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Schmerzen im Bein nicht ignorieren: Das können die Gründe sein

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Ernsthafte Erkrankungen möglich  

Was hinter Schmerzen im Bein stecken kann

08.01.2016, 10:34 Uhr | Martin Faber, dpa-tmn

Schmerzen im Bein nicht ignorieren: Das können die Gründe sein. Beinschmerzen sollten nicht ignoriert werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Beinschmerzen sollten nicht ignoriert werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es kribbelt und zwickt, das Bein fühlt sich schwer an oder schwillt sogar an. Eine Lappalie? Mitnichten - diese Symptome sollte man ernst nehmen. Dahinter können Durchblutungsstörungen der Arterien und Venen, aber auch eine Verengung des Rückenmarkkanals stecken. Ein Überblick:

Die Ursachen für Schmerzen können vielfältig sein, denn die Beine sind mit mehreren Gelenken verbunden und von zahlreichen Nerven, Muskeln und Blutgefäßen durchzogen. "Zum Beispiel sind die Arterien an den Beinen im Vergleich zu denen am Herz und Hals viel länger, so dass sich hier mehr Ablagerungen ansetzen können", erklärt Professor Hermann Josef Steinkamp vom Gefäßzentrum Angioclinic in Berlin. 

Schmerzen im Bein: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

"Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) verengen sich die Becken-, Oberschenkel- und Unterschenkelarterien durch Ablagerungen, so dass die Beinmuskeln schlechter durchblutet werden und weniger Sauerstoff erhalten", sagt Steinkamp. Betroffene merken die Arterienverengung vor allem beim Gehen. "Oft bekommen sie bereits nach weniger als 200 Metern so starke Krämpfe im Gesäß, der Oberschenkel oder Wade, dass sie nicht mehr weiterlaufen können."

Die Veranlagung zur PAVK wird vererbt. Die Beschwerden treten mit zunehmendem Alter auf. Laut der Deutschen Gesellschaft für Angiologie leiden etwa zehn Prozent der Deutschen zwischen 55 und 65 Jahren an einem Arterienverschluss im Becken-Bein-Bereich.

Ballonkatheder gegen Engstellen in den Arterien

Damit das Blut wieder ungehindert fließen kann, kommt oft ein Ballonkatheter zum Einsatz. "Über einen dünnen Draht schiebt der Arzt einen kleinen Ballon von der Leiste durch die Arterie bis zur Engstelle und bläst ihn dort auf. Dadurch werden die Ablagerungen an die Arterienwand gedrückt, so dass das Gefäß wieder frei ist", sagt Steinkamp.

Aber bei sehr festen Ablagerungen droht der Draht nicht mehr hindurchzukommen. Lange Zeit blieb dann nur die Amputation. Heute können solche Verschlüsse mit energiereichem Laserlicht verdampft werden, erklärt Steinkamp. Das schone die Gefäßwände und mindere das Risiko eines erneuten Verschlusses.

Spinalkanalstenose: Wenn die Wirbelsäule abgenutzt ist

Neben Rückenschmerzen treten Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Beinen auch bei der Spinalkanalstenose auf. Ursache sind hier aber keine Durchblutungsstörungen, sondern unter anderem die fortschreitende Abnutzung der Wirbelsäule mit zunehmendem Alter.

"Der Rückenmarkskanal im Bereich der Lendenwirbelsäule verengt sich, so dass die Rückenmarksnerven unter Druck geraten. Dabei wird der Fluss von Nerveninformationen gestört, was sich dann in Beinschmerzen äußert", sagt der Orthopäde Nicolas Gumpert aus Frankfurt am Main.

Kortison gegen Spinalkanalstenose

In der Regel wird eine Spinalkanalstenose zunächst mit Medikamenten behandelt. "Zwar erweitern sie den Rückenmarkskanal nicht, aber sie reduzieren Wasser und Reizzustände an der Engstelle und entlasten dadurch das Rückenmark", sagt Gumpert. Häufig werden entzündungshemmende Kortisone gezielt in die Engstelle im Wirbelkanal gespritzt. Die medikamentöse Behandlung wird oft von einer speziellen Physiotherapie begleitet.

Tiefe Beinvenenthrombose: Lungenembolie droht

Neben Arterien und der Wirbelsäule führen oft auch die Venen zu Beinbeschwerden: Und zwar in Form einer Thrombose in den tiefen Venen. "Ein Blutgerinnsel behindert dabei den Blutrückstrom vom Fuß über das Knie und die Leiste bis zum Herzen", sagt Norbert Frings von der Capio Mosel-Eifel-Klinik für Venenerkrankungen in Bad Bertrich. Das Bein schwillt an, wird schwer und ungewöhnlich warm. "Das Gerinnsel kann zunächst aber auch ohne Symptome bleiben."

Das ist tückisch, weil eine unbehandelte Beinvenenthrombose zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führen kann. "Ein Stück des Gerinnsels kann sich lösen und in ein Gefäß der Lunge gespült werden, so dass akutes Herzversagen droht", sagt Frings. Bei Thrombose-Verdacht sollten Betroffene deshalb schnellstmöglich einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Medikamente sollen Blutgerinnung hemmen

Behandelt wird in der Regel mit Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen. "Zunächst erhalten die Patienten in der Regel Infusionen oder Spritzen mit dem Wirkstoff Heparin, später kommen sogenannte Cumarine in Tablettenform zum Einsatz", sagt Frings.

Daneben sollten Betroffene Kompressionsstrümpfe tragen. "Sie üben einen abgestimmten Druck auf die Venen aus. Dadurch gehen die Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe zurück, und der Blutfluss verbessert sich", erklärt Frings.

Auf Bewegung kommt es an

Außerdem sollte man sich regelmäßig bewegen. "Gut sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Walking, Radfahren oder Wandern, ungünstig sind Sportarten wie Tennis oder Gewichtheben, die auf plötzliche Stopps setzen", sagt Frings. Gerade langes Sitzen sollten Betroffene vermeiden. "Auch im Büro kann man versuchen, die Beine unter dem Schreibtisch hochzulegen und Füße und Zehen immer wieder zu bewegen."

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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