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Kälte  

Wem Kälte schadet und wem sie nützt

10.12.2012, 16:20 Uhr | akl

Wem Kälte schadet und wem sie nützt. Nicht jeder Körper steckt Kälte so ohne weiteres weg. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht jeder Körper steckt Kälte so ohne weiteres weg. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht jeder verträgt eisige Temperaturen. Besonders unserem Herzen machen Minusgrade zu schaffen. Wer bei Kälte plötzlich Schmerzen in der Brust verspürt, sollte umgehend zu einem Arzt gehen. Doch manchmal kann Kälte auch hilfreich sein. Wir erklären, wem Kälte schadet - und wem sie nützt.

Kälte kann dem Herzen schaden

Bekommt ein bislang Gesunder bei sinkenden Temperaturen plötzlich Schmerzen, Druck oder Brennen im Brustkorb sowie Atemnot, sollte er die Beschwerden auf keinen Fall als wetterbedingte Reizung der Bronchien abtun. Experten empfehlen, umgehend einen Arzt aufzusuchen. Denn Brustschmerzen können ein Hinweis sein, dass das Herz schlecht mit Sauerstoff versorgt ist. Ein Herzinfarkt kann die Folge sein.

Bei kalten Temperaturen ziehen sich die Arterien zusammen. Aufgrund dieser Verengung muss das Herz gegen einen größeren Widerstand anpumpen. Mit dem Blutdruck steigt auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Deutsche Hochdruckliga e.V. weist darauf hin, dass im Winter Herz-Kreislauf bedingte Todesfälle etwa 20 bis 50 Mal häufiger vorkommen als in der warmen Jahreszeit.

Keine Anstrengung bei Minusgraden

Liegen die Außentemperaturen im zweistelligen Minusbereich, raten Herzexperten von körperlicher Belastung weitgehend ab. Starke Anstrengung, wie beispielsweise Schneeschippen oder Tütenschleppen sollte man dann besser vermeiden. Das kann das schon geschädigte Herz schnell überfordern und schlimmstenfalls zu Herzinfarkt oder plötzlichem Herztod führen.

Bluthochdruck ist im Winter höher

Wer unter hohem Blutdruck leidet, sollte im Winter besonders aufpassen. Denn die Werte sind im Winter höher als im Sommer. Warum das so ist, ist noch nicht vollständig geklärt. Beobachtet wurde aber, dass die Herzfrequenz bei kaltem Wetter niedriger ist und zudem die Konzentration von gefäßerweiterndem Stickstoffmonoxyd abnimmt. Die Gefäße werden enger und lassen den Blutdruck steigen, was die Winterzeit für Patienten mit Bluthochdruck zu einer besonders risikoreichen Zeit macht. Werden die Werte von 140 zu 90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) überschritten, sollte man zum Arzt gehen.

Rheumapatienten oft wetterfühlig

Auch viele Rheumapatienten sind sehr wetterfühlig. Besonders Patienten, die von Weichteilrheuma betroffen sind, machen die Minusgrade zu schaffen. Sie haben in Herbst und Winter vermehrt unter Schmerzen in den Muskeln zu leiden. Doch nicht immer ist Kälte schlecht. So können sogenannte Kältetherapien bei Autoimmunerkrankungen wie Rheuma, Arthritis, Asthma, Neurodermitis oder Allergien helfen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. werden bei der Kältetherapie Temperaturen bis zu minus 130 Grad eingesetzt. Die gezielt eingesetzte Kälte kann Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen. Ob Kälte die Symptome wirklich bessern kann, entscheidet der Arzt von Fall zu Fall.

Kälte fördert die Fettverbrennung

Und auch wer abnehmen möchte, sollte kältere Temperaturen nicht scheuen: Denn wer in der Kälte unterwegs ist, verbrennt mehr Kalorien. Das liegt daran, dass der Körper mehr Energie braucht, um den Körper warm zu halten. Studien zufolge wird die Fettverbrennung besonders dann angekurbelt, wenn die Raumtemperatur unter 18 Grad Celsius liegt.

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