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Pickel: Nicht immer sind die roten Pusteln ungefährlich

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Pickel  

Pickel sind nicht immer ungefährlich

29.10.2012, 18:13 Uhr | akl

Pickel: Nicht immer sind die roten Pusteln ungefährlich. Pickel oberhalb der Oberlippe besser nicht ausdrücken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Pickel oberhalb der Oberlippe besser nicht ausdrücken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kurz vor dem Date ist er plötzlich da: der dicke, rote Pickel zwischen Nase und Oberlippe. Ausdrücken sollte man ihn aber nicht. Denn im schlimmsten Fall drohen Blutvergiftung und Thrombose. Wir haben Doktor Hans-Georg Dauer, Hautarzt und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen, gefragt, was passieren kann, wenn man Pickeln mit dem Fingernagel zu Leibe rückt.

Pickel nicht quetschen

Es ist bekannt, dass man Pickel nicht ausdrücken soll. Zum einen können dadurch Erreger in die kleine Wunde eindringen, zum anderen können sich bereits entzündete Hautzellen ausbreiten und zu einer noch schlimmeren Entzündung führen. Zudem bleiben oft unschöne Narben zurück. Kritisch sind Pickel, die zwischen der Oberlippe und der Stirn auftreten. Denn genau in diesem Bereich verlaufen die Hirnvenen. "Durch das Quetschen können Eiter und Bakterien in diese Venen kommen und das kann gefährlich werden", warnt Dauer. Je näher die Entzündung an Nase oder Augen auftritt, umso gefährlicher ist sie.

In schlimmen Fällen droht Blutvergiftung

Bei normalen, kleinen Pickeln besteht in der Regel keine Gefahr. Problematisch wird es, wenn sich der Pickel, beispielsweise durch Drücken und Quetschen, weiter entzündet und eitert. Meist ist das Bakterium Staphylococcus aureus, das ganz natürlich auf unserer Haut vorkommt, der Auslöser. Gelangen die Keime in tiefere Hautschichten, kann es unter anderem zu einer Blutvergiftung kommen: "Ist neben der entzündeten Stelle ein roter Streifen zu sehen, ist die Stelle heiß, geschwollen und schmerzt oder leidet der Betroffene sogar unter Schüttelfrost und Fieber, muss sofort ein Arzt gerufen werden", betont der Dermatologe.

Wann eine Thrombose droht

In seltenen Fällen kann auch eine Thrombose durch die Entzündung ausgelöst werden. Wird an der Schwellung herumgedrückt, um den Eiter zu entfernen, können die Bakterien in nahe gelegene Blutgefäße eindringen, in die Blutbahn gelangen und so bis zum Gehirn transportiert werden. Es kann zu einer Hirnhautentzündung oder einer Thrombose kommen. "Die Thrombose kann im schlimmsten Fall sogar zu einem Schlaganfall führen", warnt der Experte.

Was tun gegen Pickel?

Wenn man nicht quetschen darf - wie wird man Pickel schnell wieder los? "In Apotheken und Drogerien gibt es eine Vielzahl pickelbekämpfender Produkte", sagt Dauer. "Am besten man wählt eines mit Alkohol aus und tupft die betroffene Stelle mehrmals am Tag ab." Alkohol wirkt antibakteriell. Weitere eingesetzte Wirkstoffe sind beispielsweise Salicylsäure und Milchsäure. Zink wirkt austrocknend und entzündungshemmend, Benzoylperoxid wirkt hornhautauflösend und verhindert so, dass die Poren verstopfen. Etwas Geduld braucht man aber trotzdem. Vorbeugend kann man Peelings anwenden. Diese befreien die Poren ebenfalls und sorgen dafür, dass der Talg abfließen kann.

Oft helfen nur Antibiotika

"Grundsätzlich sollte bei eitrigen, geschwollenen und schmerzenden Pickeln, die im Gesichtsbereich auftreten, ein Arzt hinzugezogen werden", rät Dauer. "Dieser verschreibt Antibiotika und Salben, um die Entzündung zu bekämpfen und zu verhindern, dass sich die Bakterien ausbreiten. In manchen Fällen wird der betroffene Hautbereich auch geöffnet, damit der Eiter abfließen kann." Das Gleiche gilt übrigens auch für eingewachsene Haare.

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