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Rauchen Kinder qualmender Eltern auch oder werden sie davon abgeschreckt?

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Kind aufm Arm, Zigarette an?

20.04.2012, 12:24 Uhr | Sabine Caron, t-online.de

Rauchen Kinder qualmender Eltern auch oder werden sie davon abgeschreckt?. Gruppe von Kindern beim Rauchen.

Rauchen: "Nehmt niemals auch nur einen Zug", appelliert eine Krebspatientin an Jungendliche. (Foto: imago)

Rauchen ist ungesund – das weiß jeder. Und dass Eltern für Ihre Kinder Vorbilder sein sollen, ist ebenfalls bekannt. Obwohl sicher viele Eltern den guten Vorsatz haben, mit dem Rauchen aufzuhören, wachsen die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen aber in Haushalten mit mindestens einem Raucher auf und raucht damit passiv mit. Welche Risiken entstehen für die Kinder rauchender Eltern? Und greifen Kinder rauchender Eltern tatsächlich später häufiger zur Zigarette als Andere? Oder sind sie vielleicht von deren schlechtem Verhalten abgeschreckt.

Jedes zweite Kind betroffen

Dem Deutschen Krebszentrum in Heidelberg zufolge, leben in Deutschland die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen - insgesamt 8,4 Millionen - in einem Haushalt mit mindestens einem Raucher. Das Passiv-Rauchen zu Hause und im Auto schadet Kindern aber besonders, weil die Schadstoffkonzentration hier besonders hoch ist. Außerdem werden jährlich mehr als 100.000 Kinder geboren, die bereits in der Schwangerschaft den Schadstoffen von Zigaretten ausgesetzt waren, weil die Mutter geraucht hat. Das entspricht etwa 14,5 Prozent aller Geburten.

Risiken für das Ungeborene

Die negativen Folgen eines rauchenden Elternteils beginnen schon vor der Zeugung, weil Rauchen die Samenzellen schädigt. Das Krebsrisiko eines Kindes, dessen Vater raucht, steigt um 40 Prozent (www.infantologie.de). In der Schwangerschaft ist Rauchen besonders gefährlich, weil Ungeborene im Mutterleib über die Nabelschnur mitrauchen und die Giftstoffe für sie besonders schädlich sind. Die Liste der Risiken ist laut www.infantologie.de lang:

  • Das Frühgeburtenrisiko ist durch rauchende Eltern erhöht.
  • Das Fehlgeburtenrisiko steigt um das 1,5- bis zweifache.
  • Die Zahl der Totgeburten ist bei Rauchern um ein Drittel erhöht.
  • Die Wahrscheinlichkeit des plötzlichen Kindstods wird um das siebenfache erhöht, wenn die Mutter des Kindes in der Schwangerschaft mehr als 20 Zigaretten am Tag raucht.
  • Kinder von rauchenden Eltern wiegen bei der Geburt 200 bis 300 Gramm weniger.
  • Das Kaiserschnittrisiko steigt bei Rauchern auf das Doppelte. Auch viele andere Komplikationen bei der Geburt treten durchs Rauchen gehäuft auf.

Asthma, Leukämie und verminderte Intelligenz

Auch nach der Geburt bleiben Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben, erhöhten Risiken ausgesetzt. Sie erkranken deutlich häufiger an Atemwegs- und Erkältungskrankheiten (3,5fach erhöhtes Risiko) und entwickeln zu 30 Prozent häufiger Asthma. Auch von Allergien sind diese Kinder häufiger betroffen. Weniger bekannt ist sicherlich, dass auch die Intelligenz der Kinder beeinflusst wird: Raucht eine Mutter in der Schwangerschaft mehr als zehn Zigaretten, sinkt der IQ um durchschnittlich neun Punkte. Von einigen schwersten Krankheiten wie Leukämie sind fast ausschließlich Kinder von Raucherinnen betroffen. Das Passivrauchen in der Kindheit und Jugend begünstigt ebenfalls die Infektanfälligkeit, Atemwegs- und Lungenerkrankungen sowie Allergien.

Rauchende Eltern – rauchende Kinder?

Leider glauben Jugendliche rauchender Eltern auch häufiger, dass der Griff zur Zigarette zum Erwachsenenwerden dazu gehört. Eine Studie aus den USA kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Effekt verschlimmert, wenn beide Elternteile rauchen. Deren Kinder werden dreimal häufiger selbst zu Rauchern. Wenn nur ein Elternteil raucht, ist das Risiko im Vergleich zu nicht rauchenden Eltern nur um das 1,5 fache erhöht. (Pediatrics). Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie ist, dass rauchende Mütter negativen Einfluss auf Söhne und Töchter haben, während von Vätern nur Söhne schlecht beeinflusst werden. Töchter rauchender Väter sein aber nicht gefährdet, ebenfalls zum Glimmstängel zu greifen. Noch deutlicher ist laut der Gesundheitsuntersuchung KiGGS allerdings der Einfluss der Clique.

So reagieren Eltern richtig

Wenn die Kinder zur Zigarette greifen, fehlen manchen rauchenden Eltern die Argumente. Auch wenn Sie selber rauchen, sollten Sie Ihrem Kind in aller Deutlichkeit klarmachen, dass sie es ablehnen, wenn diese rauchen. Verbote allerdings sind in der Regel nicht der richtige Weg, vor allem wenn die Kinder bereits mit dem Rauchen begonnen haben. Stattdessen sollten Sie Ihr Kind über die gesundheitlichen Risiken und die Gefahr der psychischen und physischen Abhängigkeit aufklären. Gescheiterte Versuche seitens der Eltern, mit dem Rauchen aufzuhören oder Rückfälle verdeutlichen, wie stark die Abhängigkeit durch das Rauchen ist. Sind die Kinder bereits alt genug, ist es deshalb wichtig, ihnen im Gespräch zu verdeutlichen, dass Sie diese Abhängigkeit bei Ihrem Kind auf jeden Fall vermeiden möchten.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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