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Vitamin D: Viele Deutsche leiden unter Vitamin-D-Mangel

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Sonnenhormon  

Vitamin D: Die meisten Deutschen haben einen zu niedrigen Wert

09.10.2015, 13:03 Uhr | Tonja Ariane Schewe

Vitamin D: Viele Deutsche leiden unter Vitamin-D-Mangel. Nur wer regelmäßig Sonne an die Haut lässt, füllt seinen Vitamin-D-Speicher auf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nur wer regelmäßig Sonne an die Haut lässt, füllt seinen Vitamin-D-Speicher auf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wie wichtig ist Vitamin D für unsere Gesundheit? Darüber wird unter Medizinern heftig diskutiert. Die einen schwören auf Vitamin-D-Kuren, die anderen halten dies für einen überflüssigen Trend. Wie ist es tatsächlich um die Vitamin D-Versorgung in Deutschland bestellt?

Vitamin D ist das einzige Vitamin, das der Körper selbst bilden kann. Die sogenannte endogene Synthese findet in der Haut statt. Im Körper wirkt Vitamin D wie ein Hormon und spielt dort bei zahlreichen Stoffwechselvorgängen eine wichtige Rolle. Eine zentrale Bedeutung kommt dem "Sonnenhormon" zum Beispiel bei der Aufnahme von Kalzium und der Knochengesundheit zu. Die Synthese funktioniert allerdings nur, wenn über die Haut ausreichend UVB-Strahlung aufgenommen wird. Und genau hier liegt in Deutschland das Problem. In der Winterzeit steht die Sonne so, dass kaum UVB-Strahlung bei uns ankommt. Der Körper kann in dieser Zeit folglich so gut wie kein Vitamin D bilden.

Die meisten haben einen zu niedrigen Vitamin-D-Wert

Als unterversorgt gilt nach den Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, wer einen Vitamin-D-Pegel von unter 20 ng/ml hat. Das sind unter den erwachsenen Deutschen immerhin 57 Prozent, wie aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts belegen. Zirka 14 Prozent haben einen moderaten und zwei Prozent einen schweren Vitamin-D-Mangel mit Symptomen wie Rachitis oder Störungen des Knochenwachstums.

Im Alter verliert der Körper die Fähigkeit zur Vitamin-D-Synthese

Angesichts dieser Zahlen liegen Vitamin-D-Kuren im Trend. Doch die meisten Mediziner und Ernährungswissenschaftler sind skeptisch, was die präventive Einnahme hochdosierter Vitamin-D-Präparate angeht. Sie raten dazu, regelmäßig ins Freie zu gehen, damit der Körper seinen Speicher für den Winter auffüllen kann - vor allem nach dem Winter. "Lassen Sie wohldosiert Sonne an ihre Haut," empfiehlt Isabelle C. Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Denn über 80 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs werden über die Sonneneinstrahlung gedeckt. Dafür sind keine ausgedehnten Sonnenbäder nötig, die endogene Synthese funktioniert auch bei bedecktem Himmel. In den Monaten zwischen April und Oktober genügen je nach Hauttyp zirka 20 Minuten Aufenthalt im Freien. Allerdings sollten dabei zumindest Teile des Körpers unbedeckt und frei von Sonnenschutzmitteln sein - allerdings nur für diese relativ kurze Dauer, um Sonnenbrand zu vermeiden. Die restlichen 10 bis 20 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs können über die Nahrung gedeckt werden, wobei Fettfische wie Makrele oder Hering am meisten von dem Nährstoff enthalten.

Vitamin-D-Test ist keine Kassenleistung

Wer sich also regelmäßig im Freien aufhält, brauche im Normalfall keine zusätzlichen Vitamin D-Präparate zu schlucken, so Keller. "Lediglich bestimmten Risikogruppen, die sich nicht genügend draußen aufhalten, empfehlen wir, zum Arzt zu gehen und ihren Vitamin-D-Spiegel bestimmen zu lassen." Als Risikogruppe gelten neben Säuglingen, die ohnehin im ersten Lebensjahr zusätzlich mit Vitamin D versorgt werden, vor allem Ältere und Gebrechliche sowie Menschen, die aus anderen Gründen wenig oder gar nicht ins Freie gehen oder eine sehr dunkle Haut haben. Gesetzlich Versicherte müssen den Test, der zirka 30 Euro kostet, allerdings in der Regel aus eigener Tasche zahlen.

Fähigkeit zur Vitamin-D-Synthese geht im Alter verloren

"Im Alter nimmt die Fähigkeit ab, über die Haut Vitamin D zu synthetisieren", betont Keller. Deshalb kann bei Menschen über 65 unter Umständen eine zusätzliche Vitamin-D-Gabe in Höhe von mindestens 800 Internationalen Einheiten (IE) sinnvoll sein. Keller warnt jedoch davor, alle Senioren über einen Kamm zu scheren: "Nehmen Sie den rüstigen Rentner, der viel im Garten arbeitet oder regelmäßig mit dem Hund rausgeht, der braucht kein Supplement." Anders sieht es bei kranken, gebrechlichen Menschen aus.

Umstrittene Rolle beim Schutz vor Krebs

Wissenschaftlich belegt ist, dass zusätzliche Vitamin-D-Gaben bei älteren Menschen Knochenbrüche und Stürze verhindern können. Ob Vitamin D auch das Risiko für Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt, ist hingegen noch nicht hinreichend nachgewiesen. "Hier ist die wissenschaftliche Beweislage derzeit noch nicht eindeutig", betont Keller. Nach wie vor fehlen langfristige Studien, die einen ursächlichen Zusammenhang belegen. Doch solche mehrjährigen Untersuchungen sind teuer und zeitaufwändig. Derzeit laufen zwei große Studien in Großbritannien und den USA, die sich mit der Bedeutung des Sonnenhormons für die Gesundheitsprävention befassen. Mit ersten Ergebnisse ist allerdings frühestens 2016 zu rechnen.

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