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1,6 Million Deutsche leiden an Demenz und Alzheimer

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Das schleichende Vergessen  

Immer mehr Menschen erkranken an Demenz

21.09.2017, 17:46 Uhr | dpa

1,6 Million Deutsche leiden an Demenz und Alzheimer. Tochter sitzt neben ihrem alten Vater (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Highwaystarz-Photography)

Die Zahl der Demenzkranken in Deutschland und weltweit wächst. (Quelle: Highwaystarz-Photography/Thinkstock by Getty-Images)

Die Zahl der Alzheimerpatienten in den deutschen Kliniken hat sich binnen 15 Jahren fast verdoppelt. 2015 wurden 19.049 Patienten wegen der Erkrankung stationär behandelt – 2001 waren es erst 10.306 Fälle, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltalzheimertags mitteilte. Dies entsprach einem Anstieg von 85 Prozent. Im Jahr 2000 hätten die Krankenhäuser sogar nur 8132 Alzheimerpatienten versorgt.

In Deutschland haben 1,6 Million Menschen Demenz. Die häufigste Form der Demenz ist Morbus Alzheimer. Die Erkrankung beginnt mit Gedächtnislücken und Sprachproblemen. Die Kranken werden orientierungslos und können sich nicht mehr erinnern. Schließlich verlieren sie ihre Selbstständigkeit und erkennen ihre Angehörigen nicht mehr. Jahr für Jahr erhalten in Deutschland rund 300.000 Menschen die Diagnose Demenz oder Alzheimer.

Zum Welt-Alzheimertag am heutigen Donnerstag machen Verbände erneut auf die Krankheit aufmerksam, die der Nervenarzt Alois Alzheimer 1906 erstmals beschrieb.

Fragen und Antworten:

WAS IST ALZHEIMER?

Ungefähr zwei Drittel der 1,6 Millionen Demenzkranken leiden laut Deutscher Alzheimergesellschaft an Alzheimer. Die Erkrankung des Gehirns führt zum Verlust von geistigen Funktionen wie Denken, Sprache, Urteilsfähigkeit und Orientierung sowie zum Absterben oder einer starken Schädigung von Gehirnzellen vor allem in der Hirnrinde.

WELCHE SYMPTOME ZEIGEN SICH?

Alzheimer beginnt mit Vergesslichkeit und mangelndem Antrieb. Im weiteren Verlauf werden die gewohnten Handlungen immer schwieriger. Der Patient vergisst häufiger Worte, wird orientierungslos und kann sich nicht mehr erinnern. Einfache Handgriffe wie das Öffnen und Schließen von Knöpfen werden unmöglich. Schließlich verliert der Patient seine Selbstständigkeit und erkennt seine Angehörigen nicht mehr. Die Störungen des Denk- und Urteilsvermögens lassen ein normales Alltagslebens immer schwieriger werden. Viele Betroffene werden misstrauisch, aggressiv oder depressiv.

WAS LÖST DIE KRANKHEIT AUS?

Die genauen Ursachen sind noch nicht endgültig geklärt. Das Gehirn von Alzheimerkranken weist typische Eiweißablagerungen auf. Fehlgeleitete Stoffwechselvorgänge schädigen die Nervenzellen. Die für das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit wichtigen Übertragungsstoffe im Gehirn können dann nicht mehr gebildet werden. In 90 Prozent der Fälle wirken genetische Faktoren, Alterungsprozesse und Vorerkrankungen des Gehirns und Umwelteinflüsse zusammen. In sehr wenigen Fällen gibt es eine rein erbliche Veranlagung.

WER IST BETROFFEN?

Zwar kann die Krankheit auch schon vor dem 50. Lebensjahr auftreten, das Alter ist aber unbestritten der größte Risikofaktor für Alzheimer. Etwa zwei Drittel der Betroffenen sind älter als 80 Jahre, fast 70 Prozent sind zudem Frauen.

GIBT ES AUSSICHT AUF HEILUNG?

Eine Heilung ist bislang nicht möglich. Durch eine rechtzeitige Therapie mit Medikamenten kann der Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit aber um etwa ein Jahr hinausgezögert werden. Auch Verhaltens-, Musik- oder Erinnerungstherapien können die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Die Forschung konzentriert sich nicht nur auf Therapien, sondern auch auf die Früherkennung. Denn die Krankheit wird meist erst erkannt, wenn die geschädigten Hirnzellen unwiederbringlich verloren sind. Eine verlässliche Methode zur Früherkennung würde die Chance erhöhen, den Krankheitsverlauf zumindest zu verzögern.

KANN ETWAS ZUR VORBEUGUNG GETAN WERDEN?

Experten empfehlen geistige, körperliche und soziale Aktivitäten zur Verringerung des Risikos, an Alzheimer zu erkranken. Empfohlen wird auch eine ausgewogene sowie fett- und cholesterinarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie die Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Diabetes. Untersuchungen zeigten, dass die Zunahme der Erkrankungen in manchen Ländern nicht mehr so groß ist wie erwartet. Als Grund dafür werden eine gesündere Lebensweise und rege Hirnaktivität vermutet.

WAS SIND DIE PROGNOSEN FÜR DIE ZUKUNFT?

Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl der Demenzkranken Schätzungen zufolge auf etwa drei Millionen nahezu verdoppeln, sofern kein Durchbruch in der Prävention und Therapie gelingt.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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