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Kaum Impfungen: Infektionen mit Masern in Deutschland auf dem Vormarsch

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Kritik an Impfgegnern  

Alarmierende Masern-Zahlen in Deutschland

20.04.2017, 10:31 Uhr | MHa, t-online.de

Kaum Impfungen: Infektionen mit Masern in Deutschland auf dem Vormarsch . Krankes Kind mit Masern am Körper (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/LeventKonuk)

Die Zahl der Masernerkrankungen in Deutschland stieg zuletzt – nur zwei Bundesländer erreichen die Impfquote (Quelle: LeventKonuk/Thinkstock by Getty-Images)

Es ist nur ein kleiner Piks, doch noch immer lassen sich in Deutschland zu wenig Menschen gegen Masern impfen. Vor allem für Babys kann das sehr gefährlich werden. Die Zahl der Infektionen ist bereits im ersten Quartal des Jahres höher als im gesamten Jahr 2016.

Nach den aktuellen Maserninfektionen in Duisburg und Leipzig rechnet das Robert-Koch-Institut (RKI) für 2017 mit einem größeren Masernproblem als im Vorjahr. "Wir befürchten, dass es in diesem Jahr wieder mehr Masernfälle geben wird", sagte Dorothea Matysiak-Klose, RKI-Expertin für Impfprävention.

Wie die "Bild" berichtet gibt es bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits 331 Erkrankungen, während es im gesamten Jahr 2016 "nur" 326 Fälle von Maserninfektionen gab, wie aus Zahlen des RKI hervorgeht.

Bestehende Impfskepsis

Den Grund sehen viele im fehlenden Impfschutz. Allen voran Gesundheitsminister Hermann Gröhe, der Impfgegnern gegenüber der "Bild" "Panikmache" vorwirft. "Wer seinem Kind den Impfschutz verweigert, gefährdet nicht nur das eigene Kind, sondern alle, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können."

"Impfungen gehören zu den wirksamsten Mitteln, um gefährlichen Infektionskrankheiten vorzubeugen und unsere Gesundheit und die unserer Mitmenschen zu schützen", sagt Gröhe. Schon seit langem herrscht Konsens darüber, dass Masern keine harmlose Kinderkrankheit sind. Die Infektion ist hochansteckend und schwächt das Immunsystem. In seltenen Fällen endet sie sogar tödlich.

Nur zwei Bundesländer erreichen Impfquote

Gerade Kleinkinder sowie Säuglinge sind besonders gefährdet. "Im Moment verbreiten sich Masern vor allem innerhalb von Familien. Aber auch Schulen sind betroffen", sagt Matysiak-Klose. Auch sie sieht das Hauptproblem für die Ausbreitung der Masern in Impflücken bei Kleinkindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Nur wenn die Immunität in einer Region hoch sei, habe das Virus schlechte Chancen.

Dieser gemeinsam erzeugte Schutz bewahre dann auch Menschen vor Ansteckung, die aus unterschiedlichen Gründen nicht oder noch nicht geimpft werden konnten. Aber genau diese regionalen Unterschiede ermöglichen dem Virus die Ausbreitung. Die angestrebte Impfquote von 95 Prozent erreichen deutschlandweit nur Brandenburg (95,2 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (95,6 Prozent). Am schlechtesten schneidet Baden-Württemberg ab. Dort sind 88,8 Prozent der Bevölkerung gegen den Virus geimpft.

Oftmals wird zu spät geimpft

Kleinkinder können erst ab neun Monaten immunisiert werden. Deshalb sind Impfungen oder eine überstandene Erkrankung vor einer Schwangerschaft wichtig. Denn Schwangere, die selbst keinen Schutz gegen Masern haben, können ihn auch nicht weitergeben. Immunisierte Mütter sorgen hingegen in den ersten Monaten für einen Nestschutz bei ihren Babys.

Während der Schwangerschaft darf nicht mehr gegen Masern geimpft werden. Eine zweite Masern-Impfung sollte bis zum Ende des zweiten Lebensjahrs erfolgen. Allerdings sind nach RKI-Angaben nur rund 70 Prozent der Zweijährigen in Deutschland auch zweimal geimpft. Bis zum Schulbeginn holen Eltern die Immunisierung oft nach – nach Meinung der Experten zu spät.

"Alle tragen gemeinsam Verantwortung"

Wie groß die Impflücken in Deutschland sind, zeigte sich zuletzt 2015. Mit bundesweit über 2400 Masernfällen war das ein Ausnahmejahr – der höchste Wert seit 2002. Gröhe sieht Ärzte, Schulen, Kitas, Unternehmen und Familien in der Verantwortung, um die Impfskepsis zu überwinden. "Alle tragen gemeinsam Verantwortung dafür, die Masern auszurotten."

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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