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Cholesterin senken: Erhöhte Blutfettwerte lassen sich auch natürlich reduzieren

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Ohne Medikamente  

So senken Sie Ihr Cholesterin natürlich

15.11.2017, 11:07 Uhr | fsy, t-online.de

Cholesterin senken: Erhöhte Blutfettwerte lassen sich auch natürlich reduzieren. Mit einfachen Verhaltensweisen können Sie ihren Cholesterinspiegel beeinflussen. (Quelle: Getty Images/udra)

Mit einfachen Verhaltensweisen können Sie ihren Cholesterinspiegel beeinflussen. (Quelle: udra/Getty Images)

Hohe Cholesterinwerte sind ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele Betroffene nehmen deshalb Medikamente ein, um die Blutfettwerte zu regulieren. Doch Tabletten sind nicht bei jedem Patienten nötig. Und Alternativen, den Cholesterinspiegel auch ohne Medikamente dauerhaft zu senken, gibt es mehr als genug. Wir verraten, was es mit den Blutfetten auf sich hat und wie Sie Ihre Cholesterinwerte auf natürliche Weise senken können.

Was genau ist Cholesterin?

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die für den menschlichen Körper lebenswichtige Funktionen übernimmt. Es ist am Aufbau von Zellwänden und Hormonen beteiligt sowie Bestandteil des Energiestoffwechsels. Der Körper stellt einen großen Teil des benötigten Cholesterins selbst her, der Rest wird über die Nahrung aufgenommen. Kalorien- und fettreiche Ernährung, Vitaminmangel und zu wenig Bewegung können zu einem Anstieg von Cholesterin im Blut führen.

Das Gesamtcholesterin setzt sich aus dem HDL- und dem LDL-Cholesterin zusammen. Diese werden entweder als “gut” oder “schlecht” bezeichnet, da sie verschiedene Funktionen im Körper inne haben. Das "schlechte" LDL-Cholesterin haftet leicht an den Gefäßwänden und begünstigt so Verkalkungen und Gefäßschädigungen. Das "gute" HDL-Cholesterin sammelt hingegen überschüssiges Cholesterin im Blut und transportiert dieses zur Leber. Als erstrebenswert gilt daher ein hoher HDL- und ein niedriger LDL-Cholesterinwert.

Mehr zum Thema: Cholesterinwerte

Vorsorge & Therapie: Cholesterin natürlich senken

Drei Hauptfaktoren können für einen erhöhten Cholesterinspiegel verantwortlich sein: Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung. Jeder Mensch kann diese Faktoren selbst beeinflussen und somit gezielt bei der Senkung des Cholesterinspiegels mitwirken. Die regelmäßige Kontrolle der Blutwerte ist hierbei essentiell. Allgemein gilt: Wird der Grenzwert von 200 Milligramm Gesamtcholesterin pro Deziliter im Blut überschritten, ist der Cholesterinwert zu hoch.

Natürliche Cholesterinsenker und Maßnahmen, die sich positiv auf die Cholesterinwerte auswirken, sind Sport und eine ausgewogene Ernährung. Wird die Herz-Kreislauf-Gesundheit verbessert, so reguliert sich automatisch der Cholesterinspiegel. Auch der Verzicht auf Zigaretten, ein eingeschränkter Konsum von Alkohol und die Vermeidung von Stress sind wichtig, um das LDL-Cholesterin dauerhaft zu senken.

Cholesterin ohne Medikamente senken – mit körperlicher Aktivität

Anstatt cholesterinsenkende Medikamente über einen langen Zeitraum einzunehmen, sollten vor allem übergewichtige Menschen lieber ihren Lebensstil anpassen. Wer durch Sport oder mehr Bewegung ein paar Kilogramm verliert, kann seinen Cholesterinspiegel auch ohne Tabletteneinnahme effektiv senken. Regelmäßiger Ausdauersport erhöht das „gute“ HDL-Cholesterin und senkt das "schlechte" LDL-Cholesterin. Zudem wirkt sich Sport positiv auf den Blutdruck aus und stärkt das Herz.

Welche Sportarten sind geeignet?

  • Joggen
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Wandern
  • Tanzen

Blutfettwerte senken durch Ernährung

Allein durch ein verändertes Essverhalten kann der Cholesterinspiegel nur um etwa zehn Prozent gesenkt werden. Das liegt daran, dass der größte Teil des Cholesterins nicht über Nahrungsmittel aufgenommen, sondern von der Leber gebildet wird. Wenn man 100 Milligramm Cholesterin durch Essen aufnimmt, erhöht das den Cholesterinwert im Blut nur um etwa zwei mg/dl. Dennoch ist eine ausgewogene Ernährung ein wichtiger Faktor, um den „schlechten“ LDL-Cholesterinwert natürlich zu senken. Genau wie Normalgewicht und genügend Bewegung ist sie außerdem eine gute Basis für ein gesundes Leben.

Fette sind nicht grundsätzlich schlecht

Früher war man der Meinung, dass Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten so wenig Fett wie möglich essen sollten. Das schränkte die Lebensmittelauswahl ziemlich ein. Mittlerweile weiß man, dass es bestimmte Fette gibt, die Betroffene meiden sollten. Dazu gehören die gesättigten Fettsäuren, die hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln wie Eier oder Fleisch vorkommen. Die einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren helfen hingegen sogar, die Blutfettwerte zu senken. Diese sind zum Beispiel in einigen Nüssen, Olivenöl oder Distelöl enthalten.

Zur Senkung eines erhöhten Cholesterinwerts sollten fett- und kalorienreiche Lebensmittel bestmöglich gemieden werden. Eine cholesterinarme Ernährung umfasst:

  • frisches Obst
  • Gemüse
  • Salat
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse, Saaten
  • Sojaprodukte
  • Fisch
  • Pflanzenöle

Mehr zum Thema: Cholesterin senken durch Ernährung

Wann sind Cholesterinsenker nötig?

Ab wann man zu cholesterinsenkenden Medikamenten greifen sollte, ist ziemlich umstritten: Wissenschaftler warnen vor der voreiligen Einnahme der Tabletten, denn häufig werden diese verschrieben, ohne dass sie für den Patienten nötig sind. Stattdessen sollte man zuerst natürliche Methoden wie eine Ernährungsumstellung oder sportliche Betätigung in Erwägung ziehen.

Für Patienten, die zur Risikogruppe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören, zum Beispiel Raucher, Diabetiker, Übergewichtige oder mit familiärer und erblicher Vorbelastung, kann ein erhöhter Cholesterinspiegel gefährlich werden. Bei Patienten mit mehreren Risikofaktoren könnte der zu hohe Cholesterinwert in schlimmen Fällen zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt führen, weshalb eine Einnahme der Cholesterinsenker sinnvoll sein kann.

Auch wenn man bereits eine Herzkranzgefäßerkrankung oder einen Schlaganfall erlitten hat oder Durchblutungsstörungen im Bereich des Gehirns oder im Bein sowie einen Verschluss im Bein hat, ist die Einnahme von cholesterinsenkenden Tabletten in Absprache mit dem Hausarzt ratsam, damit sich der Cholesterinspiegel wieder normalisiert.

Welche Cholesterin-Tabletten gibt es?

In den gängigsten Tabletten, die gegen zu hohe Cholesterinwerte verschrieben werden, ist der Arzneistoff “Statin” enthalten. Statine sind sogenannte Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer (CSE-Hemmer) und haben die Aufgabe, das körpereigene Cholesterin, das in der Leber produziert wird, zu hemmen.

In Deutschland zugelassene Medikamente, die Statin enthalten, sind:

  • Simvastatin
  • Lovastatin
  • Atorvastatin
  • Pravastatin
  • Fluvastatin
  • Pitavastin
  • Rosuvastatin

Empfohlen wird, die Tabletten abends einzunehmen, um einen größeren Effekt zu erzielen. Die Therapie mit Statinen kann dabei helfen, das Risiko für lebensgefährliche Durchblutungsstörungen in Herz und Hirn zu reduzieren. Statine minimieren auch die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls, falls man bereits an Herz-Kreislauf-Krankheiten wie einem Herzinfarkt erkrankt war.

Allerdings kann das Medikament den Cholesterinspiegel gesunder Menschen nicht oder nur minimal senken. Auch Nebenwirkungen, die nicht unterschätzt werden sollten, können auftreten.

Welche Nebenwirkungen hat der Stoff?

Als Nebenwirkungen der Medikamente, die Statin enthalten, werden häufig Muskelschmerzen, Leberprobleme und Nierenversagen genannt. Auch als weitere, mögliche Nebenwirkung wird Grauer Star erwähnt.

Welche Alternativen gibt es?

Der Arzneistoff Ezetimib soll das schlechte Cholesterin LDL um circa 20 % senken und wird laut mehrerer Studien häufig gut vertragen. Ezetimib-Medikamente werden vom Arzt in Kombination mit Statin enthaltenen Tabletten und einer Diät verschrieben, um die Cholesterinwerte zu senken und Risikopatienten vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen.

Cholesterinsenkende Tabletten immer nur in Absprache mit dem Arzt

Bevor Sie cholesterinsenkende Medikamente einnehmen, sollten Sie deshalb auf jeden Fall einen Arzt konsultieren. Nach einer sorgfältigen Untersuchung kann dieser Sie individuell beraten, ob sie eine Therapie mit cholesterinsenkenden Tabletten in Erwägung ziehen und zu welchen Sie greifen sollten.

Xanthelasmen: Cholesterinablagerungen am Auge erkennen

Übrigens: Erhöhte Cholesterinwerte lassen sich am Auge ablesen. Weiße Ringe um die Iris zeigen beispielsweise einen hohen Cholesterinspiegel an. Oft bilden sich bei Betroffenen auch weißliche bis gelbe Erhebungen an den Augenlidern – meist am inneren Winkel der Augen. Diese Cholesterinablagerungen auf der Haut treten ohne erkennbare Ursache oder in Folge einer Erkrankung wie Diabetes oder einer Störung des Fettstoffwechsels, also bei hohen Blutfettwerten (Hyperlipoproteinämie), auf. Sie sind harmlos, stellen aber für die Betroffenen ein kosmetisches Problem dar. Ein Arzt kann die Erhebungen mit einem kleinen operativen Eingriff mittels Laser, Skalpell oder Vereisung entfernen.

Mehr zum Thema: Xanthelasmen

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