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Zahl nimmt rasant zu: 124 Millionen Kinder sind fettleibig

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WHO schlägt Alarm  

Junkfood macht immer mehr Kinder dick

17.10.2017, 10:09 Uhr | dpa

Zahl nimmt rasant zu: 124 Millionen Kinder sind fettleibig. Die Zahl extrem dicker Kinder und Jugendlicher hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten mehr als verzehnfacht. (Quelle: dpa/Symbolbild/Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Zahl extrem dicker Kinder und Jugendlicher hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten mehr als verzehnfacht. (Quelle: Symbolbild/Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa/dpa)

Eines von hundert Kindern weltweit wurde vor 40 Jahren als fettleibig eingestuft. Inzwischen haben sechs von hundert Mädchen und acht von hundert Jungen deutliches Übergewicht – und der Trend hält an.

Die Zahl extrem dicker Kinder und Jugendlicher hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten mehr als verzehnfacht. Während 1975 weltweit etwa elf Millionen Fünf- bis 19-Jährige fettleibig waren, waren es im vergangenen Jahr 124 Millionen, berichten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Imperial College London im Fachblatt "The Lancet". Weitere 123 Millionen Kinder seien übergewichtig, wie aus ihrer Studie hervorgeht.

Alarmierender Anstieg in ärmeren Ländern

90 Prozent der Zunahme seien darauf zurückzuführen, dass mehr Kinder deutlich übergewichtig sind, nur zehn Prozent auf die wachsende Bevölkerungszahl, sagt Hauptautor Majid Ezzati vom Imperial College. In Ländern mit hohem Einkommen stiegen die Zahlen zwar nicht weiter, verharrten aber auf viel zu hohem Niveau. Alarmierend sei der Anstieg in ärmeren Ländern und solchen mit mittleren Einkommen, darunter in den bevölkerungsreichen Ländern China und Indien.

Wegen des weltweiten Bevölkerungswachstums gibt es heute generell weitaus mehr Kinder als vor 40 Jahren – die Zunahme bei Übergewicht und Fettleibigkeit wird in den WHO-Daten aber auch prozentual sehr deutlich. 1975 waren demnach weniger als ein Prozent der Kinder und Jugendlichen fettleibig, heute sind es fast sechs Prozent der Mädchen und fast acht Prozent der Jungen. "Eine erschütternde Veränderungsrate", sagt Fiona Bull von der WHO in Genf. Werbung für ungesunde Snacks, hohe Preise für gesunde Nahrungsmittel, weniger Bewegung – diese Faktoren hätten zu dem Trend beigetragen.

Etwas weniger zu dicke Erstklässler

Für Deutschland ist in den Datenreihen ein Anteil von knapp drei Prozent fettleibiger Kinder im Jahr 1975 erfasst.2016 waren etwa sieben Prozent der Mädchen und elf Prozent der Jungen betroffen. Zwar bewegen sich Kinder hierzulande im Mittel wieder etwas mehr und die Erfassung bei den Schuleingangs-Untersuchungen zeigt, dass die Zahl zu dicker Erstklässler leicht zurückgeht.

Aber: "Die Schere zwischen sehr fitten Kindern und solchen, die sich überhaupt nicht bewegen, öffnet sich immer weiter", erklärt Alexander Woll vom Institut für Sport und Sportwissenschaft (IfSS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vor einiger Zeit. "Es gibt mehr und mehr motorisch auffällige Kinder."

Wie laut WHO Fettleibigkeit bei Kindern reduziert werden könnte

Die WHO gibt Empfehlungen, um Fettleibigkeit in der Kindheit zu reduzieren: Behörden in aller Welt müssten

  • Familien besser über gesunde Ernährung aufklären,
  • junge Mütter animieren, mindestens sechs Monate lang ausschließlich zu stillen,
  • in Schulkantinen gesünderes Essen anbieten und
  • mehr Sportmöglichkeiten für Kinder schaffen.

"Zur Schule zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren muss sicher sein", sagt Bull. Der Kampf gegen das Rauchen habe gezeigt, dass auch Steuern auf gesundheitsschädliche Produkte erfolgreich seien.

Wer heute mit 60 fettleibig sei, habe meist im Alter von etwa 20 Jahren zugenommen, sagt Ezzati, Autor der Studie des Imperial College London. In Zukunft werden ihm zufolge ältere Fettleibige bereits im Kindesalter übergewichtig gewesen sein. "Je länger die Menschen zu hohes Gewicht haben, desto mehr Gesundheitsprobleme haben sie", erklärt er.

Folgen der Fettleibigkeit seien ein höheres Risiko für Diabetes, Krebs oder Schlaganfälle, bei Kindern zudem auch Mobbing in der Schule und Ausgrenzung im Jugendalter. Die Kosten für Interventionsprogramme seien laut Bull deutlich niedriger als die der Behandlung von Problemen durch Übergewicht.

Fettleibigkeit hängt bei Kindern von Alter, Geschlecht und Religion ab

Übergewicht und Fettleibigkeit hängen gerade bei Kindern stark von Alter, Geschlecht und Weltregion ab. Die WHO nutzt für die Einordnung als übergewichtig oder sogar fettleibig bestimmte Abweichungsstufen von einem je nach Land ermittelten Durchschnitt. Den höchsten Anteil von Fettleibigen fanden die Forscher unter jungen Menschen in der Südsee und in wohlhabenden angelsächsischen Ländern, darunter in den USA und Australien.

Für die Studie haben die Autoren Gewicht und Größe von fast 130 Millionen Menschen analysiert, darunter 31,5 Millionen zwischen fünf und 19 Jahren. Neben dem wachsenden Problem des Übergewichts seien 192 Millionen Fünf- bis 19-Jährige untergewichtig, betonen die Forscher auch. Die Zahl gehe nur langsam zurück. Dennoch gelte: Wenn der Trend anhält, gebe es in fünf Jahren mehr fettleibige Kinder als solche mit Untergewicht.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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