit dem Kind zum Arzt gehen. In jedem Fall sollten Eltern dafür sorgen, dass kein Blut eingeatmet wird und Ruhe bewahren.

Bei häufigem Nasenbluten einen Arzt aufsuchen

Wenn bei Erkältungen nach dem Schnauben gelegentlich Blut im Taschentuch ist, ist das in der Regel harmlos. Häufige Blutungen, Schmierblutungen und blutiger Schleim beim Nasenputzen seien bedenkliche Anzeichen, erklärt HNO-Arzt Deeg. Dann könnten Bluthochdruck, Nierenerkrankungen und Blutgerinnungsstörungen die Ursache sein. Auch  Medikamente oder gewisse Lebensmittel können Nasenbluten auslösen. Bei älteren Menschen werden zudem die Gefäße brüchiger.

Es kann auch Morbus Osler sein

Bei wem jedoch immer wieder starkes Nasenbluten auftritt, sollte die Gründe unbedingt beim Arzt abklären lassen, auch wenn "stark" und "häufig" nur schwer zu quantifizieren seien. Das sagt Urban Geisthoff vom Morbus-Osler-Zentrum des Krankenhauses Köln-Holweide. "Deswegen ist oftmals auch eine interdisziplinäre Untersuchung, also etwa mit einem Internisten sehr sinnvoll".

Zu den weniger harmlosen Ursachen von Nasenbluten zählt Morbus Osler. Das ist eine genetisch bedingte Gefäßerweiterung in der Nase, Lungen oder auch im Gehirn. "Gerade wenn die Lunge von Morbus Osler betroffen ist, kann das eine tickende Zeitbombe sein, weil dadurch Gerinnsel und Bakterien schneller ins Gehirn gelangen können und dort Schlaganfälle hervorrufen können", erklärt Geisthoff. Symptome dieser Krankheit seien kleine Gefäßveränderungen vor allem im Gesicht, also Rötungen, die nicht weggingen, auch Atemnot könne auf Morbus Osler hinweisen. "Die Bedrohung kann man erkennen und auch ausschalten."

Die Nasen-Schleimhäute feucht halten

Luftbefeuchter oder traditionelle Nasensalben können helfen, die Schleimhäute feucht und geschmeidig zu halten. "In Skandinavien ist außerdem Sesamöl sehr beliebt", sagt Geisthoff. Das sollte man aber unbedingt in der Apotheke oder einer Drogerie kaufen und nicht das Speiseöl mit seinen Eiweißen verwenden, da besonders diese Allergien hervorrufen können. Auch andere Wege, um das Naseninnere zu befeuchten und Krusten zu vermeiden wie regelmäßiges Inhalieren, Nasensalben, -gele oder -duschen mit Kochsalzlösungen können vorbeugend wirken.

Wer zu wenig trinkt, wird ebenso eher über eine trockene Nase klagen. "Auch hier gilt es, die Nase mit Gelen, Ölen oder Salben geschmeidig zu halten", sagt Geisthoff. Zudem gebe es Medikamente, mit denen man das Nasenbluten systematisch behandeln kann und operative Methoden. "Bei harmloseren Fällen ist das Veröden mit dem Laser eine einfache und sehr wirksame Lösung", sagt der HNO-Arzt. Zudem gebe es operative Methoden, die aber nur bei sehr schweren Erkrankungen und hohem Leidensdruck empfehlenswert seien.

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