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Herzinfarkt bei Frauen: Symptome und Anzeichen beachten

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Herzinfarkt bei Frauen  

Anzeichen treten oft Monate im Voraus auf

29.09.2015, 08:54 Uhr | stw , t-online.de

Herzinfarkt bei Frauen: Symptome und Anzeichen beachten. Jedes Jahr sterben in Deutschland 65.000 Menschen an einem Herzinfarkt. 55 Prozent davon sind Frauen.   (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jedes Jahr sterben in Deutschland 65.000 Menschen an einem Herzinfarkt. 55 Prozent davon sind Frauen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Herzinfarkt gehört zu den häufigsten Todesursachen in Industrieländern. Allein in Deutschland erleiden jedes Jahr über 300.000 Menschen einen Infarkt. 65.000 sterben daran, 55 Prozent davon sind weiblich. Für Frauen sind Herz-Kreislauf-Leiden besonders gefährlich, denn ihr Herz tickt anders.

Viele Frauen wissen nicht, dass auch sie besondere Risiken für Herzleiden haben und dass sich erste Symptome bereits Monate vor dem eigentlichen Infarkt zeigen können.

Warnsignale schon lange vorher

Studien aus den USA, Kanada und Norwegen haben gezeigt, dass bei Frauen erste Symptome knapp ein Jahr vor dem Herzinfarkt auftreten. Dem Infarkt gingen anhaltende Müdigkeit, Schlafstörungen und Kurzatmigkeit voraus. Daneben hatten viel Frauen mit Verdauungsstörungen, Taubheitsgefühl in den Armen sowie Schmerzen im Rücken oder in den Beinen zu kämpfen.

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Frauen verwechseln Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt kann sich bei Frauen mit untypischen Symptomen anmelden. "Man lernt im Studium immer, dass der Herzinfarkt mit Brustschmerzen und Schmerzen hinter dem Brustbein ausstrahlend zum Arm oder Unterkiefer beginnt", sagt die ausgebildete Herzchirurgin, Professor Sandra Eifert, vom Klinikum Großhadern in München. "Das können die Frauen haben, das müssen sie aber nicht in jedem Fall haben." Frauen klagten gelegentlich auch über Oberbauchbeschwerden oder Übelkeit - "also etwas relativ Unspezifisches". Dies könne die Diagnose verzögern.

"Frauenbeschwerden oft nicht ernst genommen"

Ein weiterer Grund, warum Ärzte die Herzkrankheiten bei Frauen nur schwer erkennen ist, dass Patientinnen ihre Beschwerden anders schildern als Männer. So klagen sie häufiger über Stress und reden mehr über Ängste und Gefühle, statt auf körperliche Symptome hinzuweisen. Dies wiederum verleitet die Ärzte zu Fehldiagnosen wie psychischen Krankheiten.

"Frauen und Herzkrankheiten sind unterschätzt worden", sagt Eifert, die eine Herzinsuffizienz- und frauenspezifische Sprechstunde in München betreut. "Frauenbeschwerden werden oft nicht ernst genommen."

Achten Sie auf erste Symptome

Neben den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt, empfiehlt es sich auch selbst wachsam zu sein, seinen Körper zu beobachten und bei ungewöhnlichen Schmerzen einen Arzt aufzusuchen. Die Deutsche Herzstiftung rät, erste Symptome ernst zu nehmen.

Auch Risiken sind bei Frauen anders

Die Hauptrisikofaktoren, wie etwa Rauchen und zu fettes Essen, sind bei Frauen und Männern gleich. Doch Frauen, die an Diabetes mellitus leiden, haben verglichen mit zuckerkranken Männern ein dreifach erhöhtes Risiko, eine Herzkreislauferkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, berichtet die Deutsche Herzstiftung. Besonders gefährdet sind außerdem Raucherinnen, die die Pille nehmen.

Risiko bei Frauen steigt mit dem Alter

Einen Unterschied zwischen den Geschlechtern besteht auch beim Alter, in dem ein Herzinfarkt auftritt. Laut der Deutschen Herzstiftung sind Frauen bis zu den Wechseljahren gut geschützt. Denn die weiblichen Hormone mindern in der fruchtbaren Lebensphase das Risiko für Gefäß- und Arterienverkalkung und deren Folgen. Nimmt aber die Hormonproduktion ab, sinkt parallel dazu auch der Schutz. Frauen haben dann ein "genauso hohes Risiko wie die Männer", sagt Professor Vera Regitz-Zagrosek, Leiterin des Instituts für Geschlechterforschung an der Charité in Berlin.

Übergewicht, hoher Blutzucker und hohe Blutfette seien dann ebenso große Risikofaktoren, hoher Blutzucker sei bei Frauen sogar noch gefährlicher.

Gesunde Lebensweise verringert Herzinfarkt-Risiko

Vor allem ab den Wechseljahren sollten Frauen durch eine gesunde Lebensweise vorbeugen. Wer sich ausgewogen ernährt, auf Nikotin und Alkohol verzichtet und stattdessen Sport treibt, verringert das Bluthochdruck- und Diabetes-Risiko deutlich.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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