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Blähungen: Ursachen, Symptome und warum besser nicht unterdrücken

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Der Pups muss raus  

Warum man Blähungen nicht unterdrücken sollte

22.10.2017, 11:03 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Blähungen: Ursachen, Symptome und warum besser nicht unterdrücken. Kohlenhydrate vergären im Darm und sorgen so für dicke Luft. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Symbolbild/spukkato)

Kohlenhydrate vergären im Darm und sorgen so für dicke Luft. (Quelle: Symbolbild/spukkato/Thinkstock by Getty-Images)

Blähungen (Flatulenz) sind ganz klar ein Tabuthema, über das keiner gerne spricht. Dabei sind sie eine rein natürliche Reaktion des Körpers – unnatürlich werden Blähungen erst, wenn sie vermehrt und sogar mit Schmerzen verbunden auftauchen. Wir haben mit Experten gesprochen und erklären, was die Ursachen von Blähungen sind und was Sie dagegen tun können.

Blähungen: Eine natürliche Reaktion des Körpers

Von Blähungen (Flatulenz) spricht man, wenn Gase aus dem Darmausgang entweichen. Laut Dr. Peter Norbert Meier, Experte der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), lässt ein gesunder Körper mehrmals täglich Winde aus der After, ohne es selbst zu merken.

Doch warum haben wir überhaupt Luft im Darm? Laut Meier schlucken wir reichlich Luft im Alltag – dieses Phänomen wird in der Medizin als Aerophagie bezeichnet. In der Regel wird die eingeatmete Luft größtenteils wieder durch die Lunge ausgeschieden, der Rest wandert weiter in den Darm. Die dort angesiedelten Bakterien produzieren beim Verdauen Wasserstoff, Stickstoff, Kohlendioxid und Methan. Auf diese Gase prallt die Luft, das Gemisch wirbelt durch den Darm und will nach draußen – als Pups.

Diese sollten auch freigelassen werden: "Die Luft zwanghaft zurückzuhalten ist generell falsch", warnt Meier, "je mehr Luft sich sammelt, desto größer wird der Dehnungsreiz im Darm.” Hält man die Gase zu lange zurück, kann die Folge unter anderem ein drückender Blähbauch (Meteorismus) sein.

Im Prinzip sind Blähungen also harmlos und lediglich ein Zeichen dafür, dass der Darm arbeitet.

Interessant: Je größer der Druck des Luft-Gas-Gemisches auf den Schließmuskel ist, desto lauter ist die Blähung. Bilden sich im Darm zusätzlich etwa Schwefelwasserstoff oder Mercaptane wie etwa durch eine übermäßige Einnahme von Eiweißen, riechen die Blähungen unangenehmer als sonst. 

Ab wann Blähungen krankhaft sind

Doch ab wann gelten Blähungen als krankhaft? "Normal ist eine Darmwind-Häufigkeit im Bereich von 10 bis 20 Mal pro Tag", sagt Professor Gerald Holtmann, Experte der Gastro-Liga. Windabgänge mit einer Häufigkeit von mehr als 20 mal pro Tag sind nicht mehr normal und stellen eine Belastung für Betroffene dar.

Ursachen von Blähungen

Laut Studien haben 20 % der erwachsenen Bevölkerung regelmäßige Blähungen, vor allem nach dem Essen. Meist sind die Ursachen dafür jedoch recht harmlos: Neben einer erhöhten Aerophagie und die damit verbundene erhöhte Gasproduktion im Darmbereich stecken häufig falsche Ernährungsweisen sowie ein stressiger Lebensstil hinter regelmäßiger Flatulenz.

Nur selten sind ernstzunehmende Krankheiten Schuld an den Blähungen – die jedoch schnellstmöglich vom Arzt diagnostiziert und behandelt werden sollten.

Blähungen nach dem Essen? Diese Lebensmittel könnten schuld sein

Da jeder Mensch anders verdaut, eine ganz eigene Zusammensetzung der Darmbakterien hat und bestimmte Nahrungsmittel weniger gut verträgt, hängt die damit abgehende Intensität und Häufigkeit der Gase von der individuellen Darmflora und Verdauung ab.

Wenn Sie einen besonders empfindlichen Darm haben, können Ihnen folgende blähende Lebensmittel häufig Probleme bereiten:

  • Schlecht verdauliche Ballaststoffe: Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte
  • Unverdauliche Kohlenhydrate wie manche Gemüsesorten, zum Beispiel Kohl, Zwiebeln, Spargel, Pilze
  • Scharfes Essen
  • Zuckerausstoffstoffe wie Sorbit oder Xylit, zum Beispiel in Obst (z.B. Kirschen) und Diätprodukten oder Süßungsmitteln
  • Fruchtsäfte, Kohlensäurehaltige und alkoholische Getränke 

Nach dem Verzehr dieser Lebensmittel treten bei Betroffenen häufig Blähungen ein – denn dann sammeln sich die Gase im Dünn- und Dickdarm an. Besonders der Dickdarm ist ein großer Speicher und kann mehrere Liter aufnehmen.

Blähungen bei Stress und Nervosität

Auch ein gewisser Lebensstil kann zu vermehrter Flatulenz führen. Dass die Psyche einen großen Einfluss auf den Darm hat, ist schon lange bekannt. So führen Stress und Aufregung bei den Betroffen häufig zu Blähungen oder Durchfall – während Andere eher zu Verstopfungen neigen, je nach individueller Verdauung. Auch Menschen, die an Nervosität oder Angstzuständen leiden, schlucken vermehrt Luft, unter anderem auch Raucher. 

Blähungen bei Schwangeren durch trägen Darm

Haben schwangere Frauen Probleme mit Blähungen, hängt es häufig mit der Darmträgheit zusammen, die mit der Schwangerschaft einhergeht. Das Gelbkörperhormon Progesteron entspannt den Darm, sodass die Verdauung langsamer wird und somit mehr Gase im Darm entstehen. 

Vor allem Schwangere in den ersten drei Monaten haben mit Blähungen (und Verstopfungen) zu kämpfen, da sich der Darm bereits in der Frühschwangerschaftsphase auf die Umstellung vorbereitet.

Hier erfahren Sie, wie Sie gegen Schwangerschafts-Blähungen vorgehen können.

Blähungen bei Babys

Der Grund für Blähungen bei Babys ist oftmals der neuen Situation geschuldet, in denen sie sich befinden. Der kleine Darm muss sich an die neue Nahrung gewöhnen, die er verdauen muss. Zudem führen Dreimonatskoliken (exzessives Schreien) dazu, dass das Baby zu viel Luft verschluckt, was wiederum zu Bauchschmerzen und Blähungen führt.

Erfahren Sie hier, was Sie tun können, wenn Ihr Baby unter Blähungen leidet 

Krankheiten als Ursachen von Blähungen

Als weitere Ursachen von Blähungen kommen außerdem kurzfristige bishin zu schwerwiegenden Krankheiten in Frage. Die bekanntesten, mit ständigen Blähungen verbundenen Erkrankungen sind beispielsweise:

  • Magen-Darm-Virus
  • Reizdarmsyndrom (RDS)
  • Morbus Crohn
  • Chronische Darmentzündung der Magenschleimhaut
  • Diabetes
  • Herzschwäche
  • Dickdarmtumor

Durch Einnahme von Antibiotika (zum Beispiel bei einem Magen-Darm-Virus) kann die Darmflora kurzfristig gestört sein – auch dann können Blähungen eine Folge davon sein. In diesen Fällen sollten zur Gegenmaßnahme Probiotika eingenommen werden. 

Diagnose der Flatulenz

Blähungen per se sind meist kein Grund für Panik. Grund zur Sorge gibt es erst, wenn die Blähungen mit Begleiterscheinungen wie ständiger Blähbauch (Meteorismus), Bauchschmerzen, Krämpfe, Unwohlsein, Veränderungen im Stuhl oder auch einfach häufiger als sonst auftreten. Mit diesen Symptomen sollte ein Arzt konsultiert werden – eine frühe Diagnose ist notwendig, um alle Eventualitäten auszuschließen und bei Bestehen einer Krankheit schnellstmöglich handeln zu können.

Bei der Anamnese wird der Arzt zunächst eine Bestandsaufnahme Ihrer bereits bekannten Krankheiten, eventuellen Allergien, Medikamenten und Ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten machen.

Je nachdem, an welchen Symptomen Sie leiden, gibt es neben der allgemeinen Kontrolle der Gesundheitssituation weitere Möglichkeiten zur Untersuchung:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Stuhluntersuchung
  • Untersuchungen auf Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Blutdruck- und Pulsfrequenzmessung
  • Blutabnahme und -untersuchung

Gegebenenfalls kann eine Magen- und Darmspiegelung nötig werden. Nach diesen Untersuchungen wird der Arzt Ihnen zu den geeigneten Maßnahmen raten.

Tipp: Eine Vorsorgeuntersuchung zur Erkennung von Dickdarmkrebs wird übrigens routinemäßig ab dem 50. Lebensjahr empfohlen.

Blähungen behandeln, vermeiden und vorbeugen

Bei harmlosen Fällen von Blähungen reicht jedoch meist schon eine Ernährungsumstellung aus, um Blähungen und einen damit oft verbundenen Blähblauch zu überwinden. Dafür sollten Sie:

  • blähende Speisen meiden
  • herausfinden, an welchen möglichen Lebensmittelintoleranzen Sie leiden
  • langsam essen und gründlich kauen
  • Verdauungsspaziergänge nach dem Essen machen
  • einen Ernährungsplan aufstellen

Auch eine Lebensstilumstellung kann hilfreich sein – Stress ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv und sollte unbedingt vermieden werden. Falls Stress bedingt durch den Beruf oder sonstige Lebensumstände nicht vollständig vermeidbar ist, sollte er zumindest durch Entspannungstechniken wie zum Beispiel Yoga oder Meditation kompensiert werden.

Zudem sollten Sie herauszufinden, an welchen möglichen Lebensmittelintoleranzen Sie leiden. So können Sie gezielt gegen diese Unverträglichkeiten vorgehen und künftig einen großen Bogen um die Darmwinde machen.

Was hilft gegen Blähungen? 

Je nach Ursache kommen folgende Medikamente für die Behandlung von regelmäßigen Blähungen in Frage:

  • Probiotika bei Reizdarm
  • Entschäumer bei akuten aber kurzfristigen Blähungen
  • Krampflösende Mittel bei Bauchkrämpfen

Vor der Einnahme der Medikamente sollten Sie jedoch unbedingt mit dem Arzt absprechen, wie viel und ob sie für die Behandlung nötig sind.

Hausmittel gegen Blähungen

Die Natur stellt einen verhältnismäßig breiten Fundus an pflanzlichen Mitteln zur Verfügung, die bei zu viel Luft im Darm helfen können. Als besonders wirksam haben sich folgende Heilpflanzen erwiesen:

  • Anis
  • Kümmel
  • Fenchel
  • Pfefferminze
  • Kamille
  • Gelbwurzel (Kurkuma)

Am besten lassen sich diese als Tee einnehmen. Zwar gibt es hier jeweils fertige Teemischungen, effektiver sind aber Tees, die Sie aus frisch zerriebenen Samen oder Früchten der Pflanzen zubereiten – hierbei hilft ein Mörser.

So können Sie sich auch eine eigene Teemischung aus den verschiedenen Gewürzen herstellen. Auf diese Weise gelingt es auch, den Geschmack von Kümmel zu überdecken, den nicht jeder mag. Der Tee sollte dann etwa zehn Minuten ziehen – trinken Sie ihn verteilt über den Tag.

Weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Flatulenz

Bei akuten Blähungen empfiehlt sich eine sanfte Bauchmassage als einfaches Hausmittel. Massieren Sie den Bauch hierbei kreisend im Uhrzeigersinn, um ihn zu entspannen. Gleichzeitig gelingt es auf diese Weise, die Gase darmaufwärts zu bewegen, sodass diese entweichen können.

Tipp: Verwenden Sie hierbei ein Massageöl, um den Entspannungseffekt zu erhöhen.

Eine ähnlich entspannende Wirkung können Sie mit einem klassischen Hausmittel erzielen: Warme Wickel – oder auch eine Wärmflasche – helfen bei der Beruhigung des Darms, was ebenfalls bei Blähungen helfen kann.

Machen Sie zudem, wenn möglich, einen kurzen Verdauungsspaziergang nach jeder Mahlzeit. Der kleine Ausflug um den Häuserblock oder eine Runde im Park kurbeln den Verdauungsprozess an und frische Luft schadet nie. 

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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