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Prostatakrebs  

Prostatapatienten droht Impotenz

18.03.2013, 11:56 Uhr | ag/vdb

Prostatapatienten droht Impotenz. Die Angst vor Impotenz nach einer Prostatabehandlung belastet viele Patienten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Angst vor Impotenz nach einer Prostatabehandlung belastet viele Patienten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Diagnose Prostatakrebs schockiert - doch leider ist sie keine Seltenheit. Allein in Deutschland wurden 2012 etwa 67.000 Männer damit konfrontiert. Ab diesem Moment beginnt für viele Betroffene ein Abwägen verschiedener Behandlungsmethoden. Doch sowohl eine Prostata-OP, als auch eine Hormon- oder Strahlentherapie bergen das Risiko, danach unter Impotenz zu leiden. Lesen Sie hier, was Prostatapatienten wissen sollten und wie ihnen bei Potenzproblemen geholfen werden kann.

70 Prozent haben Potenzprobleme nach der OP

Wenn bei einer Prostata-OP der Tumor herausgeschnitten ist, fängt für viele Patienten das spürbare Leid oft erst an: Wie der aktuelle Barmer GEK Krankenhausreport von 2012 zeigt, klagen 70 Prozent nach dem Eingriff über Erektionsproblemen, 53 Prozent haben weniger Interesse an Sex, 16 Prozent werden inkontinent. Grund dafür sind Schädigungen der Nerven, die bei einer kompletten Prostataentfernung häufig vorkommen. Allerdings gibt es mittlerweile eine schonendere, Nerven erhaltende Operation nach dem so genannten Da Vinci-Verfahren. Über eine Bauchspiegelung oder einen Roboterassistenten wird das Karzinom entfernt und die Erektionsfähigkeit wird in den meisten Fällen erhalten. Voraussetzung ist allerdings, dass der Krebs nicht zu spät erkannt wird. Außerdem bieten nicht alle Krankenhäuser diese OP-Technik an.

Auch bei Bestrahlung drohen Erektionsstörungen

Grundsätzlich gilt bei der Behandlung von Prostatakrebs folgende Regel: Je früher der Krebs entdeckt wird, umso schonender kann therapiert werden. "Ist das Karzinom noch sehr klein und ist nur ein Prostatalappen betroffen, ist statt der Operation auch eine lokale Behandlung möglich", erklärt Dr. Axel Schroeder vom Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU). Dabei handelt es sich um eine örtliche Bestrahlung, die sich Brachy-Therapie nennt. Bei ihr werden einzelne Kapseln mit radioaktiven Jodteilchen in die Prostata befördert. Dort greifen sie das Gewebe des Tumors an. Was viele nicht wissen: Zwar gilt diese Therapieform als schonend, jedoch birgt sie laut Schroeder - wie jede Art der Bestrahlung - auch ein Risiko, danach unter Impotenz zu leiden. "Besonders die konventionelle Bestrahlung führt häufig zu Erektionsstörungen", sagt der Facharzt. Auch nach der Behandlung mit der Brachy-Therapie haben rund 45 Prozent der Männer Probleme mit ihrer Standfestigkeit.

Hormontherapie führt oft zu Lustlosigkeit

Lässt sich der Tumor durch eine Operation oder Bestrahlung nicht mehr entfernen oder hat er sich bereits über die Prostata hinaus ausgebreitet und Metastasen gebildet, kommt in der Regel die Hormontherapie zum Einsatz. Sie hemmt die Bildung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, da dieses häufig das Wachstum von Prostatatumoren fördert. In einigen Fällen kommt eine Hormontherapie allerdings auch im Vorfeld einer Prostata-OP in Betracht. Durch die hormonelle Behandlung lässt dabei bei vielen Männern das Interesse an Sexualität deutlich nach. Sie bekommen Erektionsprobleme und haben zum Teil Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erlangen. Da sich die Beschwerden in den Therapiepausen in der Regel zurückbilden, bietet die so genannte intermittierende Hormontherapie eventuell einen Ausweg. Sie muss jedoch in jedem Fall mit dem Arzt besprochen werden, denn der Krebs kann in den Therapiepausen wieder wachsen.

Was tun, wenn nichts mehr geht?

Generell sollten Männern, die nach der Behandlung eines Prostatakarzinoms unter Impotenz leiden, ihren Urologen darauf ansprechen. Denn inzwischen stehen einige Therapiemethoden zur Verfügung. So lassen sich allgemeine Erektionsstörungen nach Auskunft von Schroeder zum Beispiel mit Viagra gut behandeln, "jedoch setzt der Einsatz von potenzsteigernden Tabletten intakte Nervenbahnen voraus", fügt er hinzu. Sind Nerven und Blutgefäße nach OP oder Strahlentherapie zumindest noch teilweise erhalten, kommt auch eine Therapie mit Phospodiesterase-5-Hemmern in Betracht. Diese werden vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen und verbessern bei sexueller Stimulation die Erektionsfähigkeit. Sind die Nervenbahnen komplett beschädigt, bleibt noch die Möglichkeit einer "Schwellkörper-Auto-Injektionstherapie" (SKAT). Vor dem Sex wird das Mittel vom Patienten selbst in das Glied gespritzt, ein Reflex wird ausgelöst und der Penis schwillt an. Für viele Betroffene ist diese Prozedur die einzige Möglichkeit, noch eine Erektion zu bekommen.

Vorsorge ist für Männer ab 40 ein Muss

Damit es jedoch erst gar nicht so weit kommt, ist die richtige Vorsorge der beste Schutz. Allerdings wird sie von zu wenigen Männern wahrgenommen. "Nur 20 Prozent gehen zur Früherkennung", sagt Schroeder. Er rät jedem Mann ab 40, sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Bei einer solchen Vorsorge wird zwar meistens auch die Prostata abgetastet, doch die Untersuchung "findet vor allem im Labor statt", so Schroeder. Dabei wird das Blut auf das prostataspezifische Antigen (PSA) untersucht - ein Eiweiß, das auch von gesunden Prostatazellen gebildet wird. Jedoch bilden Prostatakrebszellen besonders viel davon. Ein erhöhter Wert gilt als Indiz für einen Tumor. Wird der Wert nur knapp überschritten, und ist das Karzinom noch sehr klein, ist eine akute Behandlung nicht zwingend notwendig. Dann können Arzt und Patient zur "aktiven Überwachung" übergehen. Das bedeutet, zunächst abwarten und immer wieder kontrollieren. Dann wird der PSA-Wert regelmäßig geprüft, die Prostata immer wieder abgetastet und Gewebeproben entnommen.

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