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Bandwurm beim Menschen: Welche Therapie hilft?

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Parasit im Körper  

Bandwurm beim Menschen: Behandlung durch Krebsmedikamente

27.07.2015, 13:32 Uhr | CF, ji

Bandwurm beim Menschen: Welche Therapie hilft?. Forscher wollen den nahezu unsterblichen Bandwurm mit Krebsmedikamenten besiegen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Forscher wollen den nahezu unsterblichen Bandwurm mit Krebsmedikamenten besiegen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Bandwurm beim Menschen ist vor allem deshalb gefährlich, weil sich seine Larven im ganzen Körper ausbreiten und sowohl die Muskeln und Organe als auch das Gehirn nachhaltig schädigen können. Mithilfe von Krebsmedikamenten wollen Forscher nun eine wirksame Therapie gegen die Parasiten entwickeln.

Diese Bandwurmarten können den Menschen befallen

Es gibt tausende Arten von Bandwürmern, die Wissenschaftlern bekannt sind. Die Anatomie der Parasiten ist jedoch der Darmbeschaffenheit ihrer Wirte angepasst, daher befallen nicht alle Bandwürmer den Menschen. Es gibt jedoch einige, die beim Menschen ernstzunehmende Krankheiten verursachen können.

Zu den Parasiten, die den menschlichen Körper befallen können, zählen:

Bandwurmeier können auf unterschiedliche Wege in den menschlichen Körper gelangen. So kann beispielsweise der Verzehr von halbrohem Fleisch oder Pilzen und Beeren aus dem Wald die Ursache sein. Aber auch durch unzureichende Hygiene nach Kontakt mit Exkrementen auf der Toilette kann eine Infektion mit Bandwürmern auftreten. Achten Sie daher auf die Hygiene ihrer Kinder und waschen Sie sich nach dem Kontakt mit Haustieren regelmäßig die Hände.

Symptome einer Bandwurminfektion

Eine Bandwurmerkrankung verläuft je nach Art unterschiedlich, aber oftmals symptomlos. Mögliche Anzeichen sind Übelkeit und Erbrechen, sowie Appetitlosigkeit und daraus resultierender Gewichtsverlust. Auch ein ständiger Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung kann auftreten. Bilden sich durch die Bandwurmerkrankung Zysten in menschlichen Organen, Oberbauchschmerzen, Atembeschwerden und Müdigkeit können die Folge sein.

Weitestgehend beschwerdefrei verlaufen Infektionen mit dem Fisch-, Zwerg-, Schweine- und Rinderbandwurm. Doch auch wenn manche Infektionen als harmlos eingestuft werden, sollten sie in jedem Fall behandelt werden.

Bandwurm beim Menschen: Gefährliche Larven

Ein Bandwurm beim Menschen kann unter Umständen einige Zeit unbemerkt bleiben. Zwar entzieht er dem Körper Nährstoffe, richtet dadurch aber keinen gravierenden Schaden an und löst keine Krankheiten aus. Befruchtete Eier werden über den Stuhlgang ausgeschieden und entwickeln sich erst dann ins erste Larvenstadium. Gelangen diese Larven entweder über rohes Fleisch oder mangelnde Toilettenhygiene in den menschlichen Darm gelangen, sind sie deutlich gefährlicher.

Nachdem sie sich durch die Darmwand gebohrt haben, gelangen sie in die Leber, die Lunge, das Gehirn und die Muskeln. Dort setzen sie sich fest, bilden Zysten und wachsen zum Teil zu der Größe eines Handballs heran – ähnlich wie die Metastasen beim Krebs. Die Folgen vom Bandwurm beim Menschen sind nicht minder schlimm als die eines Tumors: Betroffene können erblinden, epileptische Anfälle erleiden und in schlimmen Fällen führt der Parasit zum Tod.

Bedarf an Therapien: Weltweit Millionen Betroffene

Ein Bandwurm beim Menschen ist keine Seltenheit. Professor Klaus Brehm vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg schätzt die Zahl der Infizierten weltweit auf mehrere hundert Millionen, wie er in einer Publikation im britischen Wissenschaftsjournal "Nature" angibt. Viele von ihnen leben unter schlechten hygienischen Bedingungen eng mit Tieren zusammen.

Laut Brehm gibt es bisher keine Therapie, die sowohl einen Bandwurm beim Menschen als auch dessen Larven zuverlässig bekämpft. Das Mittel Praziquantel kann lediglich die ausgewachsenen Tiere aus dem Körper befördern, nicht aber seine Nachfahren. Genau das sollen Krebsmedikamente zukünftig ändern.

Krebsmedikamente gegen Bandwurm beim Menschen

Neben Klaus Brehm und seinen Kollegen forschen Wissenschaftler aus England und Mexiko zur Problematik des Bandwurms beim Menschen. Zunächst haben sie das Erbgut von Fuchs-, Schweine-, Hunde- und Zwergbandwurm entschlüsselt, um daraus Ideen für eine mögliche Therapie gegen die Larven zu entwickeln. Doch anstatt wie sonst üblich neue Wirkstoffe gegen einen Krankheitserreger zu entwickeln, wollen die Forscher Medikamente gegen den Parasiten einsetzen, die bereits auf dem Markt sind und sich auf anderen medizinischen Feldern bewährt haben. Das würde viel Geld und Zeit sparen.

Krebsmedikamente könnten hierbei eine Lösung sein: "Eine Infektion mit Bandwürmern verläuft ähnlich wie das Wachstum von Tumoren. Die Larven des Fuchsbandwurms zum Beispiel metastasieren und breiten sich im Körper aus", so Brehm. Die Konsequenz: Das Forscherteam testet Krebsmedikamente mit eigens angelegten Zellkulturen des Fuchsbandwurms. Brehm vermutet, dass in einigen Jahren eine effektive Therapie gegen die Larven mit Krebsmedikamenten möglich sei. Sein Ziel ist es, den Vermehrungskreislauf des Parasiten zu durchbrechen: Der Bandwurm kann sich nämlich selbst befruchten und ist durch die Weitergabe der Eier über den menschlichen Kot quasi unsterblich. 

„Wir wollen wissen, wie das funktioniert“, sagt Brehm. Das Wissen über das Erbgut von Bandwürmern und den möglichen Einsatz von Krebsmedikamenten ist ein erster Schritt in diese Richtung. Seit Ende 2015 ist Brehm am neuen Projekt "Initiative zur Erforschung des funktionalen Genoms von Plattwürmern" beteiligt. Damit sollen Methoden entwickelt werden, um die Gene der Würmer manipulieren zu können.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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