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Nackenschmerzen behandeln: Therapie gegen Verspannungen

03.06.2014, 15:31 Uhr | se (CF)

Nackenschmerzen behandeln: Therapie gegen Verspannungen. Nackenschmerzen entstehen oft bei der Arbeit am Computer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nackenschmerzen entstehen oft bei der Arbeit am Computer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein steifer Hals ist unangenehm, aber häufig nur von kurzer Dauer. Bleiben die Beschwerden aber länger als drei Monate, sollten Sie Nackenschmerzen behandeln lassen. Je nach Ursache und Schweregrad der Verspannungen bieten sich dabei unterschiedliche Therapien an.

Klassische und alternative Therapien

Wer Nackenschmerzen behandeln lassen muss, hat die Wahl zwischen verschiedenen Therapieformen. Die klassische Halskrause sollten Sie nur tragen, wenn Ihre Halswirbelsäule nach einem Schleudertrauma instabil ist oder Sie akut unter sehr starken Schmerzen leiden. Laut der "Apotheken Umschau" raten Experten mittlerweile davon ab, die Muskeln stillzulegen. Anstatt die Muskulatur weiter zu schwächen, sollte sie besser durch ganzheitliche Krankengymnastik oder Physiotherapie gestärkt werden. Das Ziel: verspannte und verkürzte Muskeln dehnen und kräftigen, sodass die Wirbelsäule besser stabilisiert wird. Gleichzeitig lockert sich der ganze Bewegungsapparat. Einen ähnlichen Effekt haben Massagen an Nacken, Schultern und Rücken.

Aber Vorsicht: Manuelle Therapien dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn Verletzungen an der Wirbelsäule ausgeschlossen wurden. Bevor Sie Nackenschmerzen behandeln lassen, sollten Sie deshalb zunächst von einem Arzt die genauen Ursachen diagnostizieren lassen. Als alternative Therapiemaßnahmen bieten sich Akupunktur, Reizstromtherapie oder Biofeedback an. Vor allem Entspannungsübungen können Ihnen dabei helfen, Ihre Muskeln im Alltag bewusst zu lockern.

Nackenschmerzen behandeln: Beschwerden lindern

Anstatt Nackenschmerzen behandeln zu lassen, greifen manche Patienten lieber zu Schmerzmitteln. Zwar können die Wirkstoffe Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac kurzfristig Linderung verschaffen, sie bekämpfen jedoch nicht die Ursache. Auch schmerzstillende Salben oder sogenannte Muskel-Relaxantien, welche die Muskeln auf chemischem Weg entspannen, sollten nicht über einen längeren Zeitraum verwendet werden. Dr. Gerd Müller, ärztlicher Leiter eines orthopädischen Zentrums in Hamburg, gibt gegenüber dem "Stern" folgenden Tipp: Besprechen Sie Medikation im Zweifel immer mit einem Experten, anstatt sich selbst ohne ausreichende Kenntnisse zu therapieren.

Leidet ein Patient unter chronischen Schmerzen, die durch einen Bandscheibenvorfall oder eine abgenutzte Wirbelsäule hervorgerufen werden, greifen Ärzte häufig zur Cortison-Spritze. Bei besonders schwerwiegenden Fällen kann eine Operation notwendig sein. Weil hierbei jedoch das Risiko einer Verletzung der Nerven, des Gewebes und des Rückenmarks besteht, sollten Sie vorher alle anderen Therapiemöglichkeiten ausreizen.

Tipps für den Alltag: So beugen Sie Nackenschmerzen vor

All diese passiv-reagierenden Maßnahmen dienen dazu, Beschwerden zu lindern. Daneben gebe es jedoch eine Reihe von aktiven Methoden, mit denen Sie nicht nur Nackenschmerzen behandeln, sondern bestenfalls vorbeugen können, so Dr. Gerd Müller. Vermeiden Sie Zugluft und Feuchtigkeit. Stattdessen sollten Sie Ihrem Nacken so häufig wie möglich Wärme gönnen.

Um Verspannungen und Schmerzen dauerhaft zu umgehen, hilft nur eines: Bewegung. Dr. Müller empfiehlt beispielsweise ein Ausdauertraining, wodurch Rücken und Nacken beweglich bleiben, Muskeln aufgebaut und gekräftigt werden. Alternativ bieten sich Nordic Walking oder Schwimmen an. Tipp: Falls Sie viele Stunden sitzend verbringen, sollten Sie sich regelmäßig zwischendurch strecken und dehnen sowie häufiger die Sitzposition verändern. So beugen Sie Haltungsfehlern und Überlastungen der Bandscheiben vor.

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