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Sonnenstich: Symptome, Dauer, Behandlung und erste Hilfe

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Sonnenstich und Hitzschlag  

Symptome erkennen, bevor der Körper kollabiert

17.07.2015, 13:05 Uhr | t-online.de

Sonnenstich: Symptome, Dauer, Behandlung und erste Hilfe. Erschöpfung und Kopfschmerzen sollten bei starker Hitze immer ernst genommen und genau beobachtet werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Erschöpfung und Kopfschmerzen sollten bei starker Hitze immer ernst genommen und genau beobachtet werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei Temperaturen über der 30 Grad-Marke kann Hitze zur Belastung werden: Viele leiden unter Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen. Nicht immer sind die Beschwerden harmlos, es können auch ein Sonnenstich oder im schlimmsten Fall ein Hitzschlag dahinter stecken. Das Tückische: Typische Symptome stellen sich oft erst Stunden nach dem Sonnenbad ein. Wir erklären, wie Sie sich schützen und erste Anzeichen erkennen.

Nicht die UV-Strahlen verursachen unangenehme Beschwerden, sondern die hohen Temperaturen. Anfangs kann das unser Körper noch durch Schwitzen ausgleichen. Wird der Körper zu lange starker Hitze ausgesetzt, gerät das natürliche Kühlsystem aus dem Takt.

Kinder und Glatzen-Träger besonders gefährdet

Außerdem führt eine lange und direkte Sonneneinstrahlung auf dem ungeschützten Kopf zur Reizung der Hirnhaut. Der dünn oder unbehaarte Kopf von Säuglingen und Kleinkindern ist deshalb extrem gefährdet. Hinzu kommt die dünne Schädeldecke und die offene Fontanelle, also die Knochenlücke am kindlichen Schädel. Aber auch Erwachsene mit geringem Haarwuchs oder Glatze reagieren auf starke Sonneneinstrahlung empfindlicher.

Doch das bedeutet nicht, dass dichtes Haar deshalb vor Sonnenstich und Hitzschlag schützt: Eine Überhitzung kann jeden ereilen, ganz besonders Menschen mit geschwächtem Kreislauf.

Sonnenstich-Symptome können spät auftreten

Bei einem Sonnenstich sind Kopf und Nacken deutlich gerötet, der restliche Körper jedoch bleibt optisch oft unauffällig. Nacken- und Kopfschmerzen sind häufige Begleiterscheinungen. Ebenso typische Anzeichen für einen Sonnenstich sind Schwindel und Kreislaufprobleme, Erschöpfung, Unruhe und Übelkeit. Letzteres kann bei den Betroffenen zu Erbrechen führen. Bei dem Verdacht auf einen Sonnenstich ist ein Fieberthermometer leider nutzlos: Häufig bleibt die Körpertemperatur unverändert. Hohes Fieber kann jedoch nach längerer Zeit auftreten, wenn die Betroffenen die Sonne längst wieder verlassen haben.

Das gilt übrigens für alle Symptome des Sonnenstichs: Fühlt man sich während des Sonnenbads wohl, ist das kein Indiz dafür, dass der Körper die hohen Temperaturen auch wirklich gut verträgt.

Sonnenstich kann zwei Tage anhalten

Die Dauer eines Sonnenstichs variiert von Mensch zu Mensch. Bei den einen klingen die Symptome innerhalb weniger Stunden ab, andere hingegen leiden bis zu zwei Tage lang unter den Beschwerden. Erwachsene erholen sich in der Regel schneller als Kinder, Babys und Senioren. Folgeschäden gibt es in der Regel nicht.

Hitzschlag-Anzeichen sofort erkennen

Der Hitzschlag ist die Steigerung des Sonnenstichs. Da der damit verbundene Kreislaufkollaps Nieren und Gehirn schädigen kann, ist ein Hitzschlag unbehandelt lebensbedrohlich. Die Symptome treten oft sehr plötzlich auf - nicht erst nach Stunden, wie es beim Sonnenstich meist der Fall ist. Neben Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen ist die Haut der Betroffenen am ganzen Körper gerötet und trocken.

Die Körpertemperatur kann beim Hitzschlag innerhalb kürzester Zeit auf 40 Grad und höher ansteigen, was für den schwachen Kreislauf von Kindern, Babys und älteren Menschen besonders gefährlich ist. Ein hoher Puls und ein niedriger Blutdruck sind dabei typische Begleiterscheinungen. Halluzinationen, Bewusstseinsstörungen und Krämpfe können ebenfalls Nebenwirkungen des Hitzschlags sein.

Eiskaltes Duschen vermeiden

Aber, was tun bei einem Hitzschlag? Die erste Maßnahme bei Verdacht auf Überhitzung ist die Kühlung: "Bei einem Hitzschlag muss der Körper sofort gekühlt werden, am besten mit einem nassen Bettlaken oder in einer Badewanne mit kaltem Wasser", rät Dr. Franz Nowak vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Eiskalte Duschen sollten Sie hingegen vermeiden. Sie können im Extremfall zur Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen führen. Auch das Zufächeln von Luft oder das Lagern im Schatten schafft erste Abhilfe. Dabei sollten Kopf und Oberkörper leicht angehoben sein.

"Außerdem sollten die Helfer darauf achten, dass der Betroffene genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Denn auch Flüssigkeits- und Mineralsalzverlust rufen die Symptome eines Hitzschlags hervor", so der Intensivmediziner. Wirkt der Betroffene apathisch oder wird gar bewusstlos, sollte umgehend ein Notarzt gerufen oder ins Krankenhaus gefahren werden.

Flüssigkeitsmangel und Sport können gefährlich werden

Durch das viele Schwitzen benötigen wir im Sommer mehr Flüssigkeit. Viele Hitzeprobleme wie Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen sind daher auf Flüssigkeitsmangel zurückzuführen.

Auch körperliche Anstrengung kann die Temperaturregulation unseres Körpers völlig zum Erliegen bringen und es kommt zum Hitzschlag. Menschen, die trotz Hitze Sport treiben, sind daher stark gefährdet, aber auch tobende Kinder müssen ganz besonders geschützt werden. Ungelüftete Räume, in denen sich die Hitze staut, können einen Hitzschlag ebenfalls begünstigen.

Bei Hitze zwei bis drei Liter trinken

Damit es gar nicht erst zum Sonnenstich oder Hitzschlag kommt, lautet die Regel Nummer eins: genügend trinken. Zwei bis drei Liter am Tag sollten es mindestens sein, besser noch etwas mehr. Der optimale Durstlöscher ist Mineralwasser. Doch auch Fruchtschorlen, Kräutertees und Gemüsesäfte liefern Flüssigkeit und Mineralstoffe. Am besten trinkt man an heißen Tagen schon bevor der Durst kommt.

Kaffee und alkoholische Getränke sind an heißen Tagen tabu, Sie entziehen dem Körper noch mehr Flüssigkeit und können die Kreislaufprobleme verstärken. Und auch wenn es auf den ersten Blick erfrischend erscheint: Eisgekühlte Getränke wie zum Beispiel Eistees oder Brausegetränke eignen sich nicht zur Abkühlung, da sie vom Körper erwärmt werden müssen. In der Folge schwitzt man noch mehr.

Lange Sonneneinstrahlung meiden

Kinder und Babys, aber auch Erwachsene, sollten in der Sonne immer ihren Kopf schützen. Helle Sonnenhüte sind ideal und auch ein Sonnenschirm spendet Schatten. Sonnenanbeter sollten die direkte Sonneneinstrahlung nur über einen kurzen Zeitraum genießen und regelmäßig Pausen im Schatten einlegen. Mittags, wenn die Sonne am höchsten steht, trifft die Hitze besonders direkt auf den Kopf. Daher gilt es im besten Fall, die Mittagssonne zu meiden. Alle, die auf ihre tägliche Bewegung nicht verzichten möchten, verlegen den Sport besser in die etwas kühleren Morgen- oder Abendstunden.

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