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Auf dem Klo bloß nicht pressen

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Toilette  

Auf dem Klo bloß nicht pressen

06.06.2013, 15:40 Uhr | akl

Auf dem Klo bloß nicht pressen. Starkes Pressen auf der Toilette sollte man besser vermeiden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Starkes Pressen auf der Toilette sollte man besser vermeiden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wem es auf der Toilette nicht schnell genug geht, der macht häufig einen großen Fehler: Er presst beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang. Dass dies unangenehme Folgen für die Gesundheit haben kann, ist den wenigsten bewusst. Fünf Gründe, warum man sich auf dem Klo etwas Zeit lassen sollte.

Risiko für Blasenentzündung steigt

Wenn Frauen beim Wasserlassen Druck auf die Blase aufbauen, sind sie zwar schneller fertig, doch ihrer Blase tun sie nichts Gutes. Denn durch das Pressen kann ein Unterdruck entstehen, der dazu führt, dass etwas Urin zurückbleibt. Dieser sogenannte Restharn ist ein guter Nährboden für Bakterien. Das Risiko für eine Blasenentzündung steigt. Zudem kann sich aus einer Blasenentzündung auch eine schmerzhafte Nierenbeckenentzündung entwickeln.

Besonders Frauen leiden unter immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten. Wichtig ist, dass man sich Zeit nimmt und die Blase entspannt leer laufen lässt - auch wenn es etwas länger dauert. Auch auf eine angespannte Hockstellung sollten Frauen besser verzichten, rät die Deutsche Gesellschaft für Urologie.

Druck beim Urinieren kann Blasenvenen platzen lassen

Doch auch Männer haben mit zunehmendem Alter häufig Probleme beim Wasserlassen und neigen dazu, durch Pressen die Entleerung der Blase zu unterstützen. Das kann zum Beispiel bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata der Fall sein, bei der die Harnröhre eingeengt wird. Männer sollten den Besuch beim Urologen nicht scheuen. Auf starkes Pressen sollte auf jeden Fall verzichtet werden, denn durch den Druck können Blasenvenen aufplatzen. Dann ist Blut im Urin zu finden - auch in einem solchen Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Pressen beim Stuhlgang fördert Hämorriden

Wer auf der Toilette regelmäßig presst, erhöht auch das Risiko für Hämorriden. Denn hierbei wird starker Druck auf die Gefäße und das Gewebe im Bauchraum und Darmbereich ausgeübt. Ältere Menschen sind häufiger betroffen, da bei ihnen das Bindegewebe an Festigkeit verliert. Doch auch bei jungen Menschen können sich die schmerzhaften Schwellungen bilden.

Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) sind rund vier Prozent der Deutschen wegen Hämorriden in Behandlung. Wie viele den Gang zum Arzt scheuen, ist unbekannt. Wer ausreichend trinkt und sich ballaststoffreich ernährt, hält den Stuhl weich und beugt so Verstopfung vor.

Analfissur: Wenn der After einreißt

Wer stark presst, riskiert auch eine Analfissur. Diese zählt zu den schmerzhaftesten Erkrankungen im Bereich des Enddarms. Dabei handelt es sich um einen meist sichtbaren Schleimhauteinriss im Bereich des Aftereingangs, der sich durch starke Schmerzen, aber auch Blutungen bemerkbar macht. Auf jeden Fall sollte dann ein Arzt aufgesucht werden, damit sich die Symptome nicht weiter verstärken. Harter Stuhl, Verstopfung und heftiges Pressen gehören unter anderem zu den Auslösern.

Starkes Pressen kann den Enddarm herausdrücken

Ein Darmvorfall kann ebenfalls durch Pressen ausgelöst werden. Was den Darmvorfall genau auslöst, wird von Medizinern noch diskutiert. Sicher aber ist, dass andauernde Verstopfung und das damit verbundene starke Pressen auf der Toilette das Risiko stark erhöht. Bei einem Darmvorfall handelt es sich um ein Heruntersinken beziehungsweise Heraustreten des Enddarms. Es gibt verschiedene Schweregrade. Nicht immer kommt es zu Beschwerden und viele merken nicht einmal, dass sie betroffen sind. Doch es kann auch passieren, dass sich der Enddarm bei den Patienten beim After von innen nach außen stülpt. Experten zufolge sind Frauen häufiger betroffen.

Im Zweifel besser zum Arzt

Wer trotz regelmäßiger Bewegung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und ballaststoffreicher Ernährung immer wieder unter Verstopfung leidet, sollte einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Nur so können unangenehme Folgen vermieden werden. Wer dieses Problem aus Scham verschweigt, ständig zu Abführmitteln greift oder auf Toilette regelmäßig stark presst, schadet dem empfindlichen Afterbereich.

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