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String-Tangas erhöhen Risiko für Blasenentzündung

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Blasenentzündung  

Experte warnt: String-Tangas verteilen Keime

20.11.2014, 08:47 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

String-Tangas erhöhen Risiko für Blasenentzündung. String Tanga: Das kleine Stückchen Stoff erhöht das Risiko einer Blasenentzündung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

String Tanga: Das kleine Stückchen Stoff erhöht das Risiko einer Blasenentzündung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fast jede Frau hat String-Tangas im Schrank. Schließlich sorgen sie für einen schönen Po in der Hose, ganz ohne lästige Unterwäsche-Nähte. Dass die schmalen Höschen aber das Risiko für Blasenentzündungen erhöhen, ist wenigen bewusst. Wir haben einen Experten gefragt, was das Risiko für den Harnwegsinfekt erhöht.

Schätzungen zufolge leidet jede zweite Frau einmal in ihrem Leben unter einer Blasenentzündung. Viele trifft es immer wieder. Die Erkrankung wird durch unterschiedliche Erreger hervorgerufen. Doch in den meisten Fällen sind Darmkeime schuld an der Infektion, die zu ständigem Harndrang und dem unangenehmen Brennen auf der Toilette führt.

In Verbindung mit den Darmkeimen spielt besonders die Wahl der Unterwäsche eine bedeutende Rolle für eine Infektion. Kritisch sind vor allem String-Tangas: "Es ist richtig, dass String-Tangas, anders als ‚normale‘ Slips, direkten Kontakt mit dem Darmausgang haben", sagt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. "Dadurch können sie verstärkt Keime von dieser Körperregion aufnehmen und durch die natürliche Körperbewegung nach vorne in Richtung Scheide verteilen. Von dort steigen die Bakterien durch die Harnröhre auf beziehungsweise werden beim Geschlechtsverkehr hoch massiert." 

UMFRAGE
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Betroffene sollten auf String-Tangas besser verzichten

Gerade wenn eine Frau häufig mit Blasenentzündungen zu kämpfen habe, sei es einen Versuch wert, auf die Strings zu verzichten, empfiehlt Albring und betont im selben Atemzug auch, wie wichtig es ist, die schmalen Höschen, ebenso wie jede andere Unterwäsche, täglich zu wechseln. "Gegebenenfalls sogar häufiger, beispielsweise wenn viel Sport getrieben wird und man schwitzt", so der Rat des Frauenarztes. Denn Feuchtigkeit führe dazu, dass sich die Keime schneller ausbreiten.

Baumwolle ist ein natürlicher Bakterienkiller

Aus diesem Grund sind auch Synthetik-Stoffe keine gute Wahl für die empfindliche Zone, da man in ihnen schneller schwitzt. Albring rät Frauen, Unterwäsche aus Baumwolle und Mikrofaser zu tragen, da diese luftdurchlässig ist. "Dadurch trocknen aufgefangene Bakterien schneller aus und werden so abgetötet", erklärt der Experte.

Angst vor altmodischen Modellen müssen Frauen aber nicht haben. Auch Baumwolle und Mikrofaser können schick sein. Die Unterwäsche-Hersteller bieten schon lange edle Stücke an, die nicht gleich wie aus Omas Kleiderschrank aussehen. Laut Albring ist es zudem wichtig, dass der Stoff im 60-Grad-Waschgang gereinigt werden kann, damit alle Keime abgetötet werden.

Sex zählt zu den Risikofaktoren

Doch nicht nur die falsche Unterwäsche kann zu Blasenentzündungen führen. Auch durch Geschlechtsverkehr können die Keime weitergetragen werden. "Viele Patientinnen berichten davon, dass sich die Entzündung nach dem Geschlechtsverkehr entwickelt", sagt Albring und rät, nach dem Sex sofort auf die Toilette zu gehen. Denn so wird die Harnröhre durchgespült und Keime haben keine Chance mehr.

Laut dem Frauenarzt kann es generell helfen, vor und nach dem Geschlechtsverkehr ausreichend zu trinken, damit mögliche Keime sich nicht im Harntrakt festsetzen können.

Sperma kann zu Blasenentzündungen führen

"Wenn sich Harnwegsinfekte nach dem Sex häufig wiederholen und die Frau eine optimale Hygiene hat, sollte das Sperma des Partners untersucht werden, da es ebenfalls Keime enthalten kann", empfiehlt Albring. Auch unvorsichtiger, heftiger Sex könne die Schleimhaut der Intimzone und somit auch die Harnröhre oberflächlich schädigen und das Eindringen der Erreger so begünstigen, warnt der Experte. Und: "Nach analem Sex darf der Partner keinesfalls anschließend in die Scheide eindringen", betont er.

Seifen und Lotionen sind im Intimbereich ein No-Go

Aber auch zu viel Hygiene im Intimbereich schädigt die natürliche Abwehr und fördert so die Keimentwicklung. Albring empfiehlt seinen Patientinnen, von Seife, Duschgel und Lotionen die Finger zu lassen. "Frauen sollten sich im Intimbereich ausschließlich mit klarem Wasser reinigen", rät er. 

Geschwächte Abwehrkräfte stören die Immunabwehr

Die natürliche Abwehr kann zudem auch durch eine vorübergehende Schwäche des Immunsystems oder eine gestörte Durchblutung der Harnröhren geschwächt werden. Anfällige Frauen bekommen dann schnell eine Blasenentzündung. Was können Patientinnen also tun? "Schnelles Umziehen nach dem Schwimmen hilft. Und nicht zu lange auf kaltem Untergrund sitzen, damit die funktionierende Schleimhaut-Barriere, die Frauen vor Krankheitserregern schützt, nicht gestört wird", sagt Albring.

Antibiotika müssen nicht immer sein

Ist es trotz aller Vorsichtmaßnahmen doch zu einer Blasenentzündung gekommen, kann es manchmal funktionieren, mit viel Trinken und Warmhalten die Entzündung erfolgreich zurückzudrängen. "Wenn das nicht gelingt und die Symptome sich sogar verschlimmern, sollten allerdings Antibiotika eingenommen werden", rät Albring. Das ist wichtig, um zu verhindern, dass die Entzündung chronisch wird oder sich auf die Nieren ausbreitet. 

Kein Sex mit Blasenentzündung

Bedeutsam bei einer Infektion sei zudem, dass die Frau solange auf Sex verzichte, bis die Blasenentzündung komplett ausgeheilt ist, betont Albring. Das heißt, dass keine Schmerzen und auch kein Brennen beim Wasserlassen mehr auftreten dürfen, kein unnötiger Harndrang mehr vorhanden sein darf und sich die Frau im Intimbereich nicht mehr wund fühlt.

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