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Urologe: Was Patienten bei der Untersuchung erwartet

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Für viele Männer ein Tabu  

Was Sie beim Urologen erwartet

20.09.2017, 10:52 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Urologe: Was Patienten bei der Untersuchung erwartet. Die meisten Männer kostet der Gang zum Urologen große Überwindung.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die meisten Männer kostet der Gang zum Urologen große Überwindung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Während für Frauen der Gang zum Gynäkologen ganz normal ist, zögern viele Männer den Besuch beim Urologen hinaus. Die Sorge, dass der Arzt etwas findet, schwingt dabei ebenso mit wie die Nervosität vor der intimen Untersuchung. Der berühmte "Finger im Po" sorgt bei vielen für Fluchtgedanken. Doch die Untersuchungen sind wichtig – und überhaupt nicht schlimm. Was Männer beim Urologen erwartet.

Nicht nur bei Erektionsstörungen, Blasenentzündungen und Beschwerden, die im Zuge einer gutartig vergrößerten Prostata auftreten, ist der Urologe für Männer der richtige Ansprechpartner, sondern auch beim Thema Krebsfrüherkennung. Beim ersten Besuch liegt der Fokus vor allem auf dem Gespräch zwischen Arzt und Patient.

Anamnese: Wie geht es dem Patienten?

Im Zuge der Anamnese erkundigt sich der Urologe nicht nur nach dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten, sondern fragt auch nach Vorerkrankungen, familiären Belastungen, früheren Operationen sowie aktuellen Beschwerden, etwa Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Erektionsprobleme. "Ein Urologe macht nicht nur die Krebsfrüherkennung. Er klärt immer auch ab, ob andere Erkrankungen vorliegen", sagt Dr. Wolfgang Bühmann, Urologe vom Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU). Die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sind allerdings einer der Hauptgründe, warum Männer die Scheu vor dem Urologen sowie die Angst vor der Tastuntersuchung überwinden sollten.

Tastuntersuchung: Nach etwa 30 Sekunden überstanden

Nach dem ersten Gespräch folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt tastet Bauch, Leisten, Penis und Hoden ab, um mögliche Veränderungen festzustellen. Der Patient liegt dabei meist auf einer Liege. Für die rektale Tastuntersuchung führt der Urologe vorsichtig seinen Zeigefinger in den Enddarm ein, um die Prostata fühlen zu können. Auffälligkeiten in Größe, Beschaffenheit und Form geben unter anderem Hinweise auf eine gutartige Prostatavergrößerung, eine mögliche Entzündung oder einen Tumor.

"Die Untersuchung mag für viele Männer unangenehm sein, schmerzhaft ist sie in der Regel aber nicht und in weniger als einer Minute überstanden", sagt Bühmann. Da der Mann bequem auf der Seite liegt, kann die Muskulatur gut entspannen. Etwas Gleitgel erleichtert das Einführen des Fingers zusätzlich.

Prostatakrebs: Frühe Diagnose ist entscheidend

Allerdings nehmen laut dem Experten nur etwa 14 Prozent der Männer die Früherkennungsuntersuchungen wahr. Und das, obwohl Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland ist. Jedes Jahr erkranken etwa 68.000 Patienten neu an dem bösartigen Tumor, um die 13.000 sterben daran. "Hat Prostatakrebs erst einmal gestreut, ist er nicht mehr heilbar", warnt Bühmann. "Je früher der Tumor erkannt wird, desto besser stehen die Heilungschancen für den Patienten. Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen können Leben retten."

Die Tastuntersuchung steht jedem Mann ab dem 45. Lebensjahr zu. Bei Männern mit familiärer Vorbelastung wird sie bereits ab 40 Jahren empfohlen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Die Kosten für den PSA-Test hingegen müssen Männer selbst tragen, da dieser eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) ist. Sie liegen zwischen 15 bis 20 Euro. Manchmal berechnen die Ärzte noch eine zusätzliche Beratungsgebühr. Der Test ist laut dem unabhängigen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) umstritten, weil der Nutzen nach Einschätzung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) nicht ausreichend nachgewiesen ist. Am besten lassen sich Patienten diesbezüglich von ihrem Urologen beraten. 

Zum Abschluss: Besprechung der Untersuchungsergebnisse

Nach der körperlichen Untersuchung setzen sich Patient und Arzt noch einmal zusammen, um die Ergebnisse zu besprechen. Bei Auffälligkeiten werden weitere Untersuchungen veranlasst, beispielsweise eine Blut- oder Gewebeabnahme oder ein Urintest. Die Einnahme von Medikamenten, etwa bei Erektionsstörungen, wird besprochen und ein Behandlungsplan erstellt. Dann wird vereinbart, wann der nächste Kontrolltermin ansteht.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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