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Atemtest und Co.  

Laktoseintoleranz-Test: Möglichkeiten zur Diagnose

28.07.2016, 13:08 Uhr | hut

Laktoseintoleranz-Test: Möglichkeiten zur Diagnose. Bei jedem Siebten lösen Milchprodukte Durchfall, Magenschmerzen und Blähungen aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei jedem Siebten lösen Milchprodukte Durchfall, Magenschmerzen und Blähungen aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Treten nach dem Verzehr von Milchprodukten Magenbeschwerden auf, könnte dies ein Hinweis auf eine Laktoseintoleranz sein. Der Wasserstoff-Atemtest und der Laktosetoleranztest sind die gängigsten Diagnoseverfahren zum Nachweis einer Milchzuckerunverträglichkeit. Wir erklären, wie die Tests ablaufen, welche Werte entscheidend sind und wann ein Gentest durchgeführt wird.

Wasserstoff-Atemtest: Ablauf und kritische Werte

Der H2-Atemtest ist eine relativ schnelle und unkomplizierte Untersuchung: Durch ein Mundstück bläst der Patient in ein Gerät, das die Wasserstoffkonzentration (H2) im Atem misst. Die so ermittelte Zahl gilt als Ausgangswert. Im Anschluss trinkt der Patient eine Milchzuckerlösung auf nüchternen Magen. Bei einer Laktoseintoleranz entstehen durch die Vergärung des Milchzuckers größere Mengen Wasserstoff im Darm, die über das Blut und den Lungenkreislauf in den Atem gelangen.

In Abständen von 30 Minuten wird dann erneut die Atemluft gemessen. Steigt der Wasserstoffanteil im Atem über einen Wert von 20 ppm (parts per million, also die Menge eines Stoffs pro eine Million Teile) im Vergleich zum Ausgangswert, ist dies ein Zeichen für eine Laktoseintoleranz. Treten darüber hinaus typische Beschwerden wie Magengrummeln und ein Blähbauch auf, bestätigt dies die Diagnose.

Vor dem Atemtest unbedingt nüchtern sein

Die Ergebnisse des Atemtests können durch verschiedene Faktoren, wie Tabakkonsum und zuvor verspeiste Lebensmittel, verfälscht werden. Zur Untersuchung müssen Sie daher unbedingt nüchtern erscheinen. Das heißt, zwölf Stunden vor dem Test sind jegliche Speisen und Rauchen tabu. Davon ausgenommen ist stilles Wasser. Sprechen Sie die genauen Anweisungen am besten mit ihrem Arzt ab. Am Tag zuvor sollten Sie außerdem keine ballaststoffreichen Nahrungsmittel wie Vollkornbrot und Bohnen essen und am Abend davor auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel verzichten.

Medikamente können Ergebnis des Atemtests verzerren

Auch bestimmte Medikamente können das Testergebnis beeinflussen. Besprechen Sie daher zuvor mit Ihrem Arzt, ob Sie verdauungshemmende oder -fördernde Mittel gegebenenfalls absetzen sollten. Auch die Einnahme von Antibiotika in den letzten vier Tagen vor dem Test können das Ergebnis beeinflussen, wie die "Apotheken Umschau" warnt.  

Nach einer Darmreinigung in Vorbereitung auf eine Darmspiegelung sollten Sie sogar mindestens vier Wochen warten, bis sich die Darmflora wieder eingependelt hat, bevor Sie einen H2-Atemtest durchführen.

Blutuntersuchung beim Laktosetoleranztest

Aufgrund der genannten Einschränkungen ist ein H2-Atemtest nicht immer sinnvoll. Eine weiteres Diagnoseverfahren ist die Untersuchung des Blutzuckerspiegels. Auch für diese sollten Sie nüchtern erscheinen. Ein Arzt entnimmt zunächst Blut aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen und ermittelt daraus Ihren Blutzuckerspiegel. Im Anschluss trinken Sie auch bei diesem Test eine Milchzuckerlösung. Vertragen Sie Laktose, spaltet diese sich im Darm in Traubenzucker und Schleimzucker auf. Es kommt folglich zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Bei einer Laktoseintoleranz geschieht das hingegen nicht, wodurch der Blutzuckerspiegel unter einem bestimmten Wert bleibt. Eine Diabetes-Erkrankung kann das Testergebnis verfälschen. 

Wichtig: Beachten Sie, dass die Diagnose erst als sicher gilt, wenn sowohl der Wasserstoff-Atemtest als auch die Blutuntersuchung ein positives Ergebnis liefern.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Bei begründetem Verdacht auf eine Laktoseintoleranz übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für den Wasserstoff-Atemtest und den Laktosetoleranztest, so das Gesundheitsportal "onmeda". 

Gentest zur Untersuchung einer Laktoseintoleranz

Mit einem Gentest ist es möglich, eine erblich bedingte Laktoseintoleranz nachzuweisen. Durch einen Schaden am Erbgut nimmt die Aktivität des Enzyms Laktase, welches für den Abbau von Milchzucker (Laktose) zuständig ist, im Laufe des Lebens immer mehr ab. Um eine erblich bedingte Laktoseintoleranz festzustellen, wird vom Arzt Blut oder ein Abstrich der Mundschleimhaut entnommen. Da der Test sehr teuer ist und nicht-erblich bedingte Formen der Unverträglichkeit so nicht diagnostiziert werden können,ist er keine Routineuntersuchung. 

Weitere Ursachen von Magenbeschwerden

Nicht immer ist eine Laktoseintoleranz der Auslöser von Magen- und Darmproblemen. Auch eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) oder eine Fructoseintoleranz sind mögliche Ursachen. Zudem darf eine Laktoseintoleranz nicht mit einer (Kuh)-Milcheiweißallergie verwechselt werden, wie die "Apotheken Umschau" betont. Beide Krankheitsbilder verursachen ähnliche Symptome, jedoch ist die Milcheiweißallergie bei Erwachsenen sehr selten und tritt meist vorübergehend bei Babys und Kleinkindern auf. 

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