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Vitamin D: Viele Deutsche leiden unter Vitamin-D-Mangel

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Sonnenvitamin  

Vitamin D-Mangel: Die meisten Deutschen haben einen zu niedrigen Wert

18.08.2017, 15:09 Uhr | Tonja Ariane Schewe, Larissa Koch

Vitamin D: Viele Deutsche leiden unter Vitamin-D-Mangel. Vitamin D: Die meisten Deutschen haben einen zu niedrigen Wert (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/soup__studio)

Nur wer regelmäßig Sonne an die Haut lässt, füllt seinen Vitamin-D-Speicher auf. (Quelle: soup__studio/Thinkstock by Getty-Images)

Wie wichtig ist Vitamin D für unsere Gesundheit? Darüber wird unter Medizinern heftig diskutiert. Die einen schwören auf Vitamin-D-Kuren, die anderen halten dies für einen überflüssigen Trend. Wie ist es tatsächlich um die Vitamin D-Versorgung in Deutschland bestellt?

Vitamin D ist das einzige Vitamin, das der Körper selbst bilden kann. Die sogenannte endogene Synthese findet in der Haut statt. Im Körper wirkt Vitamin D wie ein Hormon und spielt dort bei zahlreichen Stoffwechselvorgängen eine wichtige Rolle. Eine zentrale Bedeutung kommt dem "Sonnenvitamin" zum Beispiel bei der Aufnahme von Kalzium und der Knochengesundheit zu. Die Synthese funktioniert allerdings nur, wenn über die Haut ausreichend UVB-Strahlung aufgenommen wird. Dafür reicht es nach Expertenangaben, wenn man sich täglich rund 15 Minuten im Sonnenlicht aufhält und dieses auf das Gesicht und Handrücken scheint. Auf Nummer sicher geht man, wenn man sich im Winter regelmäßig für ein paar Minuten in der Sonne aufhält. Im Sommer bekommt man in der Regel automatisch genügend Sonnenstrahlen ab. Es gibt aber Ausnahmen (siehe unten).

Dennoch haben viele einen zu niedrigen Vitamin-D-Wert

Das liegt daran, dass die körpereigene Bildung von Vitamin D nicht bei allen gleich gut funktioniert. Einige schaffen es, die ungenügende körpereigene Vitamin-D-Synthese durch viele Aufenthalte in der Sonne auszugleichen. Bei anderen funktioniert das nicht. 

Nach Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist rund Ein Drittel der Bevölkerung unterversorgt mit Vitamin D. Die Betroffenen haben eine Konzentration im Blutserum von weniger als 30 nmol/l 25-Hydroxyvitamin-D – damit gelten sie laut DGE als mangelhaft versorgt. Und nur knapp 40 Prozent der Deutschen sind demnach lediglich ausreichend mit Vitamin D versorgt. 

Aber Vitamin-Präparate sind nicht die Lösung

Überblicksstudien zur Wirksamkeit von künstlich zugeführtem Vitamin D sind ernüchternd. Die Versprechen der Hersteller, dass man durch die Einnahme von Vitamin D Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs vorbeugen oder lindern kann und Osteoporose vorbeugt, konnten in einer großen Zahl von Studien nicht belegt werden. Besonders ernüchternd ist dabei die Erkenntnis, dass in den Metaanalysen nahezu kein Effekt auf die Knochengesundheit festgestellt werden konnte, bei denjenigen Teilnehmern, die Vitamin D über Pillen oder Kapseln zugeführt haben. Die Einnahme von Vitamin D schützt demnach nach aktuellen Erkenntnissen weder vor Osteoporose, Herzinfarkten, Schlaganfällen noch Krebserkrankungen.

Es wird vermutet, dass der verbreitete Vitamin-D-Mangel auch ein Hinweis auf einen schlechten Gesundheitszustand sein kann. So vermuten Wissenschaftler, dass niedrige Vitamin-D-Werte nicht die Ursache chronischer Erkrankungen sind, sondern, dass umgekehrt Alterungsvorgänge und entzündliche Prozesse die Vitamin-D- Spiegel absinken lassen.

Im Alter verliert der Körper die Fähigkeit zur Vitamin-D-Synthese

Angesichts dieser Zahlen liegen Vitamin-D-Kuren im Trend. Aber aufgrund der Datenlage sind die meisten Mediziner und Ernährungswissenschaftler skeptisch, was die präventive Einnahme hochdosierter Vitamin-D-Präparate angeht. Sie raten dazu, regelmäßig ins Freie zu gehen, damit der Körper seinen Speicher für den Winter auffüllen kann – vor allem nach dem Winter. "Lassen Sie wohldosiert Sonne an ihre Haut," empfiehlt Isabelle C. Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Denn über 80 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs werden über die Sonneneinstrahlung gedeckt. Dafür sind keine ausgedehnten Sonnenbäder nötig, die endogene Synthese funktioniert auch bei bedecktem Himmel.

In den Monaten zwischen April und Oktober genügen je nach Hauttyp zirka 20 Minuten Aufenthalt im Freien. Allerdings sollten dabei zumindest Teile des Körpers unbedeckt und frei von Sonnenschutzmitteln sein – allerdings nur für diese relativ kurze Dauer, um Sonnenbrand zu vermeiden. Die restlichen 10 bis 20 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs können über die Nahrung gedeckt werden, wobei Fettfische wie Makrele oder Hering am meisten von dem Nährstoff enthalten.

Vitamin-D-Test ist keine Kassenleistung

Wer sich also regelmäßig im Freien aufhält, brauche im Normalfall keine zusätzlichen Vitamin D-Präparate zu schlucken, so Keller. "Lediglich bestimmten Risikogruppen, die sich nicht genügend draußen aufhalten, empfehlen wir, zum Arzt zu gehen und ihren Vitamin-D-Spiegel bestimmen zu lassen." Als Risikogruppe gelten neben Säuglingen, die ohnehin im ersten Lebensjahr zusätzlich mit Vitamin D versorgt werden, vor allem Ältere und Gebrechliche sowie Menschen, die aus anderen Gründen wenig oder gar nicht ins Freie gehen oder eine sehr dunkle Haut haben. Gesetzlich Versicherte müssen den Test, der zirka 30 Euro kostet, allerdings in der Regel aus eigener Tasche zahlen.

Fähigkeit zur Vitamin-D-Synthese geht im Alter verloren

"Im Alter nimmt die Fähigkeit ab, über die Haut Vitamin D zu synthetisieren", betont Keller. Deshalb kann bei Menschen über 65 unter Umständen eine zusätzliche Vitamin-D-Gabe in Höhe von mindestens 800 Internationalen Einheiten (IE) sinnvoll sein. Keller warnt jedoch davor, alle Senioren über einen Kamm zu scheren: "Nehmen Sie den rüstigen Rentner, der viel im Garten arbeitet oder regelmäßig mit dem Hund rausgeht, der braucht kein Supplement." Anders sieht es bei kranken, gebrechlichen Menschen aus.

Kann künstliches Vitamin D schaden?

Die Regel 'viel hilft viel' gilt für Vitamine nicht. Zumindest nicht, wenn man diese in Form von Tabletten aufnimmt. Welche Auswirkungen künstliche synthetische Vitamine haben können, muss noch durch Langzeitstudien ermittelt werden. Tenor unter den Ernährungswissenschaftlern ist aber bei allen Vitaminen, dass diese in künstlicher Form nicht leichtfertig eingenommen werden sollten, weil sie auch schaden können. So sollten Sie Vitamine, ganz gleich welche, nur dann in Form von Tabletten oder Pulver zuführen, wenn der Arzt das ausdrücklich empfiehlt. Vitamin D mit der Nahrung überzudosieren ist hingegen nicht möglich.

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